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KC-Mitteilungen · 1924-07-10 · Heft 6 (10.7.1924) · p. Seite 6

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Journal
KC-Mitteilungen
Volume
1924
Issue
Heft 6 (10.7.1924)
Date
1924-07-10
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 daß in der Tagung des Lochschulrings, die am 12. bis 14. Mai in Marienburg i. Westpr. stattfand, auch eine neue Formulierung der Verbandsgrundsätze vorgenommen werden mußte. Daß es sich hierbei nicht nur um eine redaktionelle Aenderung handelt, ergibt die Tatsache, daß die „Deutschen Akademischen Stimmen", das Nachrichtenblatt des Lochschulrings, diese Tagung den „bedeutsamsten Entwicklungspunkt" des deutschen Lochschulrings seit seiner Gründung nennt. Die neue Formulierung der Leitgedanken hat folgenden Wortlaut: Unsere Arbeit soll Dienst am völkischen Gedanken sein. Völkisch-soziale und völkisch-großdeutsche Arbeit soll fürder im Vordergründe unserer Tätigkeit stehen; ebenso die Wehrhastmachung im vöMschen Geiste. All' diese Arbeit soll getragen sein von machtpolitischem Wollen, und auf den völkischen Staat als Machtstaat, d. i. wahren Staat, abzielen. Gegenüber der durch parteiartig gegliederte Gruppen der völkischen Bewegung drohenden Versandung der völkischen Geistesströmung zielt unsere Lochschulringarbeit auf die Vertiefung des völkischen Gedankenkreises hin und auf dessen Verwirklichung ohne Lemmungen parteipolitischer Art. Konfessionelle Streitigkeiten im Lochschulring müssen hintangehalten werden, da sie dem Geiste der völkischen Bewegung schroff widersprechen. Die religiösen Kräfte der vöMschen Bewegung sind vielmehr bestimmt, sowohl im katholischen als auch im evangelischen Deutschen das religiöse Erleben zu steigern. Neben der Erziehung zum völkischen Staatswillen muß das Wissen um die Grundlagen eines völkischen Staates gefördert werden; parteilpolitische Rezepte sind für den Lochschulring unmaßgeblich. Nach wie vor leuchtet vor und als Endziel der völkische Staat Großdeutschland." Der erste Deutsche Akademikertag in Potsdam. Im vorigen Fahr tauchten Bestrebungen auf, die gesamten vöMsch eingestellten Verbände zusammenzufassen, und zwar sowohl den deutschen Lochschulring und seine Altherrenschaft als auch die völkischen Akademikerverbände außerhalb Deutschlands. Das Ergebnis dieser Vorbereitungen war, daß vom 11.—14.April in Potsdam der erste Deutsche Akademikertag stattfand, zu dem, abgesehen von den großen obengenannten Verbänden, auch folgende Verbände Vertreter entsandt haben: WSC, RLE, LC, VC, DB, ADV, DW, ATB, VDSt, DS, ASV, DAG, DVAF, CV, Wingolf, Wernigeroder Verband, Naumburger DC, Miltenberger Ring. Interessant ist dabei, daß daneben auch u. a. der Elsaß- Lothringische Studentenbund, der als solcher bisher eine völlische Politik abgelehnt hat, einen offiziellen Vertreter delegierte, ebenso der Reichsstudentenausschuß der Deutschen Volkspartei. Der Kösener SC. hatte einen offiziellen Vertreter, nicht entsandt. Die Tagung führte zur Annahme folgender Resolution: „Die im Deutschen Akademikertag vertretenen völkischen Akademikerverbände wollen nach folgenden Gesichtspunkten ihre Arbeit für das deutsche Volt und seine Freiheit weiterführeu: 1. Wir wollen für das gesamte deutsche Volk das lebendige Recht, seine staatlichen Geschicke nach eigenem Willen zu gestalten. Es gibt für uns keinen Vertrag, der diesen Willen hemmt. 2. Wir wollen, gestützt auf die Wehrhaftigkeit aller Deutschen, den Schutz des deutschen Volkstums und die Erhaltung der deutschen Kultur überall, wo die deutsche Zunge klingt. 3. Wir wollen den Gemeinschaftsgedanken als Grundlage aller politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Arbeit und lehnen den Individualismus mit allen seinen Folgerungen ab. Anser Weg ist die Pflicht. 4. Wir wollen deutsche Führer für unser Voll im Staat, in der Wirtschaft, in Kunst und Schrifttum, vor allem in der Volkserziehung. Wir bekennen uns zum deutschen Vollsbürgertum. 5. Wir wollen in der Erneuerungsbewegung des deutschen Volkes die charaktervolle, christliche Persönlichkeiterziehen, die die geistigen Grundlagen der Bewegung schafft und hält." Aus den uns zugänglichen Presseberichten können wir nicht ersehen, inwieweit die bei der Tagung vertretenen studentischen Verbände dem Deutschen Akademikertag beigetreten sind. Sollte dies bei allen der Fall sein, so würden wir mit außerordentlichem Bedauern feststellen, daß auch der C. V. ebenso wie der Elsaß- Lothringische Studentenbund sich als einen völkischen Verband betrachten und müssen auch den Widerspruch feststellen, der zwischen der offiziellen Stellung der Deutschen Volkspartei und ihrem Reichsstudentenausschuß klafft. Vielleicht wird es möglich sein, diese Zweifelsfragen noch zu klären. Das völkische Olympia. In der „Deutschen Lochschulzeitung" vom 5. Juli 1924 wird vom Standpunkt des österreichischen „Deutschen Turnerbundes" zum deutschen akademischen Olympia in Marburg Stellung genommen und eingehend begründet, daß die Deutsch-Oesterreicher nicht aus sportlichen sondern aus völkischen Gründen sich diesem Sportfest fernhielten. In diesem Aufsatz heißt es an der für uns charakteristischen Stelle: „Daß die deutschen Studentenschaften bei uns wirklich nur aus Deutschen (Ariern) bestehen, ist allgemein bekannt. Der weitaus überwiegende Teil der deutschen Studenten, die Leibesübungen betreiben, gehört den Vereinen des Deutschen Turnerbundes an, dem auch die drei d.-ö. Vereine des A. T. B. (A. T. V. Graz, Akad. Iahnbund-Graz, Wiener A. T. V.) und die V.-C.-Turnerschast „Lellas" angeschlossen sind. Nur ein verhältnismäßig kleiner Kreis deutscher Lochschüler ist bei verschiedenen Sportvereinen. Für Mitglieder des „Deutschen Turn er bund es" ist aber ein Antreten in Marburg ganz ausgeschlossen. Nach den Satzungen des Bundes ist es nämlich seinen Mitgliedern aus völkischen Gründen heraus nicht gestattet, an Wettkämpfen Leilzunehmen, an denen gleich ihnen Angehörige nichtgermanischer Volksstämme sich beteiligen oder beteiligen können! And letzteres ist in Marburg der Fall, wie es auch schon in Lannover der Fall war. Die d e u t s ch akademische Olympia ist nicht auf Deutsche beschränkt, ja nicht einmal auf germanische Volksstämme, so widersinmg dies auch klingen mag. Von den Nichtdeutschen werden ja tatsächlich wohl nur Semiten (Juden) in Frage kommen; denn Juden sind von der Teilnahme nicht ausgeschlossen. Sie werden in Marburg genau so zu den Wettkämpfen antteten, wie sie es in Lannover getan haben! Dies ist aber gegen unsere Grundsätze. Solange in dieser Richtung keine Änderung eintritt, ist es für den größten Teil der deutschen Studenten Deutschösterreichs, die Leibesübungen treiben, ausgeschlossen, auf einer d.-a. Olympia mit den Reichsdeutschen in Wettbewerb zu treten. Wenn wir diesen Standpuntt zusammenfassend charatterisieren wollen, so können wir ihn nicht einmal als das auf das Sportliche überttagene Waidhoferer Prinzip bezeichnen, denn dieser Begriff wäre nicht umfassend genug. Was hier, ganz abgesehen von der Berechtigung des vöMschen Gedankens, in bezug auf eine Verwirrung der Begriffe deutsch, germanisch unv

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