KC-Mitteilungen
- Journal
- KC-Mitteilungen
- Volume
- 1924
- Issue
- Heft 1 (15.2.1924)
- Date
- 1924-02-15
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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i eines jedenMonatS ist uns dar Programm der für die Zeit vom 15. eines jeden Monats bis zur Mltte deS folgenden MonatS vorgesehene VeranstaUungen zu^uleiten. Wir sind überzeugt, daß man auch draußen rm Lande für unser Bestreben, den Verbanden wieder ein gemeinsames Organ zu geben. Verständnis hat und das durch Werbung von Abonnenten, Inserenten und nicht znlegt von Spenden es uns ermöglicht wird, unseren Plan dauernd dmchzufiihren. F nden wir diese Unttrsliltzung nicht, dann ist der letzte Versuch gescheitert, unsere Blätter zu crhnlteu und dann wird jeder, der dieser Pflicht nicht genügt hat. sein Teil an dieser Schuld habe». Gelingt es uns aber, darin wird bald der Tag gekommen sein, ati dem die Blätter wieder die Form «ngenonnnen haben werden, die sie bis zum Kriege über die Allgemeinheit der studentischen Presse hinausgchoben hat. So geben wir dieses neue Blatt heraus, nicht mit dem Wunsche, das; diesem Blatte recht viel Freunde gewonnen werden ruögcn, sondern im Gegenteil, in der Hoffnung, daß es nnS gelingen niöge, bieft Mitteilungen recht bald wieder eingehen zu lassen und dasür w-eder die KE. - Blätter in vollem Umfange erscheinen lassen zu rönnen. Amschau. Einkehr! Innere Vcrai twortung! GemeinschaftSpslicht! Das waren die Forderungen, die wir in unserer letzten Umschau ausstellteu, die Hoffnungen, die wir zum Ausdruck brachten, die Keime, die wir glaubten, langsam sich schon entwickln zu sehen. Die Tatsachen haben uns als übergroße Optimisten Lügen gestraft. Ehe noch daS Heft, das diesen Mahnruf enthielt, in die Hände der Mehrzahl. seiner Leser gelangt war, war der Tag gekommen, der nun wirklich für das ganz c Volk, ohne Rülsicht auf die Richtung, zu der cs sich bekennt, ein ^allgemeiner Gedenk- und Tranertng" geworden ist, der 9. November. Es ist hier nicht der Ott, ans die politische Bedeutung der Vorgänge eiiizngehen, die sich an diesem zweiten bedcuisamen Tag gleichen Datums ereignet haben, aber wir müssen nns vergegenwärtigenwas dieser 9. November für uns bedeutet, uns als Akademiker, nnö als Korporationsstudenten, uns als jüdische Deutsche. Von Veraniwortungssinn zeugt es nicht, wenn man die Blätter betrachtet, die die große Mehrzahl der studentischen Presse nach diesem Tage herausgegchen hat. Selbst wenn wir es dahingestellt sein lassen, ob die Männer, die glaubten, den Tag für eine Durchs« tzung ihrer Wünsche gekommen zu sehen, Idealisten waren oder nicht, so war es doch ein trauriges Zeichen für die Vcranworlnngsiosigkeit der deutschen Slttdentenschaft, wenn eS das KorporationS-Stttdentcliinm war, das in seiner großen Mehrheit zu diesen Dingen Stillung nimmt mit dem Svmbol des Trauerrandes geschmückt, immer ausgehend von der grundsätzlichen Opposition zum heutigen Staate und seinem Recht. Kaum ein Wort ist in den letzten Jahren so oft zitiert worden, wie das Wort Fichte-: „Du sollst au Deutschlands Zukunft glauben, An Demes Volkes Aufersteh'u! , Laß diesen Glauben Dir nicht rauben Trotz allem, allem was gescheht!. Und handeln sollst Du w als hinge Von Dir und Deinem Tun allein, DaS Schicksal ab der deutschen Dinge Und die Veranlwortuug war Dein.* Zugegeben, daß jene Leute dort unten glaubten, auf diese Weise des Volkes Aufersteh'n herbeizusiihre». Zugegeben, obwohl nicht verkannt werden da, s, daß die wahren Mauve für das Handeln jener streife vielmehr im Nachtrauern wirtschaftlich vergangener Zeiten zu suchen ist, hällsig weit mehr wirtschaftliche Verbstlerung als wohlüberlegte, verantwortungsbewußte ZukunstS- Pläne. Aber selbst wem: sie glauben, auf diese Weise ihr Ziel erreichen zu können, so vergessen sie doch die zweite Halste des Fichtc'scheu Worts, vergessen, was eö bedeuten würde, wenn von diese m T u n das Schicksal der deutschen Dinge abhinge. Es erscheint müßig, sich mit viesen Gedanken aueeinanderzusetz n. aber doch muß es immer wieder auf's Neue betont werden. Die Einzelheiten, die die akademische Auswirkung des 9. November in München zum Ziele harten, verdienen in einigen trotz allem was gesagt und geschrieben worden ist nochmals festgehaüen zu werden, wobei wir uns an die Darstellnng halten, die in der „Academia", dem - Organ des E. V-, gegeben wird. Bereits am 9. November halte eine Strrdenteuversamuilnug staltgesuuden, in der der Rektor von den Nationalsozialisten niedergeschrie» wurde. In dieser Versammlung, ebenso wie bei dem arstchlüßenoen Srraßenumzug, wandte sich die Menge gegen Kahr und Faulhaber, die Jesuitenknechte, und feierte Hitler und Ludcndorsf alZ die Befreier Deutschlands ans jesuitischer und jüdischer Knechischast. In einer weiteren StuLemenversamnilung am 12. November kam es soweit, daß beantragt wurde, darüber abstimmen zu lassen, ob man den Rektor der Unioersiiät sprechen lassen solle. Die Vorwürfe gegen Kahr, Faulhaber und die Katholiken wiederholten sich. Herr Klco P leier, der Vorstand des Hochschulrings deutscher Art in München, hielt hierbei eine Rede, -in der er den Kampf gegen die rote und schwarze Internationale predigte. Wildeste Gerüchte über Kahr und sein Bündnis mit den Juden und Jesuiten wurden in die Menge geschleudert, so daß selbst Ehrhardt und Sauerbruch vergeblich beruhigend einznwirken versuchten. Der kath. Akademiker-Ausschuß in München erließ hierauf folgende Bekanntmachung: „Die im kath. Akademiker. Ausschuß zusaminengefaßre Studentenschaft von 30 Korporationen und Bereinigungen an den Münchener Hochschulen erklärt, daß sie mit der unbesonnenen Haltung weiter Studenleukreise anläßlich der jüngsten politischen Ereignisse nichtgemein hat. Sie tritt rückhaltlos hinter die Anordnungen Seiner Maanisizenz des RekiorS der Universität und des Atadeinrschen Senats und verlangt von der Studentenschaft eine der akaeemischen Würde entsprechende Disziplin und Besonnenheit. Tief elnpört weist sie anfS entschiedenste die bei der Montag- Versammlung im Lichlkwf der Universität gefallenen, gegen die kath. Kirche, deren Würdenträger und gegen die karh. Korporationen gerichteten Anwürse zurück, die nur geeignet sein könnten. einen verhängnisvollen Keil in die stuoenusche nationale Bewegung hineinzurrriben. Sie gelobt nach wie vor Seiner Emimnz, dem Herrn Aardmal-Eczblschof De. von Faulhaber, in tiefer Belehrung treue Gefolgschaft. Mit der gleichen Entschstdenheit str llt sich die kath. Studentenschaft hinter die gesetzmäßige StaatSautorilat. Diegebiete» ihre nicht nur ihre katholischen Grundsätze, sonder» auch das