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Unsere Tribüne · 1925-12-28 · 15 (28.12.1925) · p. Seite 2

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
2 (1925)
Issue
15 (28.12.1925)
Date
1925-12-28
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Unsere Tribüne Nr. 15 Wirbel politischer Geschehnisse niedergeslbhiiebem, ist und daher an Mangel an Systematik und durchgreifender Gegenüberstellung der -wissenschaftlichen Arbeit gegen die Parteipolitik leidet, erhebt sich Bonochow turmhoch über die Schlagwort theoretiker, die sich an primitiven Begriffen wie „Pessimismus" und „Optimismus", „Wiedergeburt" und „Degeneration" berauschen und die komplizierten Probleme des jüdischen Lebens in einfache, eindeutige Formeln f ressen -wollen. „Nicht Optimismus, nicht Pessimismus1, sondern Kealismus", diese Devise Borochiows ist kein opportunistischer Eklektizismus, sondern den* ernste Ausdruck des Kämpfens mit den Problemen, des Willems, sie allseitig mit allen ihren negativen und positiven schaffenden und zerstörenden Tendenzen zu erkennen. Diese Devise ist auch der Ausdruck der Absicht Borochows, damit zweierlei zu treffen, die Wiirklichkeitsblindheit des bundistisehen „revolutionären" Optimismus, der der jüdischen Arbeiterklasse einreden will, daß im jüdischen Leben alles normal und nur der Zarismus an allen Leidem schuldig sei und die Schwarzseherei der S. S., die in Wirklichkeit darauf ausgeht, den jüdischen Sozialismus zu einem unproduktiven Fatalismus zu verführen, zu einer Uhberschätzung der eigenen Kräfte und Möglichkeiten, die jede Energie, jeden Glauben an dein Sieg ertötet. Der* Wissenschaftler und der Politiker in Borochiow haben ihn in gleichem Maße zum Kampf gegen die flache Konzeptionen Pessimismus und Optimismus getrieben. Mit derselben beißenden Ironie verspottet er die bundis tischen „Marxisten,", für die die jüdi- Bclue Frage nur eine rechtliche und kulturelle ist und die den ökonomisclien Unterbau dar rechtlichen und kultuturellen Erscheinungen nicht erkennen, wie auch die Anhänger des berühmten, in sich widerspruchsvollem Wortes von der „Nichtproletarisierung des jüdischen Proletariats". Und er durchleuchtet alle duifchwirrtön Erscheinungen, erhellt jeden Winkel und die realen Erscheinungen nach ihren wahren Kräfteverhältnissen. Das jüdische Proletariat existiert, es lebt, es wächst sogar und hak seine großen Aufgaben, die die Geschichte ihm auferlegt hat, zu erfüllen. Aber sein Klassenkampf spielt sich, auf einer engem strategischen Basis ab, weil es hauptsächlich auf die letzten Stadien der Produktion beschränkt ist, auf die kleinen Betriebe und Werkstätten und fast gänzlich von der Urproduktion Und Großindustrie ausgeschlossen ist. Von hier aus erwächst ein tragischer Gegensatz zwischen dem revolutionären Bewußtsein, unjd der faktischen Macht der jüdischen Arbeiterklasse'. Borochow beleuchtet die historischem Ursachen dieser Tatsachen, die sowohl Resultat, wie Erscheinungsform, der Exterritorialität des jüdischen Volkes sind und kommt zum Schluß, daß alle diese Anomalien erst mit der Exterritorialität selbst verschwinden könmeiu, wenn ' die jüdische Arbeit die Hanptzweige des ökonomischem Lebens eines, ganzen Landes, Paliistinas, wird beherrschen können. Alle späteren poalc-ziomis tischen Schriften Borochows dienen der Befestiguinjg unl'l Vertiefung dieses Gedankens, besser gesagt, dieses ganzen Gedankengebäudes. ....... In. dieser Analyse der jüdischen Wirklichkeit, ihrer ökononiischein. und historischen Ki'älte, die die jüdische , Arbeiterklasse zum sozialistischen Faläistinismus treiben, liegt das Bleibende in Borochows theoretischer Arbeit genau so, wie in der ganzen Kette interessanter und fruchtbarer Gedanken über das nationale Problem und seine Zusammenhänge mit den sozialen Fragen und Klassenkämpfen der kapitalistischen Geschichtsepoche, wie in dem höchst interessanten Vieirsuch, die Gesetze' der Emigranten, zu formulieren, der in der ausgezeichneten kleinem Schrift „Kla,sseninteressen und nationale Frage" enthalten ist, in seinen. Broschüren über die jüdische Emigration, die ökonomische Entwicklung des jüdischen Volkes. Nifelat aber — wie uns gewisse Wortanbeter einreden wollen — in der Beschreibung des Weges zur Verwirklichung des Zionismus oder gar in der Aufstellung von ein für allemal unantastbaren geheiligten taktischen Normen für den politischen Kampf der Bewegung auf dem Weg zur Verwirklichung. Wenn wir einmal es er'st zu einer vollständigen Ausgabe von Borochows' Schriften bringen werden, wird sich hei clusstellen, wieviel Borochow selbst von diesen Teilen seiner ersten Schriften revidiert hat. Es genüge hier die Erwähnung, daß er, der in seinen ersten Jahren „gegen jede kolonisatorische Projektenmacherei" protestierte, später zu einem heißen An-! hänger der kooperativen Kolonisation wurde. Aber nicht nur der Theoretiker Borochow lebt und wird leben im Bewußtsein der Bewegung, sondern auch der Führer und Kämpfer. Unvergeßlich wird vor allem seine Bolle während des Krieges in dem großen Iiistorischen Kampf zwischen Sozialismus und nationaler Wiedergeburt von der einem Seite und der jüdischen Plutokratie und ihren Schleppträger auf der andern Seite bleiben. Sein Kampf für den jüdischen demokratischen Kon gieß in Amerika als Vorläufer des allweltlichen jüdischen Kongresses, der vor aller Welt die Forderungen, der jüdischen Demokratie bezüglich Palästinas und der Länder der jüdischen Massen.siedlung'em proklamieren soll; sein unaufhörlicher Weckruf an die jüdischen Arbeiter, ihre historische Mission im Kampf ihres Volkes "für seine nationale Emanzipation in allen Ländern und in der historischen Aufgabe des Aufbaues Palästinas als des Landes der jüdischen Arbeit, als eines Heimes für das 'zerstreute, arbeitslose, jüdische Volk, als „eigenen Stützpunktes auf der Erdkugel" zu erkennen; der vernichtend© Holm, mit dem er die Saboteure der jüdischen Volksorgalnisiornng, dio „nationalen Streikbrechei" unter der roten Maske überschüttet, die heiße Begeisterung, glücklich gemischt mit überzeugender Logik, mit welcher er die Verbundenheit unserer nationalen Forddrungön mit unserem sozialistischem Kampf vor dem sozialistischen Friedenstribunal in Stockholm aufgeklärt hat, — sie alle sind erst der lebendige Kommentar zu Borochows geschriebenett' Lehre. Nur wer auf diesem Wege weitergeht, darf sich für einen getreuen Verwalter von Borochows geistigem Erbe 'halten. Er ist von uns hinweg, auf der Schwelle einer neuen heroischen Veiihvirklichuiiigsperiode der Bewegung, deren) Fahne er aufrollte. Wie Prophezeiimg klingen seine Be^- grüßungsworte auf der ersten Foule-Zion-Konferenz in Kußland (Kiew 1907): „Jetzt ist nicht die Zeit für Stimmungen und Hoden, sondern für Taten. Wir müssen vielen Hindernissen begegne/n, die die Zeit geschaffen liat. . . . Wir müssen, konsequent sein, im Zionismus, wie im Sozialismus. Wir stehen Auge im Auge mit der großen Aufgabe*, das Ideal des jüdischen Volkes zu verwirklichen.." Sorgen - Kämpfe - Hoffnungen. (Palästina-Rundschau.) (Die Krise der vierten Alijah: Rückwanderung, Zusammenbruch der Spekulation. — Die Arbeitslosigkeit und die Vorschläge der Arbeiterschaft. — Die Wahlen in die städt. Ar- Jbeiterräte und in die jüdische Nationalversammlung. — Der große Erfolg unserer Genossen,. — Die Arbeiterschaft gegen politische Demonstrationen. — Die Trauer um Sal. Schiller und das Jubiläum des Jehoschuah Chamkih. ■— Die Probleme der jüdischen Arbeiterschaft.) Die Gerüchte von einer wirtschaftlichen Krise in Palästina traten zunächst zögernd auf, aber in den letzter» Wochen finden wir in der Presse Palästinas oft Mitteilungen von Erscheinungen der wirtscliaftlichen Stagnation, in cUv Arbeiterpresse werden mit gewohntem Ernist die zu ergreifenden Maßnahmen der Abhilfe erwogen.. Die Zahl der Bückwanderer aus Palästina im Monat Oktober war wohl das erste Symptom der Krise. Unter den 593 Auswanderern befanden sich Gl palästinensische Bürger und 305 Neueingewamderte, die das Land verlassen haben. Das sind etwa 10 Prozent der in demselben Monat eingewanderten Juden (383S). Eine zweifellos sehr bedenkliche Erscheinung, die zu äußerster Vorsicht bei der Auswahl der Paläst inawanderer gemahnen sollte. iii.ii'hTfiii^irij.vi.L'h!^!,:!-^!,^;!'^; ..........jn,'i;'!..'!:'!;;!.:!-.....1.....:i.'i::.......^'i^üiii-'Mi'i'fi.^'H'i'.'ün Montag, den 4. Jänner 1926, um; 7 ,'Uhr abends, findet im Festsaale des Alten Rathauses, I., Wipplingerstraße 28 die konstituierende Generalversammlung des Vereines der Freunde des arbeitenden Palästina statt. Ueber Ziele und Aufgaben des arbeitenden Palästina werden Genossin Dr. R. Buchmil (Jerusalem), Oberrabbiner Prof. Dr. Z. P. Chajes und Jehoschura Bierer sprechen. Erscheinen aller Genossen und Genossinnen ist unbedingte Pflicht! Alle Leser und Freunde werden hiemit eingeladen. Wir haben in den letzten Jahren wahrnehmen können, daß die Wirtschaffcskeisen geradezu eine Begleitcrsheiirt11ig des Pa.lästinaaufbaues sind. Der Aufbau eines Landes und insbesondere unter Umstäijjden, wie cir in Palästina vor sich geht, ist ein Prozeß, der sich in gebrochenen Linien abwickelt. Wir wollen ein Beis]jiel anführen: die allergrößte Zahl der.Arbeiter sind in der Landwirtschaft und im Baugewerbe DeSClUVCttyl, wuuu iruil «,us irgend ünem C.runde die Tätigkeit in diesen beiden Zweigen der Produktion eingeschränkt wird, gibt es fast keine anderen Betriebe, die die arbeitslos gewordenen aufnehmen könnten. Das trifft übrigens auch für .die jetzige wirtschaftliche 'Stagnation zu. Jn der Landwirtschaft herrscht schon infolge der eingetretenen Kegeapciriode Arbeatsmangel, aber außerdem machen sich die spärlichen Eingänge des Keren Hajes sod besonders fühlbar. Das ist wohl mitunter auch eine Folge des verkrachten XIV. Zioniistenkongrosses, welchem die sogenannte „vierte Alijah" ihren Stempel aufgedrückt hat. Diese vierte Alijah hat jetzt in Palästina. Schiffbruch erlitten. Nüchtern denjkenido haben ja voran »gesehen, daß im jetzigen Palästina für einen zahlreichen Mittelstand keine Existenzmöglichkeit vorhanden sei. Die Bevölkerung ist noch viel zu klein, der Konsum gering, die .Industrie befindet sich noch im Anfangsstaidium. Die bürgerlichen Elemente, die in der „vierten Alijah" eine Gelegenheit zu einer feindlichen Hetzlca.mpa.gne gegen die Arbeiterschaft sahen, glaubten wohl durch Radau und Gepolter sich über diese wirtschaftliche Tatsache hinwegsetzen zu können. Nun müssen sie die Folgen der Anhäufung von Mittelständlern jetzt spüren. Die Boden- und Häuserspekulanben sind mit ihrer segensreichen Tätigkeit zu Ende, die Kaufleute 'mußten erfahren, daß ihre Investitionen unrentabel waren. Leider werden auch m Palästina wie überall, die Arbeiter Aus Borochows Werken, Die Notwendigkeit des Territorialismus leiten wir von der Tatsache ab, daß die Aktionsgrundlage des jüdischen Proletariats eine ungünstige ist. Oftmals ist dies auf den Widerspruch zwischen der Entwicklung der Produktionskräfte und den Produktionsverhältnissen zurückzuführen. Unter der aus diesem Mißverhältnisse resultierenden Ungunst leiden alle Proletarier, nicht die jüdischen allein. Die Proletarier aller Völker des zaristischen Rußland z. B. leiden unter einer ähnlichen Ungunst der Verhältnisse, die auf den schweren Druck des zaristischen Regimes zurückzufüh'nen si|ud. Zu den Ursachen aber, welche die freie Entfaltung des Klassenkampfes bei den Arbeitern anderer Völker hindern und beschränken, gesellt sich beim jüdischen Proletariat als weitere Ursache die besondere Eigenart, welche eine Folge der Produktionsbedingungen, in denen das jüdische Volk lebt, ist. Diese Eigenart der wirtscliaftlichen Aktionsgrundlage bei den Juden, die sich auch nach dem Sturz des zaristischen Despotismus und nach der Liquidierung der letzten Ueberreste des Feudalismus in Oesterreich nichts verändern wird, und die auch auf den jüdischen Arbeitern in den „freien" Bourgoisi- Staaten lastet, sie bedingt das nationale Problem des kämpfenden jüdischen; Proletariats und sie nötigt es, in sein Programminimum Forderungen zur Verteidigung seiner nationalen Interessen und um die 'Sicherung dieser Verteidigiuigsmöglichkeiten aufzunehmen. Die Eigenart der Aktionsgrundlage des jüdischen Proletariats beschränkt sich nicht bloß auf das kulturelle Problem, worin sich für den „Bund" das Wesen der Judenfrage erschöpft, sondern sie hat viel weiter gesteckte Grenzen. Diese Eigenart besteht auch nicht üj den ungesunden Proletarisierungsverhältnissen und in der Wanderbewegung der Juden allein, wie es die S. S. (Soziaiisten-Zionistcn) behaupten; sie besteht vielmehr in der außerordentlichen Schwierigkeit der Führung in Mitleidetaschaft gezogen. Die Folge der mißlungenen Spekulationen ist die Arbeitslosigkeit. Es mag sein, daß der Aufstand ini Syrien, der bis knapp an die Nordgren'ze Palästinas fortgesclrritten ist, zur Verschärfung der Krise beigetragen hat. * Die Arbeiterschaft sieht der Krise mit Ruhe und Entschlossenheit entgegen;. Die Arbeiterpresse fordert die sofortige Inangriffnahme der Ausführung großer öffentlicher Arbeiten, um den arbeitslos gewordenen und den neu einwandernden neue Arbeitsmöglichkeiten zu erschließen. Das ist die Forderung nach der produktiven Arbeits losen fürsorge. Die zionistischen Banken und die sonstigen Finanzinstitute müßten durch Darlehen beisp-ingen, um ein •weiteres Verschärfen der Krise zu verhüten. Hoffentlich werden die mäßige bendejn Faktoren den Warnungen der Arbeiter Gehör Schenkeln und die Gefahr einer Ausdehnung der Krise bannen. * DaJJ die Arbeiterschaft entschlossen und kampfbereit bei ihrer Arbeit ausharrt, beweisen auch die in den letzten Wochen in Palästina stattgefundenen Wahlen, in die städtischen Arbeiterräte und in die jüdische National Versammlung, dio Assefath Haniwcharim. Die städtischen Arbeiterräte in Palästina sind die Ortsgruppen der Histodruth, die die gewerkschaftliche, genossenschaftliche und kulturelle Zentral Organisation der Arbeiterschaft ist. In rein lokalen Angelegenheiten der Arbeiterschaft sind dio Arbeiterräte eine selbständige Körperschaft. Dio Beteiligung an den Wahlen war eine sehr rege. Dio Beteiligung betrug gegen 75 Prozent. Der Sieg unserer Geinossen i<st ein vollkommener. Bei einem allgemeinem Stimmenzuwachs von 20 bis 25 Prozent haben sich die Stimmen unserer Gelnossen aus der Achduth. Haawodn. nahezu verdoppelt, während die linken Poale Zion, als auch der „Gclud Haawodah", der in der letzten Zeit zum kommunistischen) Lager neigt, an Stimmen eingebüßt haben. . (Die ausführlichen Wahlresultate bringen wir an anderer Stelle). Die Wahlen in die Assefath Haniwcharim hatten im Allgemeinen ein günstiges Ergebnis. Die Schwarzen liabeu leine mäclrtigo Agitation gegen die Beteiligung an. den Wahlen entfaltet. Sie haben sich des Bannfluches und der gewaltsamen Störung bedient und trotzdem hat die Wahlbeteiligung nahezu GÖ Prozent erreicht. Das ist zweifellos als Erfolg zu bezeichnen, und wird zur Stärkung der Autorität sicherlich viel beitragen. Besonders imponierend war die Beteiligung der Arbeiterschaft bei den Wahlen in die Assefath Haniwcharim. Die Agitation der linken Poale-Ziion, die diesmal .kommunistischer als die Kommunisten selbst sein wollten und gemeinsam mit den schwärzesten Reaktionären gegen die Wahlbeteiligung eintraten, blieb völllig wirkungslos. Fast restlos sind alle Arbeiter zur Wahlurne geschritten. Die beiden Arbeiterparteien: Achduth Haa.woda und Hupool- Ilazair ziehen als die stärksten Gruppen in die Nationalversammlung ein. Besonders siegreich haben sich unsere Genossen aus der Achduth Haawoda in dieser Wahlschlateht geschlagen. Zur Illustration wollen, wir anführen: In Tel- Awiv hat sich die Zahl der abgegebenem Stimmen seit den 'ersten Wahlen vor etwa G Jahren mehr als verdreifacht (von 3687 auf 1J..3SS), unsere Genossen haben mit dem allgemeinen Stimmenzuwachs Schritt gehalten und haben auch ihren Besitzstand an Stimmen im selben Verhältnisse vermehrt (von 895 auf 2716), während der halbsozialistisch|3 ITafpoel Hazair seine Stimmen bloß mehr als vordoppelt (von 617 auf 15.719), so daß er etwa 6 Prozent eingebüßt hat. Es soll aber nicht bestritten werden, daß trotz der großen Zersplitterung im bürgerlichen Lager dio Situation der Arbeiterschaft als die verantwortlichste Gruppe eine schwierige sein wird. Aber den Beweis der Schlagkraft, den die Arbeiterschaft und insbesondere unsere Genossen in diesem Wahlkampfe geliefert hat, ist sehr erfreulich und berechtigt zu den schönsten Hoffnungen. * Daß sich bei der jüdischen Arbcitersfchaft in Palästina die Kamrpfentscldossenheit mit einem richtigen politischen Taktgefühl paart, beweist ihre einmütige Ablehnung politischer Demonstrationen im jetzigen Zeitpunkte. Die Fahne der jüdischen Legionäre, die in der englischen Armee gegen die Türken vor und in Palästina gekämpft haben, auch die des Klassenkampfes, der Organisierung und Disziplinierung der auf kleine Produktionsstätten verteilten jüdischen Arbeiter und in der schwachen politischen und ökonomischen Auswirkungen des Klassenkampfes des jüdischen Proletariats. Diese nationalo Eigenart wird nur mit der radikalen Aenderu'ng in den .Produktionsbedingungen des jüdischen Lebens, mit der Beseitigimg der Exterritorialität des jüdischen Arolkes aufgehoben werden. Wenn die Juden in die Urproduktion eindringen werden, wenn sie nicht bloß Konsumgüter, sondern Produktionsmittel erzeugen werden, dann erst wird das jüdische Proletariat unmittelbaren Einfluß auf das Wirtschaftsleben des Landes ausüben können. Wenn dio Juden in dio ausschlaggebenden Mittelpunkte des ökonomischen Lebens. eingedrungen sein werden, wenn die* Organisierung der Arbeit beim jüdischen Volke selbständigen Charakter annehmen und nicht mein'' in einem fatalen Abhängigkeitsverhältnisse vom Arbeitsprozesse der Wirtsvölker stellen wird, dann nur wird der Klassenkampf des jüdischen Proletariats nicht gegen eine machtlose Bourgeoisie, wie es jetzt in der verkommenen jüdischen Wirtsc Im ft der Fall ist, sondern gegen eine mächtige Unternehmerklasse, gegen eine Bourgeoisie, welche die Wirtschaftskreise, im ganzen Lande organisieren, gerichtet sein. Erst dann wird der Klassenkampf des jüdischen Proletariats den ihm zukommenden sozialen wirtschaftlichen und politischen Einfluß erlangen. Wenn dio jüdischen Arbeiter in großen Industrien konzentriert sein werden, dann werden die Bedingungen, welche die Organisierung und Diszipliplinierung des gesamten jüdischen Proletariats hindern, wegfallen. Aus der „ Py 1 ia 11 f o r m". Das ganze moderne Kapital teilt Marx in zwei Gruppen ein: 1. Das konstante Kapital, das sich zusammensetzt aus Produktionsmittelin, Materialien; funjd solchen objektiven

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