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Unsere Tribüne · 1925-04-29 · 6 (29.04.1925) · p. Seite 3

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
2 (1925)
Issue
6 (29.04.1925)
Date
1925-04-29
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Nf. 6 Unsere Tribüne Seite 3 Glaub' nicht.. Von Jisohok Leibisch Perex. Zehn Jahre sind verstrichen, seit Perez von uns schied. Avis diesem Anlasse fluiden in den meisten Städten, wo Juden wohnen, große Gedenkfeiern statt. Um einen Einblick in das soziale Schaffen Perez' zu ermöglichen, veröffentliche wir zum erstenmale eines seiner besten sozialen Gedichte in deutscher Uel>ersetzung. Glaub nicht die Welt sei ein Wirtshaus, geschaffen, 'den Weg sich zu brechen, mit Fäusten, und Nageln zum Schenkfaß. und fressen und saufen, wenn andre blicken von weitem mit brechenden Augen, verschmachtend, und würgen, hinunter den Speichel, und 's zieht sich ihr Magen zusammen in Krämpfen. O. glaub' nicht, die Welt sei ein Wirtshaus! Glaub' nicht., die Welt eine Börse, geschaffen, daß Starke drin schachern mit Müden und Schwachen, erhandeln bei elenden Mädchen die Schande1, bei Frauen die Milch ihrer Brüste, bei Männern das Mark ihrer Knochen, bei Kindern das Lächeln, •den seltenen Gast auf dem wächsernen Antlitz . . . O. glaub' nicht die Welt eine Börse. Glaub' nicht, die Welt sei ein Freigut, geschaffen für Wölfe und Füchse, für Raub und für Schwindel, der Himmel ein Vorhang, daß Gott nichts erspähe, der ISiebel. dir nicht auf die Finger zu sehen, die Eid', einzusargen das Blut deiner Opfer . . . O. glaub' nicht, die Welt sei ein Freigut. Die Welt ist nicht Wirtshaus, nicht Börse, nicht Freigut, gemessen wird alles, gewogen wird alles, .keine Träne verrinnet, kein blutiger Tropfen, kein Funken im Auge erlischt unvergolten. Aus Tränen zu Strömen, ans Strömen zu. Meeren, da* Meer wird zur Sintflut, die Funken zum Donner . . . Glaub nicht, 's ist kein Becht und kein Richter. , ■MMHNHnM»«HMBM^^ in Oesterreich verneint. Entrüstung zur Sciiau tragen, ist es Heuchelei schlimmster Sorte. Was sie selbst, die patentierten jüdischnationalen Patrioten, tun durften, dürfen sie doch einem deutschen Sozialdemokraten nicht vorweisen. Aber -den Herren Zionisten. mit Herrn Stricker an der Spitze, geht es gar nicht um die jüdischnationalen Rechte, sie wollen nur keine Gelegenheiten vorübergehen lassen,,um über die Sozialdemokraten herzufallen. Auch wenn sie hierbei sich selbst ins Gesicht spucken. Es kann also nicht besta*itten werden, daß die Zionisten .seilet sich von der Forderung der Anerkennung der jüdischen Nation in aller Form losgesagt haben. Ad 2 wäre zu erwägen, von welcher politischen Kichtung die Juden, eher erwarten dürfen, daß sie ihre bürgerlichen Hechte nicht verletzen wird. In diesem Staate gibt es zwei Machtfaktoren: die Christlichsozialen, die im Verein mit den Deutachnationaleu und Hakenkreuzlem dio Mehrheit bilden, und die Sozialdemokratie, die die starke Miuderheits-;g.ruppe darstellt.' Wohl hat es sicherlich zahlreiche besitzende Juden ge- .gebeu. denen ein kleiner Pogrom lieber als eine große Vermögensabgabe ist, die deshalb für die christlichsozial-hakenkreuzierische Koalition gestimmt haben. In der von der Außenwelt abgeschlossenen Kultusgemeinde versteigen sich ■die Herren Zionisten zu der Behauptung, daß der Antisemitismus in der roten Bluse viel gefälixlicher sei. als der Antisemitismus der Hakenkreuzler. Aber ein vernünftiger Mensch, wird doch nicht die geringsten Zweifel hegen kön nen, daß im gegebenen Falle nicht die Christlich sozialen, und Hakenkreuzler, sondern die Sozialdemokraten einzig1 und allein unsere. Bürgerrechte schützen würden. Wenn die Heilen um Seipel und Wa.ber uneingeschränkt in Oesterreich herrschen würden, hätten wir längst den numerus clausus in Oesterreich. Die sozialpolitischen Errungenschaften, die die. Sozialdemokratie mit dem größtem Kräfteaufwande verteidigt, die unvergleichliche Fürsorgetätigkeit der Gemeinde Wien,, wie ihre demokratische- Steuerpolitik, gereicht im entsprechenden Maße auch zum Segen für die jüdische Bevölkerung. Allerdings, nicht für das Häuflein jüdischer Kapitalisten und Hausbesitzer. Aber Herr Stricker und Kollegen wollen ja angeblich die Interessen der arbeitenden jüdischen Bevölkerung schützen. Können diese Herren ernstlich zu behaupten wagen. da.ß von einem uneingeschränkten christlichsozial-hakenkreuzlerischen Regime die arbeitende jüdische Bevölkerung dieselben Vorteile erwarten dürfte'; Wären etwa Kunschak und Waber die verläßlicheren Schützer der wahren Demokratie \md mithin auch unserer bürgerlichen Gleichberechtigung? Ich will nicht mißverstanden werden. Gewiß ist es auch bei sozialdemokratischen Machthabern nicht ausgeschlossen, daß sie ungerechte Maßnahmen gegen Juden treffen. Der Sever-Erlaß ist zweifellos eine solche Entgleisung. Es ist unsere unbedingte Pflicht, gegen solche Maßnahmen nicht nur im Interesse der arbeitenden jüdischen BeA'ölkerung, sondern auch im Interesse des internationalen Sozialismus anzukämpfen. Als diese Angelegenheit besonders aktuell war. haben wir im Arbeiterrat unsere Pflicht erfüllt. Wenn wir auch die Abschaffung des Erlasses nicht erreichen konnten, haben wir aber die Milderung seiner Auswirkung auf die arbeitende jüdische Bevölkerung erzielt. Diesen Sever-Erlaß außer Kraft zu setzen, bildet eine unserer wichtigen Aufgaben. Als Mitstreiter für die Demokratie, für den Sozialismus hoffen wir, daß es uns gelingen wird, die Genossen von der Richtigkeit und Berechtigung unserer Forderung zu überzeugen. Die Hetzereien der Zionisten gegen die Sozialdemokratie erschweren u n se r W i r k c n b e t r ä c h 11 i c h. Zusammenfassend'will ich nun noch feststellen: Der Sozialismus (odei', wie es Herrn Stricker beliebt: Marxismus) befindet sich keinesfalls im Gegensatze zu den Forderungen der arbeitenden jüdischen Bevölkerung, sondern geht mit ihnen konform. Um unseren Aufgaben in Palästina gerech tau werden, müssenwir uns vonkeinem einzigen der sozialistischen Grundsätze lossagen, dagegen verrät der bürgerliche Zionismuso ft die Interessen der jüdischen Massen, sowohl in der Diaspora als in Palästina, weil er sich in den D i e n s t d e s K a p i - t a 1 i s m u s s t e 111. M. Singer. Aus 9er Wiener jüflisdien Gemeinde. Aus der Budgetrede unseres Genossen Dr. Rudolf Glanz. Mein Kollege Dr. Bader hat hier schon l>etout, daß es sich vor allem um den Geist des ganzen Budgets handelt, mn das. was sich aus ihm als Leitlinie erkennen läßt. Ich will nunmehr über den Antigeist dieses Budgets sprechen, über alles das. was in ihm nicht zum Ausdruck kommt, unterlassen wirdüber Seine organische Mangelhaftigkeit und seine natürlichen Gebrechen. Denn nicht darauf kann es ankommen, daß mit den Geldern der Kultusgemeinde irgend etwas unternommen wird, die einzige Frage ist vielmehr die? ob mit der Verwendung dieser Gelder die wesentlichsten, wichtigsten Bedürfnisse dieser fast 300.000 Seelen umfassenden jüdischen Großgemeinde befriedigt werden. Und da muß gleich vorweg eine Feststellung gemacht werden. Die jüdische Gemeinde trifft nie und nirgends1 in das Zentrum der Bedürfnisse breiter Massen der jüdischen Bevölkerung, lediglich an der Peripherie, au minder wichtigen Stellen wurde und wird etwas* geleistet. Die Wiener Jndengeineinde wird förmlich von dem historischen Mißgeschick verfolgt, ihre wichtigsten Aufgaben nicht selbst erfüllen zu können, private Initiative in mehr oder weniger festgefügten Organisationen oder Vereinen leisteten Arbeiten, die der Gemeinde zugehörten. Greifen wir die zwei wichtigsten Beispiele heraus. Einzigartig überragend war in den abgelaufenen Jahrzehnten die Bedeutung Wiens für die jüdisclvö Durchwanderung, namentlich nach der Uebersee. Trotzdem entstand hier nicht eine einzige Einrichtung zur Regelung, Unterstützung dieser Durchwanderung von Seiten der Gemeinde. Einem privaten Verein, der „Alliance", blieb dieses ganze Gebiet Überlaasen. Während jede andere noch so kleine Judengemeindedie vom Strom der jüdischen Wanderung berührt wird, das ihre tut, um als Gesamtkörperschaft der ansässigen Juden zu helfen, besitzen wir bis heute in Wien kein In forma tioftsbiireati, ja nicht einmal ein Durchzugsheim für jüdische Wanderer, das der* jüdischen Gemeinde •seine Entstehung verdanken würde. Aber sogar die wichtigsten Angelegenheiten der ansässigen Juden wurden Privatvereinen ausgeliefert. Der rechtliche Schutz der über die ganze alte Monarchie verstreuten Juden war Privileg der ..Oesterreichisch-Israelitischen Union", späteren „Union deutsch-österreichischer Juden". Diese Beispiele, noch durch hunderte andere vermehrt, beweisen, daß die Wiener Juden sich, nach und nach daran gewöhnt haben, ihre wichtigsten Bedürfnisse außerhalb und ohne die Mitwirkung der Kultusgemeinde zu befriedigen. Es entsteht jenes Netz von Organisationen und Organisation-chen* in deren bunter Mannigfaltigkeit so ziemlich alles zu finden ist. was Juden noch irgendwie wichtig vorkommt, von der Aussteuerung" armer Bräute angefangen bis zum Sammeln alter, zerrissener Gebetbücher. {Aber Ihre Gemeindeverwaltung A'erdient zunächst gar nicht diesen Namen. Denn es fehlt ihr die objektive Grundlage jeder Verwaltung, die Statistik. Während jede mittlere jüdische Gemeinde Deutschland mit genauen Ziffern ihre Verwaltungstätigkeit belegen kann und in der Lage ist, anzugeben, wie viele Menschen eine bestimmte Einrichtung der Gemeinde benötigen, wie viele den Kaschruth, wie viele die Mickwah. wie viele ein Bethaus alter oder* neuer Richtung, xim einige Beispiele zu nennen, gar nicht zu reden von einer sehr sorgfältig geführten Fürsorgestatistik, haben Sie in Ihrer Gemeindeverwaltung nicht eine einzige verläßliche Ziffer über die wichtigsten Bedürfnisse der jüdischen Bevölkerung. Lediglich aus der Bevölkerungsbewegung selbst haben Sie durch den Zufall daß der Staat Ihnen,die Führung der Geburts- und Sterberegister übertragen hat. einige nichtssagende, die wirkliche Entwicklung, der jüdischen Bevölkerungszahl aus sich allein nicht verständlich machende Ziffern. Gehen wir nun im einzelnen auf den Voranschlag ein. Zunächst zum Abschnitt Kultus- und rituelle Angelegenheiten. Unsere Stellung zu religiösen Angelegenheiten ist klar durch unser Programm gegeben. Wo das Bedürfnis breiter Massen nach Religionsübung vorhanden ist. werden religiöse Bedürfnisse zu sozialen und müssen zweifellos von einer jüdischen Gemeinde in vollem Maße befriedigt werden. Wir könnten also leichten Herzens die eine Milliarde passieren lassen,, die Sie hiefür aufwenden. Wir haben aber schwere Bedenken über den ganzen Zustand der Knltiisangelegenhcifcen hier in Wien. Denn es ist Tatsache, daß gerade der einfache religiöse Jude, der an der Synagogenreform in ihrer spezifischen Wiener Gestalt gar keinen Anteil genommein hat, die Gemeindesynagogen nicht besucht und von den rituellen Institutionen der Gemeinde, insbesondere dem Kaschruth, gar keinen Gebrauch machen. In einer großen Zahl kleiner und kleinster Bethausvereine befriedigt er sein Bedürfnis und unterliegt hier einer großen persönlichen Belastung. Gerade in den Gemeindesynagogen spielt sich das Leben der religiösen Juden nicht ab. Wenn Sie also mit Mühe und Not ca. 6U00 ständige Synagogen sitze von den 20.000 erhalten, die es in Wien gibt, so ist gerade die Masse der jüdischen Bevölkerung aus dem religiösen Gemeindeleben ausgeschaltet. Sie sinken zu temporären Juden herab, für die einmal im Jahr an dem Tag', an dem sich alle Rollbalken herablassen, in allen möglichen Lokalen eine Betgelegenheit errichtet wird. Mehr noch als auf jedem anderen Gebiet muß von der Fürsorge der Gemeinde behauptet werden, daß sie die wichtigsten Notstände der jüdischen Bevölkerung und ihre Abhilfen nicht trifft. Ich habe schon den völligen Mangel irgendeiner Institution zur Regelung oder auch nur Hilfeleistung an die jüdische Wanderung erwähnt, es fehlt hier aber überhaupt an jedweder zentralen Institution der Fürsorge. Die produktive Fürsorge, die Menschen arbeits- und berufsfähig macht, wird gänzlich vernachlässigt. Die arbeitende jüdische Jugend. I/ehrlingsjugend, wird in keiner einzigen Maßnahme der Kultusgemeinde gestützt. All d>> Gefahren. Schwierigkeiten, unter denen sich der Ueberg.uj;,* des jüdischen Jugendlichen ins Arbeiterleben vollzieht, haben keine Beachtung durch die Gemeinde gefunden. Es gibt ebensowenig eine Hilfe zum Lehrlingsurlaub, wie zum Lehrlingsunterricht. Die jüdische Lehrlingsstatistik ist ülwrh.uipt noch nicht l>egonnen worden, obwohl es im allgemeinen. Lehrlingselcnd noch einige sehr traurige jüdische Spezialitäten gibt. Es gibt weiter« keine Uebernaliimssteilen für Kinder, die oft unter den unwürdigsten Verhältnissen ^wochenlang unversorgt vegetieren müssen, bis irgendein Verein einen Platz freibekommt. Das traurigste Kapitel aber bildet die offene Armenpflege der Gemeinde. Bei dem Mangel jeder produktiver Hilfe hat sich hier eine leere Alrnosengeberei entwickelt, die noch bis vor kurzem Hunderte von Millionen jährlich in Beträgen von 6—10.000 K monatlich vergab und so ohne jeden wirtschaftlichen Effekt die Gelder der Gemeinde verpuffte. Aber auch dort, wo es möglich ist. mehr zu geben, handelt es sich zumeist um Fälle jener Privatkrisen. Menschen, die einst „bessere Tagen gesehen haben", die ziel- und zwecklos ohne jede produktive Hilfe weiter gefristet werden soll, „bis sich etwas für sie machen läßt". Aber auch die Unterstützung der Vereinstätigkeit durch die Gemeinde ist völlig ziel- und planlos. Die Gemeinde besitzt über Notwendigkeit und Umfang der Vereins-tätigkeit gar keine Uebersicht. geschweige denn statistische Unterlagen. Die Subventionen an die Vereine werden ohne Aufstellung allgemeiner Gesichtspunkte erteilt, bindende Richtlinien für die Vereinstätigkeit werden nirgends gefordert, Kontrolle ist so gut wie gar nicht vorhanden, die Zentralisierung der Vereinstätigkeit macht keine l>efriedigenden Fortschritte. Insbesondere sind die BezirkskommissionenJ der Gemeinde mit der Mitwirkung am Armenwesen noch gar aVicht beschäftigt. Zum Abschnitte Schul- und Unterrichtswesen. Es ist ganz das gleiche Bild von der Unkenntnis der Bedürfnisse der jüdischen Masse. Ks gibt überhaupt kein jüdische* Volksbildungswesen, in dem die Disziplinen gepflegt weiden, die im allgemeinen Volksbildungswesen Wiens nicht zum Ausdruck kommen. Jede, auch mittlere Judengemeinde Deutschlands, verfügt über ein sölclies. Es gibt kein jüdisches Lelvrlhigsbildungswesen. obzwar die Fülle eigenartiger pädagogischer und vor allem sozialer Probleme der jüdischen. Lehrlmgsjiigend. die Gemeinde zwingen müßte, der arbeitenden jüdischen Jugend die Bildungshilfe zu geben, die sie im Existenzkampf so sehr benötigt. Keine einzige jüdische Volksschule der Gemeinde, die vorhandenen werden unter privaten Opfern erhalten und besitzen wir eigenartige Zeugnisse über das Unverständnis, dem sie in der Gemeinde begegnen. Wir haben sogar eine künstliche Unterscheidung im Schulwesen geschaffen und erklären, es gibt ein Schulwesen, das nicht die Billigung der Mehrheit der jüdischen Bevölkerung, und eines, daß die Billigung der gesamten jüdischen Bevölkerung findet. Letzteres soll ihr Religionsunterricht sein. Mit solchen Kleinigkeiten drücken Sie sich um die eigentlichen Erziehungs- und Untemchtsfragen d?r Bevölkerung herum. Wie das gesamte Volksbildungswesen, so haben sie auch das einzige universale Bildungsmittel der jüdischen Bevölkerung, das jüdische Theater, gänzlich vernachlässigt. Die Künstlerscharen, die in der edelsten Form jüdisches Volkstum als Gemeingut der Bevölkerung gepflegt haben., sind ohne jede Unterstützung durch die Gemeinde geblieben. Sie haben alber auch althergebrachte, längst eingebürgerte geistige Funktionen unserer Judengemeinde lahmgelegt. In einer* Zeit, wo das jüdische Buch in der ganzen Welt, ieiuschließlich Amerikas, eine beispiellose Krise durchmacht, haben Sie sämtliche wissenschaftlichen Publikationen der Gemeinde eingestellt, die historische Kommission hat seit 10 Jahren nicht mehr gearbeitet und die Hilfe, die eine so große Gemeinde der Forschungstätigkeit bieten muß. ist erstorben. Am eigenartigsten aber ist das Schicksal einer Gemeindeinstitution, die Sie als Ihr größtes Kleinod behandeln müßten, wenn Sie ihre Bedeutung richtig erfassen würden, die Bibliothek. Diese größte judaistische Bibliothek Mitteleuropas, unentbehrlich für jeden Forschet1, ist bisher das ausschließliche Werk des einen Mannes, der in jahrzehntelanger Arbeit die Bibliotheksschätze gesammelt hat, Bernhard Wachsteins. Dieses Institut ist bisher von der Gemeinde' so gut wie gar nicht ausgebaut worden, die Raumfiage ist Arbeiter und Angestellte versichern ausschließlich bei der Feuer- und EinbruchversicherungffirWohnungen - Unfall-und Haftpflichtversicherung - Glasbruchversicherung — Lebensversicherung ohne ärztl. Untersuchung bis zu 4000 Schilling oder in jeder gewünschten Währung Direktion: Wien, I., Tuchlauben 8 Tel. 67-2-72.67401,69-0-63

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