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Unsere Tribüne · 1925-04-29 · 6 (29.04.1925) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Unsere Tribüne
Volume
2 (1925)
Issue
6 (29.04.1925)
Date
1925-04-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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"jpPBgiS^ *gsyx#iv&F Seite 4 Unsere Tribüne Nr. 6 hi.s heute nicht gelöst, so daß wir das Schauspiel erleben, «inc der relativ am stärksten besuchten Bibliotheken Wiens ,in ganz unzulänglichen, ihre weitere Entwicklung hindernden Räumen untergebracht zu sehen. Wenn sie mm schon - mit einem Aufwände von lf) Milliarden ein Gebäude errichten, in dem das zu Grabe getragen wird, was sterblich ist. so iiaberi sie die heilige Pflicht, ein Gebäude tm errichten für da«, was unsterblich ist am Judentum aller Zeiten, für seine geistigen, in den Büchern niedergelegton Schütze. Unsere Gemeinde ka.un nur blühen, wenm jeder Jude in ihr ein Recht hat. Denn mir »o weit reicht die Heimat dos Menschen, als ihm Recht zuteil wird. Darin liegt aber auch die kulturpolitische Bedeutung des allgemeinen Wahlrechts. Geben Sie den Massen der jüdischen Bevölkerung Wiens dieses Hecht, dann kann die jüdische Gemeinde mit der Zeit zum Heim aller Juden werden. Zweite Konferenz des jiddischen Schulwesens in Polen. "Warschau. (J. T* A.) Am 19. April begann in "Warschau die Tagung der zweiten Landeskonferenzdes jiddischen Schulwesens in Polen. Es erschienen Vertreter v:nh mehr als 200 Schulen und Erziehungsinstitnten, in denen 20.000 Kinder unterrichtet werden, sowie zahlreiche Gäste ans dem In- und .Auslände. Im Namen des Unterrichtsministers begrüßte der Kurator des pDlnischen Schulwesens die Konferenz. Senator Prof. "Kalinowski von der Partei Wvzwolenie. hielt eine Kode, in der er die Postulatc der Juden auf dem Gebiete dos Erziehungsweseus verteidigte. Die Tribüne war mit den Bildern des Dichters Pcrez und des Arbeiterführers Medem geschmückt. In das Präsidium wurden gewählt: Michalewicz, Zenibabel und Dr. Silbcrfarb. Der Vorsitzende. Michalewicz, stellte die große Entwicklung des jiddischen Schulwesens in Polen fest und dankte der jüdischen Demokratie in Amerika für ihre Mithilfe. Was klassenbewußte arabische Arbeiter über die jüdische Arbeiterschaft sagen. Ein Brief der arabischen Streikenden an die Histadrath. An. die allgemeine jüdische Arbeiterorganisation Palästinas, Ortsgruppe Haifa! Werte Genossen! Wir unterzeichneten zwei Leiter des Streiks bei der teigischen Gesellschaft Baum und Marpat teilen euch zur Fest Stellung der Wahrheit folgendes mit: Am selben Tag, da der Streik bei der Gesellschaft Nescher ausbrach, hat auch der Streik bei der erwähnten belgischen Gesellschaft begonnen, ebenfalls wegen des Steigens der Lebensmittelpreise. Die Streikenden der belgischen Gesellschaft ha.ben eine Erhöhung von fünf Piastern per Tag verlangt. Die Zalü der Streikenden ist 34., unter ihnen 14 Arbeiter, die die Gesellschaft aus Aegypten hergebracht hat, 11 ägyptische Arbeiter, welche schon in Haifa ansässig waren, 2 palästinensische Araber uftid! 7 jüdische Arbeitei*. E& bestand bisher überhaupt kein Kontakt zwischen den Ai'beitern der „Nescher" und den Arbeitern der belgischen ' Gesellschaft, weil die Streiks ja in zwei ganz verschiedenen 'Unternehmungen -stattfanden. Wir haben gehofft, daß, wenn einer der streikenden Teile früher seine Forderungen durchsetzen und zur Arbeit zurückkehren sollte, er dem andern Teil zur Erreichung seines Zieles behilflich sein werde. Nach 21 Streiktagen haben die Arbeiter der .,Nescher" ihr Ziel erreicht und sind zur Arbeit zurückgekehrt. Wir Arbeiter der belgischen Gesellschaft haben den Streik fortführen müssen, weil der Ingenieur unsere Forderungen nicht angenommen hat. An dem Tage, a.n dem die Arbeiter der „Nescher" die Arbeit wieder aufnahmen, wollten wir mit der Leitung unserer Gesellschaft zu verhandeln beginnen, am »selben Tag aber verhaftete die Polizei 6 unserer ägyptischen .Kameraden, weil ihre Aufenthaltsbewilligung bereits abgelaufen war. Der Vertreter der Histadruth ging zur Polizei und protestierte gegen diese Verhaftirng, weil man die andern 8 Streikbrecher ohne weiteres im Land ließ, und gegen eine Kaution von 300 Pfund befreite er die sechs Kameraden. Einige Tage später fuhr der Ingenieur. Herr Karie, in Begleitung der 8 Streikbrecher weg. Nach seiner Abreise ließ die Polizei die sechs Arbeiter wieder rufen, die sie gegen Kaution freigelassen hatte und verlangte von ihnen, sie sollen das Land verlassen,- unter dem Vorwand, infolge der .Abreise «des Ingenieurs, sei keine Arbeit mehr für sie vorhanden. Der Streik dauert bis heute sch'in 41 Tage. Tin Verlauf dieser Zeit ha!>en uns die Kameraden der ..Nesnhor" und der Histadruth in brüderlicher Weise materiell und moralisch geholfen. Thre Beziehung zu den streikenden Arbeitern war eine sehr schöne, wir danken ihnen herzlich für ihre Hilfsbereitschaft und ihre reinen Absichten, von denen unsere Kameraden auch in Aegypten erzählen werden. Wir bedauern sehr, daß die Polizei uns zur Abreise zwingt noch' vor der Beendigung des Streiks. Die Histadmth that uns außer Reiseauslageu auch noch einen Brief an die Arbeiterorganisation Aegyptens mitgegeben, in dem sie die Entwicklung des Streiks schildert und um Unterstützung für uns bittet, damit wir unser Recht, das die belgische Gesellschaft uns rauben will, erreichen. Diese Worte haben wir auch in ..El Muktam" vom 1. März 192Ö und in „Liße il arab" vom 3/4 Adar 1925 abgedruckt. Zum Schluß sagen wir der Histadruth nnsern Dank und unsere Gefühle der Verehrung für ihr brüderliches Verhalten und -wünschen ihr Gelingen in ihrem Bemühen für die Verbesserung der Lage der Arbeiterschaft. Unterschrieben: Achmed il Nemsi. Hassan Soliman, Was die „Wiener Morgenzeitung" ihren Lesern nicht mitteilt. Wai'scha.u. (J. T, A.) Der Jüdische Parlamentsklub veröffentlichte über die Verfolgung der jüdischen Sprache in Polen, eine Erklärung,, in der es u. a. heißt: Der Jüdische Parlamentsklub beschäftigt sich eingehend mit der Antwort des Innenministers auf die Interpellation der jüdischen Deputierten wegen des Verbots von Reden in Jiddisch in Öffentlichen Versammlungen. Die jüdischen Deputierten sind sich einig darüber, daß alle jüdischen Mandatare und die gesamte jüdische Bevölkerung dieses Attentat auf ihre Sprache mit der größten Energie abwehren müssen. Der Parlainentsklub beschloß einstimmig, alle Mittel anzuwenden, um diesen unerhörten Angriff auf die Verfassung, welche die elementaren nationalen Rechte garantiert, abzuwehren. .Der Parlamentsklub wird den Innenminister auffordern, ,im Sejm die Stellung der Regierung zu dieser Frage klar zu präzisieren. J. L. Perez's zehnter Todestag. x\m 13. April wurde in Warschau der zehnte Todestag J. L. Perez' feierlich begangen. Viele tausende Personen pilgerten zum Grabe des' Dichters auf dem Warschauer jüdischen Friedhofe. Vor dem „Obel Perez", welches die Gräber der drei Dichter Perez, Ansky und Dinesohn umschließt, fand eine eindrucke volle Feier statt, bei welcher der Dichter Schalem Asch die Gedenkrede 'hielt. Im Saale des Kaminsky-Theaters fand die von den jüdischen Schriftstellern und Journalisten arrangierte Perez-Geclächtnisfeier statt. Ob. D. Nürnberg hielt die Gedenkrede, woraufhin Schalem Asch interessante Episoden aus dem Leben von Perez erzählte- Zum Schluß fanden. Vorführungen aus' dramatischen Werken von Perez statt,, die vom Regisseur David Hermann inszeniert wurden. Wieviel Abonnenten haben Sie für »Unsere Tribüne« sdioa geworben? Perez-Gedenkabend. Sonntag, den 29. Mä.r*z veranstaltete unsere Organisation im Saale der Kunstspicle ,,Pan" anläßlich des 10. Todestages unseres großen Dichters J. L. Perez, einen Gedenkabend. Der Abend wurde durch ein Klavierquintott von Lewin eingeleitet, gespielt von 5 ausgezeichneten Künstlerinnen und Künstlern. Die Festrede hielt Gen. Singer, in der er die Bedeutung des großen jüdischen Dichters gewürdigt hat. Hervorzuheben sind die großartige Vortragskunst des Herrn Leo Halpem in der inszenierten Novelle „Der meschugeny Batlyn" die ausgezeichnete Vorlesungdes Herrn Melrnan und der, von den Damen Deutsch. Weintraub-Graf irrid^Veißberg und den Herren Melmann undMestl aufgeführte Einakter „Schwester". Außerdem sang Frau Dr. Meczes-Steiner, mit ihrer prächtigen Stimme Lieder von Perez und Warschawsky. Die sehr zahlreich erschienene». Gäste nahmen die Darbietungen mit lebhaftem Beifall auf. Uebersenöen Sie uns gleidi den fälligen Betrag. Sie ersparen uns damit uiel Geld und Zeit und tragen zur Ausgestaltung unseres Organes bei. .<iillllii....i)llllih.wiillllii,.^iilitii,"^ „Der Neue Weg." Monatsschrift der jüdischen sozialdemokratischen Arbeiterorganisation Poale Zion in Deutschland. Jecte Nummer 2—3 Druckbogen stark. Abonnement für sechs Monate, einschließlich Porto M 2*50 p einzelne Nummer Pf. 40. Redaktion und Administration: „Der Neue Weg", Berlin N 24. Auguststraße 17. Erhältlich auch in der Administration „Unsere Tribüne". SiiilS Frau Julie Bösel gestorben. Die Mutter des Präsidenten Siegmund Bösel, Frau Julie Bösel, ist nach einer Gallensteinoperation gestorben. Aus Schaffa in Mähren gebürtig, hat Frau Bösel sich ob ihrer WohJ'tätigkeit, die sie ia reichem Ma^ße übte, nllgemoiricr Wertschätzu.iigerfreut. (Entgeltlich.) NAHMASCHINEN FAHRRADER 1925 Kostenloser Unterricht im Sticken und Stopfen! — Lager von Knopfpressen und Zugehör! — Reparatur-Annahme! IX., Liechtensteinstraße 27, VI., Gumpendorferstraße 67, IV., Wiedner Hauptstraße 8 — Telephon Nr. 16-5-65 Frau Satte Bösel die beste und liebevollste Gattin und Mutter, ist uns Dienstag, den 7. April 1925 nach langem, schwerem Leiden allzufrüh entrissen worden. In grenzenlosem Schmerze geben wir hiemit diese traurige Nachricht allen unseren Freunden bekannt und bitten, der edlen Frau ein treues Andenken bewahren zu wollen. Die teure Verblichene ist Sonntag, den 12. April 1925, 11 Uhr vormittags, von der Zeremonienhalle des Zentralfriedhofes aus (l.Tor) zur ewigen Ruhe bestattet worden. Leopold Bösel im eigenen und im Namen seiner Kinder und der übrigen Verwandten Es wird gebeten, von Kondolenzbesuchen abzusehen SPORTHAUS LAZAR, IX.. Kolingasse 13 und Im Dianabad ' i'" '.'-'U >, ■ sfa-^'VT^iP's1 W-l,-w!fr^'lff^>W^*W!^JPW^Hy'^»'.h-.'.-h ,i»,iiw^wf^yy>j«n-'B"-—- 11 1 1 11 ■■ " —1 1- ---- ' . , ■ *Eij&müerrVtäete*v, *IftätäfalterJ'vtäd 'veraatwörtllcher Redakteur: Dr. Rudolf Glanz, XVIII., Weimarerstraße 19/10. — Druck: „Adria" Wien. IL. Taborstraße 52 B. ifr*jP»ff»W*WP

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