Mannheim
Compact Memory

Unsere Tribüne · 1924-09-11 · 8 (11.09.1924) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Unsere Tribüne
Volume
1 (1924)
Issue
8 (11.09.1924)
Date
1924-09-11
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2822530-2822531-2822539--040-2822668
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 8 Unsere Tribüne Seite 3 )\e koirununistischjen PoaJe^Zion haben in. allen Lan- «5parteien Sammelaktionen durchgeführt, in ihrer »resse waren Spenden**! isweise veröffentlicht, aber ein Komitee wurde niölU ein Pfennig zugeführt. Der lerbaud der „Hitaehdut" hat trotz den Beschlüssen es Komitees, daß die Tätigkeit für den P. A. F. von (esonderer Wichtigkeit ist, nichts für diesen Fond internommen. Das sind wohJ Schattenseiten, sie dürfen aber, ratz ihrer Wichtigkeit, die positiven Seiten des Konitees nicht verdunkeln. _ Das Komitee als solches hat nur in Polen und teiitsöhland größere Aktionen unternommen. In beiden Nändern dank unseren Chawerim. Aber in beiden Ländern gönnten wir wahrnehmen, welch ungeheure Arbejtsmögliohkeiten sich uns bei gemeinsamer Anstrengung aller beteiligten Gruppen eröffnen. Das Komitee hat durch seine moralische Kraft die Möglichkeit, Kreise, die bis jetzt dem arbeitenden Palästina fremd waren, zu gewinnen und seine Peripherie zu erweitern. Das Komitee wird nach, und nach zur Repräsentanz der Selbständigkeit der jüdiscfbeu Arbeiterschaft, und es zwingt jene Teile der jüdischen Arbeiter, die für Palästina kämpfen, zu einer eiu- «beitlichen Stellungnahme in manchen kardinalen Fragen. Das sind Momente, die auch bei unserem Skeptizismus den beteiligten Parteien gegenüber nkühf iinter- %chfitzt werden dürfen. Und norJh eine Erfahrung haben wir in diesem Jahre gemacht: Das Komitee hat nur dann einen Silin, wenn auch die Tätigkeit in den Ländern koordiniert, wird. Die Existenz eines koordinierten Zentralkomitees bei einer gesonderten Führung der Tätigkeil, in den Ländern, ohne gegenseitige Kontrolle, ist sehr problematisch. Wenn die Aktionen des Komitees jene Erfolge zeitigen sollen, die wir wünschen, muß die Tätigkeil, in den Ländern im selben Maße wie im, Zentralkomitee koordiniert sein. Es hat sich auch gezeigt, wie falsch die Abstinenzpolitik mancher Chawerim wäre und zum Teile noch ist. Ueberall, wo wir mitgearbeitet, haben, gelang es uns, den entscheidenden Einfluß auf die Leitung des Komitees zu gewinnen, die Arbeit, in einer Pachtung, die wir für richtig halten, zu leiten. Osteuropa, hat nicht mehr die niedrige Valuta, wo Geldsammlungen wenig praktischen Wert hätten. ■Das bürdet, uns neue 'Verpflichtungen auf. Es soll zu unserer Aufgabe werden, die Tätigkeit, für Palästina in koordinierten Komitees, im großen Maßslabe, durchdrungen von einer klaren sozialistischen Ideologie, zu entfalten. Sollten gewisse Teile an dem großen Maßstabe, an der Selbständigkeil; oder an der .sozialistischen Ideologie Anstoß finden, werden wir über sie zur Tagesordnung übergehen und ohne sie die Arbeit weiterführen müssen. Aus den ersten Jahren des proletarischen Zionismus. (Aus dem Jiddischen überkragen von R. G.) Die SefliÄlst*iufü*oaf*iieii/. (F«p;tsel!z;uii$.) Daraus entsteht nuu folgender Drganmtionsplau: Fs wird eine SelbsttschWtzkonferenz einblenden und gleich darauffolgend eine Parteikonferenz, und zwar in fohlender Weise: Die Delegierten der ,,poalezionisüschen" Organisationen, dde zur ersten Konferenz kommen werden, sollen sich auch an der zweiten beledigten und umgekehrt. Noch mehr, damit auf der Selbslschulzkonferenz, welche ihrem Wesen mach einen gemischten Charakter tragen soll,, die „Poale Zion" eine einhleilliche 1'ro.nL bilden und rechtzeitig eine gjenifeinsaane Linie für ihr A'orge'hen gefunden »halben sollen, muß tlier Selbslschulzkonferenz - eine Vorkonferenz inner ,,poalezionislischen" Teilnehmer vorausgehen. Ami 22. November fragt die Pariser Gruppe an, gezeichnet Moissie (Basin), Kiew (Beilage, zu Nr. 13795 des D. p. vom 26. November 1904), oh man einen Separalabdruck von dem Aufsailz über „Selbstschutz ' (der danuals^in Nr. H bis 4 „Wiedergeburt1, erschien) bestellen soll für den Fall, diaß die Nummer nicht bis 20. November erscheinen sollte. ,,Ein Manifest werben wir nicht liemusbringen (die Kiewer „Wiedjea'gebuii1-Gruppe halte verlangt, es möge ihr ein solches wegen der bevorstehenden Selbslsdj'utzkonferenz zugeschickt werden), aus dem Grunde, weil ,wh*, in. unserem Auf salz alles schreiben, was in einem . Manifest enrtjbaltßn sein muß, ihr werdet sehen allein deu Aufsialz in einen Aufruf umarbeiten können. Eine Proklamation an die Bauerai werden wir euch nächster Tage zuschicken." Am 27, November geht ein Brief von mir nach Paris (Beitage zu Nummer 14571 vom 14. Dezember 1909). „Bis jetzt ist noch nicht endgjltig beschlossen worden, wann die Konferenz Ätaittfindten wird; am meisten hat Aussicht de** 5. Dezember. Ganz ne-bjenbei kann ich euch Die zweite Welthilfskonferenz. Wir können wohl auf viele jüdische philantropisrhe Vereine und Institutionen hinweisen, aber unsere sozial« Hilfstiitigkeit steht auf einem sehr niedrigen Niveau. Das gilt auch mm großen Teile von der „Jüdischen Weit-Hilfe-Zentrale". Wohl hat die J. W. H. Z., besonders in den Hungergebieten Rußlands und der Ukraine, wichtige momentane Hilfe geleistet, aber ohne Plan, ohne bleibende Werte zu schaffen. Zu ihrem Lobe muß man zugestehen, daß die zweite Welthilfskonferenz, die vom 20.—27. August in Karlsbad getagt, es eingesehen und einen Versuch unl.ernoffl.men hat. die Hilfstätigkeit auf die Bahn wahjrhai't sozialer und produktiver Hilfe zu leiten. In dieser Frage konnten sowohl die (resellschaft „Ort", als auch der „Hechalutz" auf ihre Erfolge bei der Umschichtung von -luden hinweisen. Zwar gelang es noch nicht, die Vereinigung der verschiedenen! Hilfsgesellschal'ten in einen Verband durchzuführen, aber schon der Beschluß, einen zentralen jüdischen Weltverband für soziale Hilfe zu gründen, eröffnet Möglichkeiten produktiver Tätigkeit. Iis muß für den demokratischen Charakter des Verbandes rechtzeitig vorgesorgt werden. Von unseren Genossen haben sich an der Konferenz beteiligt: B. Locker, Alfred Berger, M. ßogclanovvski, Ben-Gurjon, Seh. Budel und Leo Steinig. Die Verleumdungen des Misrachi. Die Herren des Wiener „Misrachi" sind in ihrem Organe über das Palästina-Amt und die Arbeiterabteilung hergefallen. Es lohnt sich wirklich nicht, aal dieses lügenhafte, unverantwörtliche Geschimpfe einzugehen. Die Pal äs tinawan derer sind zur genüge aufgeklärt worden und jeder Unbefangen« wird sich leicht seine Meinung über die hubenhafteu Angriffe dieser Herren bilden können. Wir wollen, bloß hier einen g u I b e g r ii n d e t e n Verdacht aussprechen : Wir vermuten, daß hinler der Frage: Wozu noch heule ©in Palästina-Amt in Wien? sich persönliche Gewinnabsichten gewisser Führer des Misrachi verstecken. Die Herren beneiden wohl die Aguda, oder die Agudisleu, die an ihrer Tätigkeil für die Emigranten ein Geschäftchen machen. Ist das die religiöse Moral unserer ToratrenenV Wir wollen nur noch hnser Bedauern darüber aussprechen, daß das Wiener Palästina-Amt, trotz Drängens unseres Vertreters, bis heute nicht mit einem Worte diese Verleumdungen und Verdächtigungen beantwortet, hat. Daß die famose „Wiener Morgenzeitung" diese Angelegenheit totschweigt., wundert uns nicht einmal, die Herren sind ja nur auf ertragsreiche Stellungnahmen erpicht. Hier schaut aber gar nichts heraus .... Nachricht «eben, daß Achad-Haam auf ihr anwesend sein wird. (Die Ergänzung des Piolizeidtepartemieints zu diesem Worte ist. eine re<M hetlfene: ,,Kia hjöhnäischfis Wort, übersetzt, bedeutetes „Einer ansr dem Volke '. Dies muli verstanden werden als „nationaler Venire Ler" oder „Delegierter". .1. B.). Es wundert midi sehr, df&ß ihr von dem, worum ich euch gebeten lmbfe, absolut, nichts geschickt habt Euer Plan, den Aufsatz über Selbstschutz in ein Manifest umzuarbeiten, gefällt mir ganz und gar nicht, aber jetzt läßt sich sclmn nichts mehr machen. Sollte die Sache noch 'emimal verscholbien .'werden, so hallen wir euch, uns alles zu schreiben, worum wir gebieten haben, d. h. das Manifest (Ihr könnt den Aufsatz, wenn ihr wollt, verändern, aber macht dies so, daß wir ihn fix und fertig als Manifest vorlegen können.) Ein Referat über nationale Politik von unserem Standpunkt vergeßl nicht Da Reden von Achad-Ilaam (auch jetzt nimmt das Polizeidepartement noch nicht Anstoß daran, dalJ Achad-Haain nicht einfach Delegat" heißen kann), Dubeow, (). K. P. Z usw. L'nd wir (die „Wiedergeburl"- Grupp« .1. B.) müssen auch dort unsere Programmredje hallen, welche ihr uns zuschicken müßt. Wir, die Praktiker, wollten und konnten nicht auf ums allein die Verantwortung für ein solches Heraustreten nehmen. J. B.) Ebenso auch die Resolutionen. Am 20, Dezember, unter Nr. 14837, sendet das Poiizeideparlement eine Meldung nach Kiew mit einem aufgefangenen Brief, datiert Kiew, 7. Dezember, an Lewin. Gestützt darauf meldet das Polizeidepartemenl der Kiewer Ochnanke, daß die „euch bekannte Konferenz der Poale Zion in Odessa auf den 23. Dezember angesetzt worden ist". In dem Brief selbst (nebenbei, der Brief ist, wie alle Briefe an diesen Lewin, in Russisch abgefaßt und noch dazu nicht chiffriert) heißt es. „Mjit eurem Vorschlag der Zeiteinteilung bin ich vollständig einverstanden, nur halle ich es für nötig, eine kleine Korrektur vorzunehmen: Die erste Sitzung unserer Vorkonferenz muß am 23. früh? stattfinden, weil wir alle Mittwoch unter Tags ankommen werden und weil wir Freitag abends bereits frei sam müssen. Ich bitte euch, damit einver- Die Palästinawanderer gegen den Wiener „Misrachi". Donnerstag,, den 3. September fand iin Ghatuzünheim eine v >n der Arleilier-Aibteilung des PciJäästin amtes einberufene Versammlung der Palästina wanderte stall. Der Vorsitzende der Ari>eilerabteilung, Ch. Weinreb, und thawer Singer haben die Sinnlosigkeit, Unwahrheit und Unverantwortlichkeil der Beschuldigungen und der Verleumdungen des Wiener Misrachi nachgewiesen. Die Versammelten haben die würdelosen, bubenhaften Angriffe dieser Frömmler mit Entrüstung zurückige wiesen und der Arbeiterabteilung volles Vertrauen ausgesprochen, in einer ftesolulion ist auch das Palästinaamt aufgefordert worden, gegen die misrachistischen Führer, die auf eine unverantwortliche Weise einen Schmuggel nach Palästina einleiten, die energischesten Maßnahmen zu ergreifen. Erklärung. In den Nummern 33 und 34 Ihrer Wochenschrift fallen die Misrachisten über mich persönlich her. Es liegt mir nicht im geringsten daran, daß die Herren van mir eine gute Meinung haben sollen. Im (iegerifeil. Wenn die Herreil mit mir unzufrieden sind, bin ich' erst recht von der Richtigkeit meiner Handlungsweise überzeugt. Aber da. dort völlig unwahre Angaben über meine Reden und Taten vorkommen, will ich nur kurz folgendes erwidern: Die Mitteilungen über mich können nur von Herrn Malkiel (Iriinwnld und Herrn Retter (daß der . MisrachislenVertreter Herr Dr. Knopfmaoher an dieser Metze nicht beteiligt ist, steht außer Zweifel), stammen. In dieser Annahm« erkläre ich, daß diese beiden Herron bewußt gelogen haben. Mendel Singer. Aus dem arbeitenden Palästina. Bei den Eisenbahnern in Jaffa-Lud. Letztens hat die allgemeine Versammlung der Halinarbciler in_.laffa-Lud stattgefunden. Es nahm eine ,vjro'ße Zahl Chawerim, die in .Jaffa, Tel-Awiw, Lud, Sarpand und in den benachbarten Ortschaften arbeiten, teil. Nach de,m Tätigkeitsberichte des letzten Halbjahres ist eine neue Leitung aus I) Mitgliedern (5 Juden ulld Ii Araber] gewählt worden. Ferner ist ein gemeinsamer Vertreter zum internationalen Kongreß der Transportarbeiter gewählt worden. Da die Bahndireklion den Erglgewälülen nicht, beurlauben wollte, ist er durch1 Chawer Goldiii ersetzt worden, der sich auch am Kongreß beleidigt hat. Die Bahndireklion hat in der letzten Zeit einer gewissen Zahl von ArueÜem gekündigjt. Unter den Gekündigten befand sich ein arabischer Chawer, der Vater einer großen Familie ist. Die Bahnarbeilcrgiruppe hat für diesen Chawer beim Arbeilerral in Jaffa interveniert und es gelang, demselben einen Pio'slten in Tel-Awiw zu verschaffen. Das hat auf die arabischen Arbeiter einen sehr günstigen Eindruck gemacht. * Ein gemeinsames Komile trifft Vorbereitungen für die Eröffnung des jüdisch-arabischen Klubs der F.iseaba inner. standen zu sein und die^nötigen Vorbereitungen .^u, trciTen." Außerdem kamen in dem Brief einige Bemerkungen über Dubnows und Kalnuinovvidsch ^der bekannte Saralower Advokat) Erscheinen auf der tvonferenz vor und über Geldangelegenheiten. ,,Es muß gleich die ganze Summe -abgeschickt werden, d. h. 180 Hübet. Zur Not die erste Hälfte sofort und die zweite Hälfte nicht später als iu drei bis vier Tagen darauf, weil ich noch von hier aus Geld nach Charkow werde schicken müssen und möglicherweise auch nach Hornel usw." Der Brief bezieht sich jedenfalls auf die Selbsilschutzkonferenz (wenn auch die Vorkonferenzen der Farteien zu dieser Frage darin erwähnt werden). Das Folizeidepartemenl weiß aber offenbar von der Selbstschulzkonferenz gar nichts, ,und obwohl aus der Korrespondenz, die sich in seineu Händen befand, klar hervorging, daß wegen der Anteilnahme an der Konferenz Verhandlungen mit Achad-Haam, Duhiuw, Bisik, Rosoff, idelsoihn u. a. geführt werden, meldet es trotzdem, daß gerade jetzt die langen* war tele „Foalc-Zion"- KonHerenz «stattfinden müßte. Indem es noch vor dem 8. Dezember 1904 ein ganzes Piakel Briefe übersendet, schreibt das Polizeipräsidium der Kiewer üchranke: „Die Tätigkeit der Organisationen der jüdischen Gesellschaft Poale Zion, die ungefähr vor einem Jahr durch dieselben extremsten Zionislen gegründet wurde, verdient, dalS die- Unlersuchungsorgane sich ihr in der aufmerksamsten Weise zuwenden, weil diese Gesellschaft, welche sich die Träumereien über die Schaffung eines selbständigen jüdischen Staates erhalten hat, gleichzeitig das sozialistische Programm anerkenn! und auch die Notwendigkeit' des' aktiven politischen Kampfes,' welcher darauf gerichtet'sein soll, die Grundlagen unserer Beiehsordnung zu beseitigen. Dadurch, daß *diese neue B.ewegung ihren programmatischen Zusammenhang mit dem Zionismus zu bewahren verstanden hat, hat sie alle Aussichten auf eine weile Verbreitung unter einem bedeutenden Teile der jüdischen Bevölkerung und, wie der Verfasser des Briefes sagt, dessen Kopie an die „Mnasehenje" im Departement vom 7. Juli d. J. unter Nr. 916ß abgegangen ist, ist die Bewegung gesund, sympathisch..., sie arbeitet jetzt*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.