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Unsere Tribüne · 1924-05-22 · 3 (22.05.1914) · p. Seite 2

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Journal
Unsere Tribüne
Volume
1 (1924)
Issue
3 (22.05.1914)
Date
1924-05-22
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Antmt tfosere Tribtafc TM'-, Nf. ä imViwi uti iitfiätt'. Der Siegeslauf unsere» Gedankens. Der Siegeslauf des Gedankens des Poalo-Zionismus nimmt seinen Fortgang. Die Bestrebungen der Errichtung einer HemMätte für die judische Arbeit in Palästina erlassen die hreiten Schichten der jüdischen Arbeiter aller Länder und werden auch von den bedeutendsten Führern des internationalen Sozialismus ■tatkräftig gefördert. Fast in allen Ländern Osteurojxis, wie auch in Deutschland, Frankreich und Fngland sind groß angelegte Aktionen für die Zwecke des Aufham1? d«»s arbeitenden Palästina organisier! worden. Iloberall isl die jüdische Arbeiterschaft den Losungen dieser Aktionen mit innigem Interesse gefolgt und hal nach Kräften 'für diesen wichtigen Zweck beigetragen, Selbst die großen jüdischen Gewerkschaften, in Amerika, die sich jahrelang den Bestrebungen der jüdischen Arbeiter in Palästina zum Teile feindlich, zum Teile' gjeichgiltig verhielten, liaben in der» letzten. Monaten eine große Aktion für das arbeitende Palästina eingeleitet. Dieser erste vielversprechende Versuch bezweckt die Propagierung des Gedankens des arbeitenden Palästina unter den großem Massen der gewerkschaftlich organisierten, jüdischen Arbeiterschaft und die Sammlung von 150.000 Dollar für Kooperativen und Siedlungen der jüdischen Arbeiter in Palästina. Die Berichte über diese Aktion der jüdischen Arbeiterschaft Amerikas sind sehr zuversichtlich. Milder Eroberung der jüdischen Arbeiterschaft Amerikas für den Gedanken der Schaffung einer Heimstätte für die jüdische Arbeit in Palästina erscheint der Widerstand gegen unsere Bestrebungen in allen Ländern mit jüdischer Bevölkerimg überwunden zu sein. Aber nicht bloß bedeutende Führer der jüdischen Arbeiterschaft traten mit Begeisterung für diese Aktion jedn, (aubh feine stattliche Anzahl von Führern' der mten^ationalen Arbeiterschaft, haben die Bestrebungen der jüdischen Arbeiter unterstützj,. Eduard. Bernslein, Oskar. Kohri und Löhe in Deutschland, Leon Blum in Frankreich, Macdonald, Wegdwood, Snowden und Tom Shaw in England nahmen an der Propaganda für diese Aktionen regen Anteil ■ Wir waren uns dessen stets bewußt, dal.) unsere Bestrebungen im Einklänge mit den Zielen des inl.ernationalen Sozialismus sich befinden, böswillige Verleumder haben uns Jahre hindurch den Zutritt zur internationalen Arbeiterschaft verrammelt, nun haben wir es erreicht., daß die Besten der inte.niatioualon Arbeiterführer uns. in unserem Kampfe 'brüderliche Mithilfe .leisten.' ... Und noch eines' soll mit besondere]' Befriedi« gung erwähnt werden; Der erste Schritt zur Annäherung der jüdischen und' arabischen Arbeiter in Palästina ist gemacht worden. Man. ist im Begriffe, in, ftälästitia Ifeute \internati^tl$- Ärl^iterir^inigimg ins . 1/ebcsn zu nifen.. - , / Ks war* seit jeher e«le% der falschesten. Momente, daß die . jüdischen Arbeiter, die nach. Palästina höhen- AriH'itsformen bringest, die dort das flecht des arbeitenden Mensfcheu auf;den Ertrag seiner Arbeit herzustellen versuchen, auf den Widerstand der arabischen Arlieiter stoßen. Wercrt die arabischen Grundbesitzer gegen die nationale Gefahr, die ihnen durch die Be-siedclnng brachliegenden Bodens durch jüdische Arbeiter angeblich droht. Protest erhoben, waren wir uns stets darüber klar, daß sie die Bedrohung ihres Eigentums als Bedrohung des arabischen Volkes darzustellen versuchen. Das ist ja auch die Methode der Besitzenden aller Bänder und aller Völker. .Aber, dal.» dir arabischen Arbeiter, die AusgeboulAde-sten unter den Ausgebeuteten, die Parias; sich verleiten ließen, für die Interessen ihrer Ausbeuter, in den Kampf gegen die jüdischen Arbeiter zu ziehen, war das traurigste Mißverständnis. Was man durch Aufklärung und Vorhandlungen nur schwerlich erreichen, konnte, das hal. die lebendige Tat der Vei'wirkliehung nun näher gebracht, in jenen Arbeitszwei gen; wo jüdische und arabische Arl>eiter gemeinsam arl>eiten, ist beiden 'Peilen Kreits klar, daß der Erfolg ihres Kampfes für die Rechte der Arbeiter liauptsächlich von der gemeinsamen Führung des Kampfes abhängt. Die internationale Eisenbahn ergewerk sc haft, die jetzt in Palästina entsteht, wird, zweifellos der Vorläufer der Vereinigung aller jüdischen und arabischen Arbeiter in einer .gemeinsamen Kampfcsorganisation gegen die Ausbeuter aller Nationen im Lande. ' ' Die Eroberung der jüdischen Arbeiter aller liüider für die Bestrebungen des Aufbaues einer Heimstätte für die jüdische Arbeit in Palästina, die Solidarität, der internationalen Arbeiterführer und die Verständigung der jüdischen und arabischen Arbeiter in Palästina, «las sind deutliche Merkmale des Sieges unserer Bestrebungen, des Poa.loZk>nismus. M. S. Warnung vor falschen Geld» Sammlern. Von der Organisation';,HeohaJuz". Österreichischer Landesverband, erhalten wir folgende Zuschrift: Es sind, in der letzten. Zeit Personen, hauptsächlich aus Litauen und Polen aufgetaucht, die Sammhingen für die Organisation. „Hcchaluz" unternehmen. Wir warnen vor einer derartigen unbefugten Sammeltätig-' keil, und teilen offiziell rrüt, daß nur jene Menschen berechtigt, sind, Geldbeträge emzüheben,'' die Sammelbogeniormukire der Hephaiuz-Organisation besitzen, welche die Organisationsstainpigtie sowie die Unterschrift des Vorsitzenden. Oha wer Otto .Stein enthalten. B. Locfför* '■'••• Die jüdische Arbeit in Polen. ■:, L '; _ '... .' Vi modern großen Werk über jüdisches. Handwerk und Industrie in Polen (dieser Titel wäre ziitrcffeöy der als der offizielle „Jüdische 'industriell«? Unter* : nehmungen". das vom .feint auf firund einer lvn(juete /» vom .Jahre. 1921 herausgegeben wird, sind nun schon 4 Bände erschienen. Sie umfassen di« Stadt« Warschau, Lodz, Bialysf.ok. mit den Wojwodschaften. Von den 70.000 Unternehmungen, über deren Lage die Enquete .Auskunft schafft, sind in diesen 4 Händen die Ziffern von. 35.000 veröffentlicht. Das ist nahezu die Hälfte aller erfaßten Unternehmungen. Ungeachtet dessen, daß das Material noch nicht vollständig ist, und daß verschiedene Mängel und Unklarheiten dem ganzen Arbeitsplan anhaften, auf die wir noch an anderer Steile zurückkommen werden, können wir doch schon auf Grund der Materialien, die uns vorliegen, zu sehr interesasnten und charakteristischen Schlüssen über das jüdische ökonomische Loben^ in Polen kommen, ohne befürchten zu müssen, daß die weiteren Ergebnisse uns in einem wesentlichen Punkt zu einer Re: vision unserer Ausführungen zwingen können. Es ist zu beachten, daß das vorliegende Material sich auf Warschau und die zwei Zentren der* Textilindustrie} (Bialystok \und Lodz), der wichtigsten, mit modernen Mitteln arbeitenden. Industrie sich bezieht, in welche die jüdische Arbeit in einem mehr oder .weniger ansehnlichen Maße eingedrungen ist. In welchen Produktionszweigen ist hauptsächlich, die jüdische arbeitende Masse beschäftigt? Um die Antwort auf diese wichtige Frage klarer zu gestalten, ^wollen wir die verschiedenen Produktionszweige in einzelne Gruppen zusammenfassen, wie es schon Boroohow in seinem Werk „Die "ökonomische Entwicklung des jüdischen Volkes" getan hat. Auf Grund der interessanten Theorie von Otto F.pern gruppiert Bomohow die verschiedenen Produktionszweige nach ihrer-'Nähe oder Entfernung von der Natur, d. h. nach dem Maße, in welchem Natur (der Boden) und die 'menschliche' Arbeit in ihnen beteiligt sind. „Die ersten Stadien der Produktion" sind jene, '• die am nächsten, der Natur sind. Das sind Ackerbau, Gärtnerei und Viehzucht. Hier ist das Element „Boden" sehr graß und das Element „Arbeit" r verhältnismäßig sehr klein im Vergleiche mit dem Boden. Schon, etwas . mehr abseits von der Natur steht die „industrielle Ur- . Produktion", das sind Bergbau, Steinindustrie, Forst- . Wirtschaft mit Uhren. Zweigen. Hier ist das Element - Arbeil, schon -viel größer,' wie in der vorhergehenden " Kategorie. Noch' weiter von der Natur stehen die „sekundären Mittelstadien" der Produktion, Metallindustrie, Weberei, Bauindustrie. Schon sein nahe zum . Konsumenten und sehr weit von der Natur werden ■ die tertiären Mittelstadien zu stehen kommen, wohin Aus den ersten Jahren des pröletarischeii---Zionismus.. »• (Aus dem Jiddischen' üliertragen von' R. : G.) "!'•-<- (Fortsetzung^) * ' * . ', ■ie.. * < - *■ ■*- ' - - .-. Um diese Zeit beginnen sich •••■bereits Verbindungen unter 'allen diesenOrgahisationeir herzustellen,**.die gegenseitige Em>Vjrkimg fängt an. Sind es' .ja doch Glieder einer größeren Familie und als solche he-, gegnen sie. sich-.zum ersten Mal bei der Minsker zian istischen Kohferenz im -Merbst 1902; -'später w i oder im- Frühling * 1903 zu -einer speziellen IJenIuiig in "Wuha, und -Vlaim im Oktober* 1903 m Kiew; auf Vier. Koiifercinz' '„ITehaissance". (Wosroschth;n,ja.) Die i\leinungsvTU'schiedenheiten , werden auf .der Konferenz nicht ausgetragen; im Gegenteil, soweit die . einzelnen Ritehtimgen ihr Programm -formulieren, wächst der Abstand zwischen ihnen*; doch wird das 'gemeinsame Bahcl nicht zerrissen, die. organisationeile Vereinigung aller Gruppen und ..Organisationen bleibt bis Frühling 1905 bestehen. ..Aber das „ist schon eine späten!. Eppcjje als die, ,zju der .der .Anfang uiul: sogar,, das EndoMleV-j.lljehi^-^An^'elegeiTlftvil) gehoben'** ■: J 1% Jahre .\1903, .nach dem sochsleu /ionislern kongreß, korrinit Inoch ein Streitpunkt dazu — Territoria)ismus oder Pälästinisuuis. Die poale-zionistischen Organisationen in Litauen und "Weißrußland sind durchaus ferritoriatisfisch, im Südwesten und noch mehr im Süden, besonders Jekaterinoslaw, teilweise palästinisch. Völlig wirkt sich dies erst im Verlauf der nächstfolgenden Jahre aus in der 'Bildung zweier 'proletarisSch-ten'itorialistischer Parteien der ' zionistisch-sozialistischen und der jüdisch-sozialistischen. Im späteren Verlauf dringt der Paläsimismus . gerade, d^rnn vyleder,, iii die ^„Poale; Ziptn*' .ein,, als. auf den Trümmer^, .die.nach .der:'Ausbildujn$: der zwei proletari'skdi4<HTitprialistische-n Parteien nochübrig -•'•Wie- ben.' sieh' die lie-itüge' PoalcvZibn'bew&^aiig8 sich*" auf-1 zubauen beginnt, "der 1 der Pälä&tinjsntus "ihreJ Häüptbereclitigung gibt. Und nun. zur „UjeloV selbst. ,-•>,% ci^, n '<j •/1;? }> v j ff v l.lls hc^giimt'^daih'it: '* Em ''• Briefe-'•''• von,!*Kiew nach \Vai:»(thaH^.adiJe'ssiört--ärrdie. 'Gesellschaft «Karmel-'fiir „Abraham" wird «aufgefangen. 'Das PolIzeide'partemeht ninuhl; von den fifiefotfi nurvAbschrift, dfö Briefp selbst werden sorgfältig dv\\ .'Adressiiieu z'ijgeslielit. Su'koimte.. es nieinand ahneiii, daß die Äclresße .schon, „durch-. geladen'* ist, noch geraume Zeit -schickt man-an. dieselbe Adi^esse und gibt auf diese Weise dem'0Pblizeideparlement "stets neues Material'., 'Aus (tehV ersteh! aufgefangenen Brief, von "Kiew ain 18, Mai 1904. ab-' gesendet, geld../hervo.!\,!p,al.>.ein „Salmausohn.'.'( in - Grga- 11isalionsangelogenheiten sich in Kiew aiifhält, in .einer Anmerkung der!Polizei hiezu heißt" es: ,,vielleicihti Sahnan" und-,- wie essieh^herausstellt-, ganz mit Bechtr dtMiift es* bezieht-Aidif.$ustiwfhi ei^twedöri'^uf^Öalmann {■ '-.v., 4 'fj *i<■ ss. 'C: '; >..p«Jii «»,*. ... . ••. -.-v A'leisner ans Wai'schau, oder auf Sa!man Ihvinskor, später d(ü.-Udessaerx Dies^wird obendrein,'durc|i einen' '•'*m>; ■ ■-■ 'V * '■,^*J,-;1- 'a» \. ■ * ■?<■ v..-. .1 ,r;-.. ■' zweien ' Brief besEgJtigti «der einen .|V[Qna£l.später vom Poliz.'icleparjü'inent' zugesphiefit A\ri'rd; In ihni liegt^'(üe Kopie eines *BnefQS an, die «'schon Irühet' erwähnte. Adrc-sse. abgesendet von Kiew, '2. Mai 1904, gezeichnet ,,euer Schwarzer" (meiner ^|einuuig navh war.-da^ Josef T.eszinsky). In dic^sem Brief zeigt „Schwarzer" seineu Warschauer Genossen au, daß er in Kje.w angekommen isl. und die 'Verhandlungen weiterführt, die Salman vor ihm begonnen hat. Ks stellt sich al>er heraus, daß ,. die Kiewer und Salman, sich, nicht -ganz richtig verstehen. F.s ist die Rede von der; Organisation:'• einer - Konferenz; in Kiew, -auf den Beratungen mit ^Schwärzer" wurde die Fragebehandelt, ob die konferenz " nötig sei, vvelches ihre Aufgaben seien und ob. s.iet sich, .auch werde durchführen lassen.1 Die Beratungen1 in Kie.w werden mit, der .lokalen Gruppe ,,Renaissance" geführt (dieser Name kommt aber in Wirklichkeit im Brief' nicht vor).*,,Schwarzer" vertritt hier offenbar die v jVVafsfchä'u'er , Poale Zion", \>x)lche :Schon,J,zu,s jener Zeit,'wie aus dem Brief klar hervorgeht,.-.es. zustand© gebracht;;haben, sich .mit dor Dwinsker-■'■vpo'alo Zion" ,zu vörbinden und5 Mein'ungsaifstausch zu pflegen. Die' Beratungen ergeben das Resultat: Mit den Arbeiten zur Organisation der Konferenz ist zu''bo'güineiip.dp'cj^■ " unter der Yoraussefzung, .daß Jhr Beginn, nicld vor sechs Wochen sein soll. Bis zu diesem Zeitpunkt-nämlich wird es noch möglich sein, neue „Compagnons" aus dem Auslafid heranzuziehen; Die. Vorarbeit-muß von Kiew aus geleitet' werden. „Schwarzer" schlägt vor, ihm Vollmacht zu geben, die Warschauer zu vertreten; ' au'crT von Dwinsk wird ein „Kompagnon" nach Kiew '\!#§r<?f0,&Iswten^un4^daii^^sraurti jnJuu mit?'dei -Arbeit" begirmeu. > , Der Kompagnon^ VW Dwin^sk;- komnjtM|fber nach ■ '--'-^ ■ 'v ■ \ 's., .jKiew erst Anfang Juli;' Am *<20. Juli übersendet';dasK -"'iPolizeideuartement uut^r der: Zattl/* 8386 di4 Kopiel 'dreier:>Briefe, am 12. Juli von Kiew nach* Dwinsk,' Warschau und Hornel »eschrieben. Alle Briefe sind gezeichnet „M". Das ist zweifellos die'Unterschrift .von Alter Dwinsker (Joffe), welcher, ganz nach dem Sinn des früher erwähnten Briefes von „Schwarzer" nach Kiew gekommen ist. In seinem Briefe nach Dwinsk schreibt er: Wir liaben hier alles besprochen und sind

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