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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1926-01-01 · 6 (1926) · p. Seite 100

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
6 (1926)
Article
Martin Philippson
Date
1926-01-01
Page
Seite 100 (sequence 3)
Language
German
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aus der neueren Geschichte neben der politischen die ökonomischsoziale. Seite hervortreten ließ. Besonders charakteristisch auch dies, daß er es liebte, den großen Ablauf weltpolitischen Geschehens zunächst in dem Bilde einer einzelnen bestimmenden Persönlichkeit zu betrachten, um dann den engeren Mittelkreis konzentrisch zur Geschichte von Staat und Volk auszuweiten und diese Peripherie immer wieder mit den universalen Zusammenhängen der europäischen Geschichte innerlich zu verknüpfen. Frankreich, Spanien und England wurden ihm das eine große Arbeitsgebiet: Westeuropa in der zweiten Hälfte des 16. und ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Auf diesem Gebiete entstanden 1880 Das Zeitalter Ludwigs XIV., 1882 Westeuropa im Zeitalter von Philipp IL, Elisabeth und Heinrich IV., i884 La contre-revolution religieuse au XVI. siede, les origines du catholizisme moderne, 1891 und 92 Histoire du regne de Marie Stuart (3 Bände), ,1895 Ein Ministerium unter Philipp II. Kardinal Granvella am spanischen Hofe, 1579—1586. Dies die großen Darstellungen, neben denen an kleineren einhergehen zwei im Neuen Plularch 187/1 und 1876 erschienene Biographien von Philipp IL von Spanien und Heinrich IV, von Frankreich und in Ersch und Grubers Encyklopädie die Biographien Carls IV., VI., VII., VIII. von Frankreich, Carls IL, III., IV. von Spanien, Carls IL, III. von Navarra, Carls des Kühnen und Carls V. Und neben diesen darstellenden Arbeiten geht in Zeitschriften eine große Fülle von Untersuchungen, Studien und Rezensionen einher, die zum größten Teile in unmittelbaren Beziehungen zu den darstellenden Werken stehen, teils diesen vorarbeiten, teils sie in Sonderfragen ergänzen, Aufsätze, die in der Revue de Belgique, im Bulletin de FAcademie royale des sciences de Belgique, in Sybels historischer Zeitschrift, in der Deutschen Zeitschrift für die Geschichtswissenschaft, in der Revue historique und in der Nation erschienen sind. Die Bedeutung, die Westeuropa für Philippsons Forschungen und Darstellungen hatte, gewann das Deutschland des 16. und 17. Jahrhunderts für ihn nicht. Ein auf die großen universalhistorischen Entwicklungsreihen gerichteter Blick konnte auf dem innerlich tief bewegten, aber politisch unfruchtbaren Deutschland der katholilischen Restauration nicht mit demselben Interesse ruhen, wie auf dem Westen, in welchem Spanien, Frankreich und Großbritannien nach dem Niedergange des mittelalterlichen Gedankens der Universalmonarchie dem Gedanken des modernen Machtstaats und der 100

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