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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1926-01-01 · 6 (1926) · p. Seite 38

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
6 (1926)
Article
Der Oberlandesälteste Jacob Moses
Date
1926-01-01
Page
Seite 38 (sequence 26)
Language
German
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eigentlich neues, zeigt, aber, in welchem ehrenvollen Rufe Jacob nach wie vor stand. 1 Obgleich ich den Ober-Landes-Ältesten Jacob Moses bis dahin persönlich nicht gekannt habe, so habe ich dennoch mit Vergnügen des Jacob Moses Rechtschaffenheit von mehreren Seiten rühmen hören und aus den mir mitgetheilten Papieren hiernächst mit eben dem Vergnügen ersehen, wie gewissenhaft und mit welchem allgemeinen Beifalle er 3o Jahre hindurch verschiedenen Ämtern seiner Gemeinde und in den letzten 17 Jahren den Posten eines Landes-Ober-Ältesten vorgestanden hat. Wenn daher mein Beifall sollte beitragen können, den Jacob Moses für die treue Beobachtung seiner Pflichten zu belohnen, so rechne ich zu den meinigen, die Versicherung davon abzulegen, indem die Zufriedenheit guter Unterthanen nie min gleichgültig seyn wird. Berlin den 21. Septbr. 1796. Friedrich Wilhelm. Das Gleiche gilt für die Antwort Friedrich Wilhelms III., als er zur Regierung gekommen war und Jacob ihm zur Huldigung 2 gratulierte 3. Bei Sr. Königl. Majestät von Preußen etc., unserm allergnädigsten Herrn, hat des Ober-^Landes-Ältesten Jacob Moses gestern eingegangener Glückwunsch zu vorgeweser Huldigung um so mehr Eingang und Dank gefunden, da dieser Wunsch aus dem Herzen eines Mannes kommt, bei dem Begriffe und Empfindungen durch ßo viel jährige Erfahrungen berichtigt worden sind, und setzen Se. Majestät in die guten Gesinnungen der jüdischen Gemeine zu Berlin um so weniger auch einen Zweifel, da der Jacob Moses die Versicherung davon mit so vieler Zuversicht übernimmt. Charlottenburg den 8-ten Juli 1798. Friedrich Wilhelm. Obgleich Jacob schon 1778 über Schwächlichkeit seines Körpers klagte und vom Reste seiner Tage sprach, reichten seine Leb benskräfte bis zum 78. Lebensjahre aus. Das .ihm nach seinem 1802 erfolgten Tode gesetzte Grabdenkmal rühmt ihm nach, daß er Zeitlebens uneigennützig Gutes wirkte und Hülfe brachte, über die Thränen der Bedrückten sich erbarmte und in der Not seines Volkes als Retter auftrat *. Eindrucksvoller ist das Denkmal, das ihm die Haude und Spenersche Zeitung in ihrem Nachrufe setzte. Möge das Andenken des edlen Mannes mit dem „unter jedem 1) Jahrbücher S. 438 Nr. 8. 2) Eine Danksagung Friedr. Wilhelms III. vom 22. Nov. 1797 für Jacobs Gratulation zur Thronbesteigung ist in den Jahrbüchern a. a. O., S. 43g gedruckt. 3) Jahrbücher S. 439 Nr. 11. 4) Anspielung auf Jacobs Hülfe für die westpreußischen Juden. 38

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