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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1926-01-01 · 6 (1926) · p. Seite 39

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
6 (1926)
Article
Der Oberlandesälteste Jacob Moses
Date
1926-01-01
Page
Seite 39 (sequence 27)
Language
German
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Verhältniß seltenen Charakter", nachdem es durch Unkenntnis so lange der Dankbarkeit der Nachwelt entzogen war, von neuem vorf bildlich und segensreich wirken! .# # # Der vorstehende Aufsatz war bereits gedruckt, als ich im Geh. Staatsarchiv in den Akten des Generaldirektoriums, Abteilung Westpreußen und Netzdistrikt 1, die verschiedenen Eingaben des Jacob Moses vorfand, die er anfangs als „Bevollmächtigter der Judenschaft in den Distrikten an der Netze", später als „Bevollmächtigter der Judenschaft in Westpreußen und in den Distrikten an der Netze" zeichnete. Sie enthalten Beiträge zur Geschichte der westpreußischen Juden und sind ein Beweis für das wiederholte Eingreifen Jacobs zu Gunsten seiner Glaubensgenossen. Ich begnüge mich; damit, hier zum Schlüsse eine Eingabe Jacobs aus der Zeit vor seiner Ernennung zum Oberlandesältesten folgen zu lassen: Ew. Königl. Majestät statte ich im Nahmen der Judenschafft in den Districten an der Netze in Westpreußen, welche >mir die Besorgung ihrer Angelegenheiten hieselbst aufgetragen hat, den allerdevotesten Dank ab für die allerhöchste Gnadenbezeugungen, die ihr, seitdem sie unter Ew. Königl. Majestät Zepter zu stehen das Glück hat, bereits wiederfahren sind, und erachte zugleich für mein§ ailerunterthänigste Pflicht und Schuldigkeit, in Ansehung des Generalprivilegii, welches Ew. Königl. Majestät, wie ich vernommen, der gedachten Judenschafft zu ertheilen allerhuldreichst geruhen wollen, Allerhöchstdenenselben in tiefsten Respect vorzustellen, . daß diese Judenschafft vormals seit einigen hundert Jahren ein ganz freies Nahrungs- und Handlungs-Gewerbe getrieben hat und darunter auf keine Weise eingeschränkt gewesen ist. Sie muß sich zwar nunmehro bescheiden, daß sie nach der Verfaßung in Ew. Königl. Majestät übrigen Landen und Provinzien dergleichen viele Freiheiten, als sie ehedem gehabt, nicht erlangen oder behalten kan. Sie ist aber durch die Lage und das Verhältniß, worin sie sonst gewesen, in Ansehung i) Materien Tit. LXVI Sect. i Nr. l\. Eine Eingabe Jacobs vom 22. Juni 1792, der von dem kürzlich in Berlin gewesenen Deputierten der westpreußischen Judenschaft Salomon Gabriel aus Lobsenz gehört hatte, daß trotz der im Werk befindlicben Reform der dortigen Judenverfassung immer noch Juden über die Grenze gebracht wurden, wird unter Nr. 28 getrennt aufbewahrt. 39

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