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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1926-01-01 · 6 (1926) · p. Seite 27

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
6 (1926)
Article
Der Oberlandesälteste Jacob Moses
Date
1926-01-01
Page
Seite 27 (sequence 15)
Language
German
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Die Urkunden über die Ernennung der beiden Oberlandesältesten erwähnen nicht nur Itzigs und Jacobs vorzüglich guten Ruf, sondern auch ihre „Einsicht in die Verfassung und Angelegenheiten der Judenschaft". Diese Anerkennung kann sich nicht lediglich auf die Verwaltung des Ältestenamts in der Berliner Gemeinde beziehen. Jacob war bei seiner Ernennung erst 4V2 Jahre Ältester. Noch sind die Akten nicht voll erschlossen, die uns die Tätigkeit der Beiden zuim Besten der anderen Judengemeinden in der Zeit vor 1775 zeigen. Jacob selber erzählt in dem weiter abgedruckten Gesuche des Jahres 1792, daß er durch den Minister vom Massow mit der „Wahrnehmung der Gerechtsame der westpreußischen , Judenschaft" nach der Einverleibung Westpreußens in den preußischen Staat beauftragt wurde und sich diesem Amte unterzog. Diese Sonderfunction, des Jacob kann erst nach Juni 1774 begonnen haben, da damals die Provinz Westpreußen dem Berliner Generaldirektorium unterstellt und besonders dessen ersten Departement subordiniert wurde. Leiter dieses Departements war aber kein anderer als von Massow1. Sachwalter und Vertreter der westpreußischen Juden war Jacob noch 1792, da er in seinem damaligen Gesuche angab, daß er sein Sonderamt „bis jetzt bey allen die gantze Gemeinde angehenden Umständen und Vorfällen besorgt habe" 2 Aus diesem Tätigkeitsgebiete ist uns bisher leider inur ein einzelner „Vorfall" bekannt. Als der König 1777 die Wegschaffung von 179 Juden aus Dobrin anordnete, bat Jacob als Vertreter der westpreußischen Juden, den Dobriner Juden die Niederlassung in dem nahe bei Dobrin gelegenen Preußisch Friedland zu gestatten. Wenn, auch Jacob in diesem Falle keinen günstigen Erfolg erzielte nri^ die Dobriner Juden 1780 fort mußten, ohne in Friedland Aufnahme zu finden 3, so wissen wir doch aus Notizen Landshuths 4, daß Jacobs Einschreiten im allgemeinen den westpreußischen Juden .zum Segen gereichte. 1) Bär, Westpreußen unter Friedrich dem Großen I, 88. 2) Der Zusammenhang ergibt, daß sich diese Worte auf Westpreußen beziehen. 3) Bär a.a.O., S. 436—38. 4,j Hdschr. A 26 in der Bibliothek der Berliner jüd. Gemeinde und Toledot ansehe ha-schem, S. 64: Vjw >auw Vt? mjn mnwwi nntt unywwra Van?» Siehe auch weiter die Inhaltsangabe der Jacobschen Grabstein-Inschrift. 27

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