Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 6 (1926)
- Article
- Der Oberlandesälteste Jacob Moses
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Nach dem Marienwerder Publikandum vom i. März ^1778 sollten alle Juden, die nicht 1000 Taler Vermögen hätten, bis zum 1. Mai Westpreußen verlassen. Wenn zunächst der Endtermin, verlängert wurde und dann die Ausweisung entsprechend dem früheren Kgl. Befehle nur „successive und ohne Ungestüm" vor sich ging oder bei Mindervermögenden überhaupt unterblieb, so war dies zum Teil der Verwendung unseres Jacob zu danken. Dieses „Schetadlonus" (Fürsprache) gilt auch für die Folgezeit. Für die zahlreiche jüdische Bevölkerung des zu Westpreußen gehörenden Netzedistriks ordnete das Generaldirektorium 1776 an x, daß in Städten, wo christliche Handwerker fehlen — dies war vielfach der Fall — den jüdischen Handwerkern der Betrieb auf Lebenszeit gestattet werden \ könne, in den Ortschaften jenseits der Netze sollten auch( Juden mit geringerem Vermögen als 1000 Talern beibehalten werden. Da< der König 1780 die Erteilung eines Generalprivilegs ablehnte, gab das - Generaldirektorium nach Bromberg Weisung, den zum Schutze geeigneten ordentlichen und außerordentlichen Juden bis auf weiteres die erteilten Interimskonzessionen zu lassen und den übrigen unbestimmte Toleranzscheine zu erteilen, die wirklichen Betteljuden dagegen müßten abgeschafft werden. 2 Jacob scheute keine Mühe, um sich seiner westpreußischen „unwissenden" Glaubensgenossen anzunehmen, und kein Geldöpfer, „um ihnen ihre Angelegenheiten und die Betreibung derselben erleichtern zu helfen". Für seine Mühewaltung zeigten sie sich danikbar. Sie ernannten ihn 1776 zu ihrem Ehren Vorsteher 3 und beschlossen, allmonatlich bei der Neumondsverkündigung für Jacob einen Segensspruch (Mi scheberach) und nach seinem Ableben ein Seelengedächtnis (El mole rachamim) in ihre Gebete einzufügen. 4 Die gleichen 1) Für den Erlaß des Generaldirektoriums gibt Bär S. 431 im Text: August 1775, in der Note: 26. August 1776 an. 2) Nach den Mitteilungen Bärs S. 426—35 sind die Verlangsamung und Milderungen der Ausweisung auf die Berichte des Geh. Finanzrats v. Brenckenhoff, des Großkanzlers v. Fürst und des Ober-Präsidenten v. Domhardt zurückzuführen, die auf die eigenartigen Verhältnisse Westpreußens hinwiesen. Dies schließt die Abwehrtätigkeit des Jacob nicht aus. 3) jyü"^2üosm V'^jn oa*© 4) Vom Datum des Briefes, in dem sie Jacob vom obigen Kenntnis gaben, hat Landshuth nur das Jahr 5536 (1775-76) notiert. Von den unterzeichneten Namen teilt er mit: pWnSBÖSVI pKil -|D*!0 VST «"ännö pS rrnV pjW 'pn (?pannn) y^-nnan tpv 'pn *rD&a nnw 12ns ns narx «ipk ehk *p rmpsa onnn fw man fvn ^fisa V^naa pxn? prot» ^pwisoosni na^ina ^Ymp^iKttö pupn mwn p^ao rfViit Des west- -kVds?V» V'ao 'in» amMa r.tz?tt .f^srs^ wVs -)tt-nn?:a rpaiü sjöv» .naM>*T preußischen Seelengedächtnisses gedenkt Jacob Moses in seinem Testaments v. 7. 28