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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1926-01-01 · 6 (1926) · p. Seite 25

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
6 (1926)
Article
Der Oberlandesälteste Jacob Moses
Date
1926-01-01
Page
Seite 25 (sequence 13)
Language
German
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bin und bey meinem Absterben unbeendigt Iiinterlaßc, zu erlheilen. Und ich erdreiste mich, bey den angeführten Umständen Ew. Kgl. Maj. um diese etc. Gnadenbezeigung etc. anzuflehen. Von Ew. Kgl. Maj. erhoffe ich etc. Gewährung meiner Bitte desto zuversichtlicher, da mein bisheriges Verhalten dem Publico für den Rest meiner Tage Bürge seyn kan und die erbetene Gnade meine Gesinnung, nach solchen Grundsätzen lebenslang zu handeln, befestigen wird, solchergestalt bey mir alle die Gründe Avegfallen, die Ew. Kgl. Maj. bewogen haben, allerhöchstdero jüdische Unterthanen so schwere Beweise und Formalitäten aufzulegen. Ich erflehe auch nichts weiter, als was. einem jeden christlichen Kaufmann ohne alle Untersuchung seines Verhaltens zugestanden ist, und bin weit entfornfe, für meine Familie in Absicht ihrer eigenen Geschärfte, bey welchen sie sich erst durch ein anhaltendes rechtschaffenes Betragen zu Gnadenbezeugungen würdig und fähig machen muß, irgendeinigen Vortheil zu suchen. Ich ersterbe etc. Eurer Königl. Maj. etc. etc. etc. Der Ober-Landes-Älteste sämtlicher Judoiisclmflon Jacob Moses. Berlin den 22. May 1778. Während sonst solche Anträge auf Gewährung der Rechte christlicher Kaufleute nur vom Könige selber „deferieret" wurden, setzte sich das Justizdepartement dieses Mal mit dem Generaldirektorium in Verbindung, weil „Jacob Moses sich bishero durch den Ruf eines rechtschaffenen, ehrlichen Mannes vorzüglich ausgezeichnet" habe. Das Generaldirektorium erwiderte, es biete „seiner Seits gern die Hand dazu, die bekante Rechtsschaffenheit gedachten Oberlandesältesten Jacob Moses, womit er sich nach Ew. Excellentzien Bemerkung bißher vorzüglich ausgezeichnet hat, durch Vergön*- nung des Rechts christlicher Kaufleute in seinen Proceßen mit derjenigen Maaße und Einschränkung, wie er solches gebeten, zu ei<- kennen" und erklärte sich bereit, die Ausfertigung zusammen mit dem Justizdepartement zu vollziehen. Nach der Genehmigung durch den König erfolgten am i5. Juni 1778 die Kgl. Reskripte an die Behörden und an Jacob selber, der auf dieses „Merkmal" der Zufriedenheit des Königs stolz sein konnte. Nachdem Seine Königliche Majestät von Preußen etc. unser allorgnädigster Herr in Gnaden zu beschließen geruhet, dem Ober-Landes-Äl testen der Judenschaf - ten in sämtlichen dero Provinzen Jacob Moses ein Merckmahl1 höchstdero Zufriedenheit über sein Betragen und Rechtschaffenheit, womit er in seinen Handlungen und Geschäften sich bishero rühmlich ausgezeichnet hat, zu geben, so soll gedachter Jacob Moses wegen aller seiner unter Händen gehabten oder noch haben- 1) In den Reskripten an die Behörden: ein vorzügliches Merkmal. 25

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