Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 6 (1926)
- Article
- Aus Warschauer Archiven
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 8)
- Language
- German
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Von den Steuern des 17. Jahrhunderts waren die Juden am Kopfgeld beteiligt. Eine vorliegende Liste aus der Woywodschaft Posen von 1676 zeigt, daß der Personenstand durch eidliche Angaben festgestellt wurde und daraufhin für jede Person 1 Gulden zu zahlen war. So zahlten die Juden von Bomst 7 Gulden, die von Czarnikau 21 die von Posen 917, von Deutsch-Krone 77 Gulden (I. 68). Von der 1775 als eigentliche Grundsteuer des Landes neu organisierten Rauchfangsteuer, die nach festgesetzten Luftrationen erhoben wurde, ist eine Tabelle von 1777 über die Stadt Grätz, nach Häusern und Straßen geordnet, erhalten. Zum Schluß sind die jüdischen Hausbesitzer einzeln aufgeführt. (LI. 112). Eine allein auf den Juden lastende Steuer war die Stempelabgabe für jüdische Bücher. Im Finanzarchiv befinden sich zwei Tabellen mit den Ergebnissen der vorgenommenen Zählung der inbetracht kommenden Bücher: 1. Lustration deralten jüdischen Bücher in der Provinz Großpolen 1776, (XXII. 20) Beginnt mit Kreis Posen. Stadt Posen 475 Posten, insgesamt 1148i Bücher. Die Bibliothek des Rabbiners betrug 327 Bücher, die des ersten Unterrabbiners 862, des zweiten Unterrabiners 110 Bücher. Bei jeder Gemeinde waren die Namen der Juden und bei je dem vorhandene Bücherzahl aufgeführt. Im Kreise Posen zahlen 16 Synagogen zusammen für 28791 Bücher den Stempel. Folgt Kreis Gnesen, Stadt Gnesen 69 Posten, zusammen 342 Bücher. Kreis Kosten und Peisern. (In Lissa zahlen 692 bücherbesitzende Juden von 17878 Büchern). 2. Lustration der alten jüdischen Bücher im Kreise Schildberg. (XXII. 21.) Darin die Städte Kempen, sehr zahlreiche Namen der Juden mit der Bücherzahl, Wierusczow 11 Posten, Ostrzesow 3 Posten, Kobylagora 2 Posten, viele Dörfer mit immer je einem Posten, Grabow 12 Posten. Hebräische Unterschriften. Wer sich mit der Geschichte der polnischen Juden zur Zeit des Herzogtums Warschau 1807-15 und Kongreßpolens beschäftigen will, findet reichhaltigen Stoff im Archiv für die innere Verwaltung. Hier ruhen die Akten aller Zentralbehörden der Staatsverwaltung Polens bis zur Organisation des Landes in russischem Sinne (etwa bis 187^)? darunter die Protokolle des Staatsrates und des Ministerates. Überall begegnet man reichlichem Material über die Behandlung der Juden durch den Staat. Eine Fortsetzung dieses 12