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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1926-01-01 · 6 (1926) · p. Seite 13

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
6 (1926)
Article
Aus Warschauer Archiven
Date
1926-01-01
Page
Seite 13 (sequence 9)
Language
German
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Archivs für die neueste Zeit bietet das des russischen Generalgouverneurs, wo ebenfalls wichtige Akten über die Juden festgestellt werden konnten, so über die geistigen Bewegungen unter ihnen, besonders die der Zionisten und Sozialrevolutionäre, Akten über die Auswanderung der Juden nach Amerika, über die Judenpogrome u.a.m. Außer den staatlichen Sammlungen wurden auch die der j üdischen Gemeinde mit Genehmigung ihres Vorstands einer Durchsicht unterzogen. Das Archiv ist in den hellen und trockenen Kellern des Gemeindehauses untergebracht, ein Repertorium in russischer Sprache ist vorhanden. Die Gemeinde wurde erst nach dem Untergang Polens unter preußischer Herrschaft gegründet. Das älteste Stück stammt aus dem Jahre 1796, die Protokollbücher: beginnen 1837, ^ie Rechnungsbücher 1867. Von besonderem Wert sind die Papiere über die Bestrebungen der Warschauer Juden in den Jahren i8i4/i5, durch Vorstellung bei dem Zaren Alexander und dem Großfürsten Konstantin eine Besserung ihrer Lage zu erzielen. Teilweise spielten sich diese Verhandlungen in Berlin ab und benutzen die preußischen Verhältnisse zum Vorbild. Dabei bedienten sich die Juden vielfach der deutschen Sprache, wie denn überhaupt die damalige Warschauer Judenschaft einen deutschen Charakter getragen haben muß. Unter den deutschen Denkschriften jener Zeit ist hervorzuheben ein „Plan zu einigen Instituten zum Wohle der hiesigen jüdischen Gemeinde 1817". Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts bedienen sich die Akten der russischen Sprache. An wichtigeren Stücken seien genannt die Akten über die Gemeindeprivilegien, die Militärpflicht der Juden, die Gotteshäuser, die gottesdienstlichen Angelegenheiten und die Rabbiner. Im Besitze einer Nebengemeinde, der Eigentümerin der großen Synagoge auf der Tjomacka, befindet sich eine umfassende Bibliothek für jüdische Geschichte und Literatur. Angeschlossen ist ihr eine kleine Handschriftensammlung, darunter der handschriftliche Nachlaß von Jacob Tugendhold, der 1794m Breslau geboren, unter den Juden in Warschau eine große Rolle spielte. Er gründete Schulen, war Zensor der jüdischen Bücher und bemühte sich im russisch-polnischen Sinn auf den Spuren von Moses Mendelssohn einherzugehen, wie er auch dessen Phaedon ins polnische übersetzte. Die Hauptmaße der Sammlung bilden eigene Korrespondenzen, Denkschriften, Berichte und Amtspapiere. Unter den Briefen befinden sich viele von deutschen Juden, auch einer von Sir Moses Monis

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