Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 6 (1926)
- Article
- Aus Warschauer Archiven
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 11 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2821022-2821033-2822053--0957-2822094- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
zu samir enges teilt. Hier folgen einige Angaben über die Steuerbücher der Juden. Die älteste polnische Steuer war die Kontribution, die von den Bauern als Hufensteuer, von den Bürgern als Schoß (Grund- und Gewerbe-Abgabe) erhoben wurde. Zum Schoß wurden auch die Juden herangezogen, bei deren Veranlagung aber besondere Grundsätze zur Anwendung kamen. Festgestellt wurden die folgenden Steuerlisten. Distrikt Posen. i553. Die Judensteuer wurde von den Rauchfängen erhoben und zwar so, daß von jedem Rauchfang 3o Groschen =i Gulden gezahlt wurden. In der Stadt Posen wurden n3 Rauchfänge gezählt und somit n3 Gulden bezahlt. In gleicher Weise wurde die Zahlung in andern Städten des Distrikts festgesetzt und geleistet (1.5) desgl. i563. Den einzelnen Judengemeinden wurde ein Pauschquantum auferlegt, so der Posener 100 Gulden. Distrikt Gnesen. Die Juden in Gnesen — 11 o an der Zahl — erlegten 1579 100 Gulden Kontribution, die von Wreschen—75 an der Zahl — 60 Gulden (I. 3). Distrikt Exin. i565. Die Juden von Exin, Labischin, Margonin u.s.w. werden mit den Beträgen ihrer Kontribution aufgeführt, desgl. 1578 (I. 4). Distrikte Inowrazlaw und Bromberg. i552. Beteiligung der Juden an der Kontribution in den einzelnen Städten (I. 5o). Allgemeine Abrechnung der Kontribution für ganz Polen bewilligt 1669, erhoben 1571. Zum Schluß des Abschnittes über den Distrikt Posen steht die Abrechnung über die Juden in einzelnen Städten des Distrikts. Nach dem Zeugnis des Rates der Stadt Posen wurden von der Posener Juden 800 Gulden gezahlt, Die Juden aus den übrigen Städten des Distriks zahlten 112 Gulden (IV 112).- Auch an der Krönungssteuer für den König und die Königin mußten sich die Juden beteiligen. Festgestellt wurde eine derartige Steuerliste von i55o für den Distrikt Posen. Die Juden der Stadt Posen zahlten 100 Gulden, die von Obornik nichts, obwohl sie auf 5 Gulden taxiert wurden, die von Rogasen 9 Gulden, von Meseritz für 2 Krönungen 16 Gld., von Schwerin für 2 Krönungen 16 Gld., von Schrimm taxiert 3 Gld., bezahlt nichts. Summa 1^2 Gulden, Von den Juden von Inowrazlaw wurden 22 Gld. gezahlt. Es ergibt sich aus der Liste, daß die Steuer langsam einging und «vielfach überhaupt nicht gezahlt wurde. (I. 112). 11