Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 5 (1914)
- Article
- Spuren von Urkunden in den hebräischen Kreuzzugsberichten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 147 (sequence 5)
- Language
- German
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— 147 — Die Urkunde ist nur in einer Abschrift des 13. Jahrhunderts erhalten,1 in einer Form, die Zweifel an ihrer Echtheit aufkommen lässt.2 Selbst wenn wir die Möglichkeit einer späteren Erweiterung und Umarbeitung offen halten, tritt nun die Tatsache, dass Salomon bar Simeon die Urkunde im 12. Jahrhundert benutzt hat, dafür ein, dass ihr Kern echt ist. Der hebräische Text ist das älteste Zeugnis der Urkunde; darin liegt für diesen Punkt sein Wert. IV. Von den weiteren urkundlichen Erwähnungen, die sich in den Kreuzzugsberichten noch finden, beziehen sich einige auf französische Verhältnisse,3 eine auf den Aufruf des Papstes zur Ausführung des ersten Kreuzzugs.4 Auch die Briefe jüdischer Gemeinden und Bernhards von Olairvaux mögen in diesem Zusammenhang erwähnt werden.5 Von grösserem Interesse sind nur zwei Bemerkungen, die auf Kaiserurkunden hinweisen, S. 73 (Nachtrag des Ephraim bar Jacob, geschrieben 1191, nach eigener Angabe a. a. 0., vgl. S. 17 und Bresslau a. a. 0. S. XXV): Die Kunde von der Einnahme Jerusalems durch Saladin, die Ende 1186 nach Deutschland kommt, veranlasst Bewegungen gegen die Juden: Er lenkte das Herz des Kaisers Friedrich, dass er nur weniges von ihrem Vermögen forderte und den Mönchen und Geistlichen befahl, nichts Feindliches über sie zu predigen. Es ist wohl dieselbe Tatsache, die ausführlicher Elasar bar Juda aus Mainz6 unter dem 29. März 1188 berichtet, S. 78: 1 General-Landesarchiv zu Karlsruhe, Copialbuch 262 (antiquus liber privilegiorum) fol. 26 2 Stobbe in der Zeitschrift f. d. Gesch. d. Juden in Deutschi. I S. 206, 1. Aronius zu nr. 167. 3 S. 34 und 45 der Ausgabe (Bericht des Salomo bar Simeon, vgl. S. 149 u. 150: Urkunden Ludwigs VII. und des Bischofs von Sens nach der Blutbeschuldigung von Blois [1171]), S. 64 (Bericht des Ephraim bar Jacob aus Bonn, unmittelbar nach dem zweiten Kreuzzug geschrieben; vgl. Bresslau a. a. 0. S. XXV): Erlass der Judenschulden für Teilnahme am 2. Kreuzzuge, ausgesprochen von Ludwig VII. 1146. 4 S. 4 der Ausgabe, Bericht des Salomo bar Simeon. 5 S. 5. 25. 34. 35. 52. 59. 6 Bresslau a. a. 0. S. XXVI. 10*