Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 5 (1914)
- Article
- Spuren von Urkunden in den hebräischen Kreuzzugsberichten
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 144 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 144 - Man braucht nicht dabei stehen zu bleiben, diese Angaben allgemein als Erinnerung an eine Urkunde anzusehen, sondern kann feststellen, dass die Urkunde dem Chronisten vorlag und dass er ihre wesentlichsten Teile hinreichend deutlich in seiner kurzen Umschreibung hervortreten lässt. Die Liste der Männer, an die der König sich wendet, gibt die Inscriptio wieder, etwa: omnibus imperii sui ducibus, episcopis, comitibus...... Für das weitere ist zu beachten, dass es im hebr. Text nicht, wie Baers Übersetzung ihn ungenau wiedergibt, heisst: Worte des Friedens, dass sie die Juden beschützen sollen, sondern: dibre schalom, w'al hafhudim lischmor otham d. h.: Worte des Friedens, und die Juden betreffend, dass sie diese beschützen sollen. Mit den Worten die Juden betreffend geht der Schreiber zu etwas Neuem über, und so kommt die Aufeinanderfolge dreier Urkundenteile klar zum Ausdruck. Die Worte des Friedens sind nämlich nicht eine allgemeine Bezeichnung der Urkunde als Friedens- und Schutzinstrument, sondern sind die sich unmittelbar an die Inscriptio anschliessende Grussformel, die Salutatio, etwa salutem et omne bonum. An die Grussfbrmel schliesst sich dann der Inhalt der Verfügung, die Dispositio, an. Erst mit ihr geht die Urkunde von ihrem allgemeinen Teil auf den speziellen, die Juden betreifenden über. Das ist im hebr. Text mit dem herausgerückten w'al hafhudim festgehalten. Beachtet man dies nicht und fasst man die Worte des Friedens als allgemeine Charakteristik der Urkunde auf, so könnte man ihre Wiedergabe erst mit dem Teil, der eben als Dispositio bezeichnet ist, beginnen lassen. Nun ist es deutlich, dass die umschreibende Wiedergabe schon früher beginnt und dass sie drei Teile der ganzen Urkunde umfasst. IL Bericht eines (Mainzer) Anonymus, erhalten in einer Abschrift des 14. Jahrhunderts (Darmstadt, Grossherzogl. Hofbibliothek cod. or. 25), nach älteren Quellen wahrscheinlich erst im 14. Jahrhundert redigiert; vgl. die Bemerkungen in der Ausgabe S. IXf. XIIIf. S. 48: Verfolgung in Speyer am 3. Mai 1096; Bischof Johann lässt die Juden in seinen Palast bringen und einige Verfolger bestrafen. Ferner stellte sich dort vor den Riss der Vorsteher Rabbi Mosche bar Jekuthiel. der sein Leben der Gefahr aussetzte; auf seine Veranlassung