Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 5 (1914)
- Article
- Die Zollbefreiungen von Juden bis zur Vollendung der allgemeinen Kammerknechtschaft
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 135 (sequence 9)
- Language
- German
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-- 135 — die bekannten drei Formulare aus der Kanzlei Ludwigs des Frommen,1 die H. Bresslau, nachdem vorher schon Stobbe auf einzelne wörtliche Anklänge mit einem dem Wormser eng verwandten Speyerer Privileg von 1090 aufmerksam gemacht hatte,2 im einzelnen mit dem Wormser Privileg verglichen hat,3 mit dem Resultat: „dass zwischen den Formeln Ludwigs I. und den Urkunden Heinrichs IV. ein Mittelglied (Formel oder Vorurkunde) anzunehmen ist, das auf jenen Formeln (oder ihnen verwandten) beruhend, Vorlage für die Kanzlei Heinrichs IV. gewesen ist".4 Die Formel der Zollbefreiung, die Bresslau nicht in den Vergleich einbezog, lautet in den drei Formularen: neque teloneum aut paravereda aut mansionaticum aut pulveraticum aut cespitaticum aut ripaticuma autb portaticum aut pontaticum0 aut trabaticum d aut cenaticum ef a predictis Hebraeis exigere praesumat. s a fehlt 52. b eingeschoben rotaiicum aut 31. c statt dessen salutaticum 52. d umgekehrt trabaticum — pontaticum 31. e stattdessen herbaticum 31. f cenaticum fehlt 52. g 31 + sed liceat eis sab mundeburdo et defensione nostra quiele vivere et partibus palatii nostri fideliter deservire, wozu in 52 noch hinzukommt: absque alicuius illicita contrarietate. Hier ist die allgemeine Bezeichnung Zoll mit Einzelbezeichnungen von Verkehrsgebühren verbunden. Danach ist es zunächst unzweifelhaft, dass „Zoll" hier im Sinne von Transitzoll, ferner, dass die Bestimmung von 1090 ebenso im Sinne von „Transitzoll und Wegegebühren" zu verstehen ist. Ein Unterschied ist in dieser Richtung zwischen den Zollbefreiungen von 1074 und 1090 also nicht zu finden. Von den älteren Bestimmungen aus der Zeit Ludwigs des Frommen her könnte man aber einen Unterschied anderer Art zu entwickeln versuchen. Es war „ein Grundsatz schon der karolingischen Gesetzgebung, dass der Eigenbedarf zollfrei belassen wurde und nur das Handelsgut der Abgabe unterlag".5 Die vielfachen Zollbefreiungen, die namentlich für Kirchen und Klöster bezeugt sind,6 enthalten nicht 1 M. G. Formulae ed. Zeumer, Form. imp. nr. 30 (p. 309), 31 (p. 310) und 52 (p. 325). Aronius nr. 81. 82. 83. 2 A. a. 0. S. 173* und S. 259 Anm. 140. 3 Zeitschrift f. d. Gesch. d. Juden in Deutschland I 1886 S. 153 ff. 4 A. a. 0. S. 154 f. 6 Dopsch, Die Wirtschaftsentwicklung der Karolingerzeit II 191 S. 206. S. z. B. das Anm. 18 angegebene Capitulare: telonea a negotiatoribus exigantur......nec de his qui sine negotiandi causa substantiam suam de una domo ad aliam ducunt. r> Kalischer, Beiträge z. Handelsgesch. d. Klöster z. Zt. d. Grossgrundherrschaften,