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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1913-01-01 · 4 (1913) · p. Seite 117

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
4 (1913)
Article
Generaltableau betreffend die wechselseitigen Gerechtsame und Privilegie der Christen und Juden in den Städten des Königl. Posenschen Camme Departements
Date
1913-01-01
Page
Seite 117 (sequence 47)
Language
German
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IRI
…/2821022-2821029-2821615--0653-2821762
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— 117 — Nach dem Kürschner Privilegio1) darf sich ausser Jahrmarktszeiten kein Jude unterstehen Pelze oder abgenähte Mützen zu verkaufen bey Strafe der Confiscation. [Da bey den übrigen Gewerken der Stadt Gnesen keine Juden incorporirt sind, so ist davon nichts zu bemerken gewesen.] V. Nach einem anno 1784 vom Könige August ertheilten Privilegio2) ist den Juden hierselbst freyer Handel mit Waaren von allerley Art erlaubt. Durch ein starosteyliches Decret de 17613), welches auch vom Könige confirmirt worden, ist den Juden Schneidern für eine jährliche Abgabe von 50 Timpfen an das christliche Schneider Gewerck nach gegeben ihre Profession ungehindert auszuüben. In dem Statut des Joseph von Skorzewski 17914) (!) ist den Juden Schneidern, welche ihre Abgabe richtig bezahlen, ebenfalls der freye Betrieb ihrer Profession zugesichert. [Die jüdischen Kürschner haben kein eigentliches Privüegium und die Befugniss zu ihrem Gewerkbetriebe gründet sich auf das vom Kürschner Gewerk ihnen verstattete Einkaufen bey demselben.] VI. Da das Privilegium der Judenschaft später ertheüt und auch mit Königlicher Confirmation versehen ist, so dürfte dadurch das Kaufmanns Privilegium so gut wie aufgehoben seyn. Das nehmliche gilt vom Schneider Privilegio. VII. Vor und nach der Besitznahme haben die jüdischen Kaufleute und Schneider die ihnen mittelst Privilegien eingeräumten Freyheiten und Gerechtsame ungestört ausgeübt. (Die Juden haben auch den Salz Handel exercirt). [Die Juden Fleischer haben sich über die vorgeschriebene Zahl ausgebreitet, wogegen von den christlichen Fleischern indessen schon lange Klage erhoben worden.] 3. Janowiec (260 Christen, 33 Juden). IV ff. Existiren keine Privilegia weder bey den Juden noch Christen, *) Extract aus dem Kürschnerprivileg [von 1664], deutsche Uebersetzung in A VIII 27 foL 20. 2) Erneuerungsprivileg Johann Kasimirs vom 31 (!) IX. 1660, approbiert von Stanislaus August 20. IV. 1784, lateinische Abschrift in A VIII 5 fol. 120/24 und in A VIII 27 Nr. 5. 3) Lateinische Abschrift des starosteilichen Decrets in A VIII 27 Nr. 6. 4) Das Statut des Joseph v. Skorzewski vom 25. X. 1793 (und nicht vom 3. XI., wie Warschauer S. 63 irrtümlich angibt), polnische Abschrift und deutsche Uebersetzung

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