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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1913-01-01 · 4 (1913) · p. Seite 39

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
4 (1913)
Article
Eine verlorene Urkunde Heinrichs IV. für die Juden in Regensburg
Date
1913-01-01
Page
Seite 39 (sequence 9)
Language
German
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— 39 - Um so deutlicher wird nun aber die Gleichheit der Materie, wenn man erkennt, dass die Bestimmung über die Sicherung zehn Jahre unangefochtenen Besitzes nichts anderes ist, als die für Regensburg geltende Erklärung des Begriffs ius hereditarium.1) 3. Die Bestimmung über den Judenrichter (R. 1230, 2) erscheint in W.-Sp. 14 in der Beschränkung auf Streitfälle zwischen Juden.2) Dass die allgemein gehaltene Regensburger Bestimmung ebenso zu verstehen ist, wird später gezeigt werden. Zu accipiant neben elegerint vgl. S. 51. 4. Die Bestimmung über den Zeugenbeweis (R. 1230, 3) ist in Sp. 11. 12 und noch mehr in W. 11. 12 in ausführlicherer und zum Teil unklarer3) Weise gegeben. Für unseren Fall genügt es, den Satz herauszuheben: nullus testibus nisi simul Judeis et Christianis convinci possit qualibet de causa (in Sp. lückenhaft überliefert). 5. Noch beweiskräftiger ist der Vergleich der Handelsbestimmungen, welche auch in der Bestätigung von 1182, und in dieser ausführlicher als in der späteren, erhalten sind. W. 3: Habeant eciam liberam po- Sp. 3: Habeant eciam liberam fatestatem per totam civitatem cum cultatem res suas cum quibuslibet hoquibuslibet hominibus canbire argenminibus iusto concambio mutare. tum) excepto tantum ante domum monetaream vel sicubi alibi monetarii ad cambiendum consederint. Sp.-W. 4: et (fehlt) intra ambitam regni nostri libere et (ac) pacifica discurrere (discurrant) negotium et mercimonium exercere, emere et vendere. 1) Der Zusammenhang tritt noch klarer hervor, wenn man die Eigentumsbezeichnung, die in dem Privileg Ludwigs des Frommen für Rabbi Domatus in einer der Wormser und Speierer parallelen Bestimmung gebraucht wird, hinzunimmt: res propriae, unde praesenti tempore legaliter vestiti esse videntur. Vestitura ist technisch für das deutsche Gewere (Stobbe-Lehmann, Deutsches Privatrecht II 1 S. 195,15), die rechtliche Eigentumsbezeichnung. Es handelt sich also nur um den Unterschied der derivativen, durch Erbgang entstandenen, und der originären, ersessenen Gewere (vgl. Stobbe a. a. 0. S. 206), ein Unterschied, der in einem zweiten Schutzbrief Ludwig des Frommen in einer doppelten Eigentumsbezeichnung zum Ausdruck gebracht ist: res propriae, quae ex legitima adquisitione habere visi sunt, vel in quibuslibet locis praesenti tempore legaliter vestiti esse videntur <a. a. 0. nr. 31 p. 310). 2) Quod si ipsi Judei litem inter se vel (aut) causam aliquam (fehlt) habuerint determinandam (discernendam). ... Ebenso in dem Wiener Judenpriviieg Friedrichs IL von 1238 (Höniger a. a. O. S. 146, Aromus nr. 518) und sonst. Die Zusatzbestimmung W. 1 <vgl. S. 37 A. 1) hat nicht auf die richterliche Tätigkeit Bezug, vgl. S. 50. 3) Stobbe, Zeitsohr. f. Gesch. d. Juden in Deutschl. I S. 215.

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