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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1913-01-01 · 4 (1913) · p. Seite 38

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
4 (1913)
Article
Eine verlorene Urkunde Heinrichs IV. für die Juden in Regensburg
Date
1913-01-01
Page
Seite 38 (sequence 8)
Language
German
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— 38 — sondern schon aus den Judenschutzbriefen Ludwigs des Frommen bekannt1), aber nicht am Ende, sondern am Anfange der Urkunden. In den älteren Judenschutzbriefen fehlt die Androhung der Strafe. In Sp. 1090 ist vor diese, wie auch in W. 1090,2) eine Bestimmung über den Schutz des Besitzes eingeschoben, die auch in den älteren Judenschutzbriefen mit dem Verbot der Beunruhigung unmittelbar verbunden ist, dagegen in R. vielleicht schon in der Fassung von 1182 gefehlt hat. Unter Ausschaltung dieser Bestimmung sind also in unserer Urkunde der erste und der dritte Satz von Sp. 1090 verbunden. Zu der Gleichheit im einzelnen kommt dieses Verhältnis hinzu, um zu zeigen, dass hier nicht ein Zusatz der Kanzlei Friedrichs II., sondern ein ursprünglicher Bestandteil der bestätigten Urkunde vorliegt, und dass dieser auf eine Sp. 1090 ähnliche Urkunde hinweist. Die inserierte Urkunde ist also durch einen Satz der Bestätigung unterbrochen, oder vielmehr: die Bestätigung ist so gehalten, dass nur drei Punkte als Insert wiederholt werden, ein vierter vom Anfang der Urkunde an das Ende gerückt ist und nun an dieser Stelle als Poenformel erscheint. 2. Anstelle der oben S. 35 wiedergegebenen Bestimmung über die Sicherung zehnjährigen Besitzes (Urkunde von 1230 nr. 4) steht Sp.-W. 2 die Sicherung des Besitzes schlechthin3): De rebus eciam (neque d. r. eorum) quas iure hereditario possident, in areis, in ortis {in casis), in vineis, in agrisy in mancipiis seu in ceteris rebus mobilibus vel (et) inmobilibus (im-) nullus (fehlt) eis quicquam auferre presumat (audeat): In R. liegt eine Bestimmung über die Entstehung eines gesicherten Besitzrechts vor, in Sp.-W. eine Schutzbestimmung. Dass diese in R. fehlt, liegt daran, dass in dieser, aus einem besonderen Grunde,4) sämtliche Schutzbestimmungen fehlen. 1) Sp. 1090: Unde regia nostre celsitudinis indictione precipimus atque iubemus, ut de cetero nullus, qui suh nostra regia potestate aliqua dignitate vel potestate sit preditus, non parvus non magnus non Uber aut servus eos inquietare quibuslibet iniustis occasionibus aut attemptare praesumat. Schutz ihres Besitzes (S. 37). Si quis vero contra hoc edictum altquam violenciam eis intulerit, cogatur persolvere ad palacii nostrii erarium sive ad cameram episcopi libram 1 auri........ Privileg Ludwigs d. Frommen für Rabbi Domatus, c. 825 (Form. imp. nr. 30, M. G. Leg. V p. 309): ut neque vos neque iuniores seu successores vestri memoratos Hebreos de nullis quibuslibet illictis occasionibus inquietare aut calumniam generare praesumat. 2) Die Straf bestimmung lautet in Sp.: cogatur persolvere ad palacii nostri erarium sive ad cameram episcopi libram I auri..dagegen in W. wie in R.: in graciam nostram reus sit. Die Speierer Abweichung gehört offenbar zur bischöflichen Fälschung. 3) In Klammern die Wormser Fassung. 4) Darüber S. 57.

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