Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 4 (1913)
- Article
- Plan für die Bearbeitung eines Urkundenbuchs zur Geschichte der Juden in Deutschland im Mittelalter
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 25)
- Language
- German
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— 23 — De mestere der inninghe der lakemekere ut deme Haghen unde ut dere Nyenstad unde ut der Oldenwik hebbet ghedeghedinghet mit den joden over alle de stad also, dat se nicht scölen nemen to fände lakene, de to Brunswic sin ghemaket, sunder allen estucke moghen se wol nemen, noch nene lakenschere noch nene wulle noch nen garn. Neme aver en jode garn, dat scal he to losene don vor dat spinnelon unde nicht durere. Unde stve aldusdan ding wel utsetten, dat scal he don mit wettene sines neybures, unde de jode scal ok to sik nemen enen anderen joden ut siner neyburscap, unde alsodan ding scal me van eme losen. Neme he susdan ding boven dat, he scal hebben vorloren penninge unde pant. Wörde deme kerstenen borst sines neybures, so is de jode des neghere to beholdene mit sineme neybure bi eren waren worden ane edh. Dor disse sake scole we unde use ghesinde de joden unde ere ghesinde vorderen, wor we moghen. Oc en scolen se van neneme gaste noch lantmanne noch lantvrotven garn eder ivulle nemen, se en bringen eren werd mede. Disser dinghe sint thughe de Rad ut der Nyenstad, her Gherwin, Rotgher, Ludeman van Helmstede, Ludolf van Ringelem, Conred van Hildensem, Albert Blyvot, her Jorden van Wenthusen, her Ludegher de drozte, her Bertold van Velthem, riddere, unde Oldendorp, uses herren Meghedeborch, Ysaac van Goslere, de dusent jar drehundert jar in deme Die Meister der Innung der Lakenmacher aus dem Hagen und aus der Neustadt und aus dem Altenwiek haben mit den Juden aus der ganzen Stadt vereinbart, dass sie nicht zu Pfand nehmen sollen Laken, die zu Braunschweig gemacht sind, —aber ganze Stücke mögen sie wohl nehmen — noch eine Lakenschere, noch Wolle, noch Garn. Nimmt aber ein Jude Garn, so soll er es um den Preis des Spinnlohns auslösen lassen und nicht teurer. Und wer eine solche Sache verpfänden will, soll das mit Wissen seines Nachbarn thun, und der Jude soll auch zu sich nehmen einen anderen Juden aus seiner Nachbarschaft, und eine solche Sache soll (kann) man von ihm auslösen. Nimmt er eine solche Sache gegen dies (diese Bestimmungen), so soll er verloren haben Geld und Pfand. Würde der Christ seines Nachbarn ermangeln, so hat der Jude mit seinem Nachbarn auf ihre Aussage hin, ohne Eid, den Anspruch gewonnen, die Waren zu behalten. Durch diese Sache sollen (können) wir und unser Gesinde die Juden und ihr Gesinde zu Gericht fordern, wo wir wollen. Ferner sollen sie von keinem Gast noch von einem Landmann, noch von einer Landfrau Garn oder Wolle nehmen, wenn sie nicht den Wert ausweisen. voghet, unde Gopsin unde Nathan van joden. Dith is gheschen na goddes bord twelften jare achte daghe na paschen.