Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 3 (1911-1912)
- Article
- Bericht über die Tätigkeit des Gesamtarchivs der deutschen Juden
- Date
- 1911-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 22)
- Language
- German
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— 76 — dass man nicht nur das Nebenbei der Theologie als jüdische Geschichte aus den Akten heraushebt, sondern versucht, die sozialen, wirtschaftlichen, politischen und rechtlichen Verhältnisse der Juden in ihrem Zusammenhange mit der aUgemein-geschichtlichen Entwicklung zu erkennen. Auch den Gemeinden wird erfreulicherweise immer mehr bewusst, dass wir ihre Akten nicht für uns, sondern für sie selbst ordnen und verwalten. Die Ausnutzung der Akten und der Arbeitskräfte des Archivs durch die Gemeinden steigt entsprechend. Es ist keineswegs notwendig, dass der Vorstand im Bedürfnisfalle nur das Aktenstück zurückerbittet und sich selbst die Mühe macht, den Stoff aus den Akten zusammenzustellen. Eine kurze Angabe des Zwecks genügt, um die Arbeitskräfte des Archivs für diesen Zweck in Bewegung zu setzen. Die fachwissenschaftliche Vorbildung und die andauernde Aktentätigkeit wird es zumeist dem Archivar nicht nur sehr viel leichter machen, den Stoff zusammenzusuchen, sondern wird auch eine gründlichere Arbeit garantieren, wenn es nötig ist, eine Beurteilung des Falles veranlassen und dem Archivar Gelegenheit geben, die Frage durch Präzedenzfälle aus den Akten anderer Gemeinden zu klären. Die anfragende Gemeinde bekommt den Bescheid auf das eiligste, wenn es nötig erscheint, unter Beifügung der Akten, auf die sich der Bescheid stützt. Wir stellen die Benutzungsziffern in den Jahren 1906 bis März 1909 und April 1909 bis März 1911 einander gegenüber: April 1906—März 1909: zu wissenschaftlichem Zweck 48, zu geschäftlichem 20 Anfragen; April 1909—März 1911: zu wissenschafthchem Zweck 81, zu geschäftlichem 45 Anfragen. Von April bis Oktober 1911 betrug die Zahl der wissenschaftlichen Anfragen 37, der geschäftlichen 10, Der Aufbau des Gesamtarchivs stellt sich augenblicklich wie folgt dar: 1. Gemeindearchiv. S. S. 60 und 81 ff. 2. Regestensammlung von Urkunden zur Geschichte der Juden in Deutschland. S. S. 68. 3. Vereinsarchiv. Von den Akten der vielen, in jeder Gemeinde bestehenden Vereine gelangt immer nur ein kleiner Teil mit den Gemeindeakten in das Archiv; soweit die Vereine nämlich in der Verwaltung der Gemenide angegliedert sind. Das Gesamtarchiv hat begonnen, die Akten aller Vereine, Stif-