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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1911-01-01 · 3 (1911-1912) · p. Seite 68

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
3 (1911-1912)
Article
Bericht über die Tätigkeit des Gesamtarchivs der deutschen Juden
Date
1911-01-01
Page
Seite 68 (sequence 14)
Language
German
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- 68 - Archiv schaffen, sondern Registraturen sammeln. Nicht der Zufall der Erhaltung und Zuführung, sondern das wissenschaftliche Bedürfnis muss dem Ausbau des Gesamtarchivs die Richtung geben, und dieses Bedürfnis findet nicht an dem seine Grenze, was wir dem Gesamtarchiv im Original zuführen können, sondern sucht alles zu erfassen, was sich in fremden Sammlungen seinem Interesse bietet. Ergänzungen nicht originaler Natur wird kaum ein Archiv entbehren können. Die Besonderheit unseres Arbeitsgebiets und unserer Arbeitsbedingungen bestimmt aber anderen Archiven gegenüber die besondere Bedeutung unserer Ergänzungsarbeiten für den Aufbau des Ganzen. Zunächst für das Zeitgebiet des Mittelalters, das im grossen und ganzen mit dem überwiegenden Geltungsgebiet der Urkunde zusammenfällt. Was wir im Original an Urkunden, Register- und Kopialbüchern aufzubringen vermögen, ist so gering, dass es als Grundlage eines Urkundenarchivs nicht in Frage kommt. Der Bestand an Urkunden zur Geschichte der Juden in Deutschland liegt in Staats-, Stadt-, Schloss- und Kirchen-Archiven fest. Für dieses Gebiet wandelt sich das Verhältnis von Hauptsammlung und Ergänzung. Die indirekte Zuführung des Stoffes fremder Archive in das Gesamtarchiv wird zur Hauptsache. Die Arbeit läuft in zwei Richtungen; die eine ist durch das Ziel eines Regesten-Katalogs aller jüdischen Verhältnisse oder Juden erwähnenden Urkunden bereits bezeichnet. Diese Arbeit nimmt ihren Ausgang von der gedruckten Urkundenliteratur und soll von dieser zu den Originalen und den älteren Abschriften führen. Das Ordnungsprinzip ist das chronologische. Die notwendige Ordnung nach dem Sachorte wird durch ein mit den Urkundsdaten ausgefülltes Register geschaffen. Sach-, Personen-, Herkunf ts- und Literaturregister treten hinzu. Der Regestenkatalog wird soweit wie nötig durch Urkundenabschriften ergänzt. An die Stelle der Abschrift soll aber bei Urkunden, die nicht nur Einzelangelegenheiten von Juden, sondern Gemeinde- und Rechtsverhältnisse behandeln, die Photographie treten. Auf diesem Wege wird es möglich sein, in grösster Vollständigkeit und mit dem grössten Masse diplomatischer Genauigkeit mit Ersatzmitteln ein mittelalterliches Archiv zu schaffen, das seine Ergänzung in einer Inschriftensammlung finden soll, die ebenfalls auf das Mass grösster Genauigkeit gebracht und deshalb mit mechanischen Mitteln, dem Abklatsch und der Photographie, hergestellt werden muss. An dem Urkundenkatalog wird bereits gearbeitet; auch für die Inschriftensammlung ist der Anfang vorbereitet.

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