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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1911-01-01 · 3 (1911-1912) · p. Seite 38

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
3 (1911-1912)
Article
Akten-Inventar der Synagogen-Gemeinde Soest
Date
1911-01-01
Page
Seite 38 (sequence 13)
Language
German
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— 38 — Hinzugekommenen zwei Söhne eines Zuzüglers aus der französischen Zeit sind, also wohl schon vorher in Soest gewohnt, aber erst in der preussischen Zeit einen selbständigen Haushalt gegründet haben, der eine, nachdem er vorher in der Landwehr gedient hatte. Bei dem dritten scheint nach dem Geburtsdatum seines Kindes (1816) der Ortswechsel (Hamm-Soest) mit seiner Verheiratung zusammenzufallen. Auch bei den in der französischen Zeit Hinzugekommenen weisen die Geburtsdaten der Kinder mit einer Ausnahme darauf hin, dass der Ortswechsel mit der Verheiratung zusammenfällt und wohl auch ursächlich zusammenhängt. Die Zahl zwölf gibt nur die Summe der Hausväter, zu welcher ausser den Familienangehörigen noch die Bediensteten hinzutreten. Mit den Familienangehörigen ergibt sich für 1816 die Zahl 45, die aber nicht den regulären Durchschnitt eines Bevölkerungsstands anzeigt, da durch den plötzlichen Zufluss von Juden, die erst bei der Umsiedelung einen Familienstand gründeten, bei den meisten naturgemäss im Jahre 1816 noch nicht die durchschnittliche Zahl von sechs bis sieben Familienangehörigen erreicht war. Für die Gesamtsumme treten ausser einer Pensionärin noch im Dienst stehende Personen hinzu, ein Privatlehrer, fünf Knechte, zwei als Schwager und Bruder des Familienhauptes bezeichnete und vier Mägde. Die Gesamtsumme beträgt also 58 Köpfe, zu denen man ideell noch 4 ausserhalb verheiratete oder in Dienst stehende Töchter von Soester Juden hinzuzählen kann. Für das Jahr 1822 werden 14 Familien und 80 Seelen genannt.1) Für das Jahr 1826 liegt wieder eine Liste vor, die 15 Familien nennt, von denen 9 bereits 1816 in Soest und 1 in Sassendorf, einer Landgemeinde in der Börde, wohnten; eine Familie wurde von einem damals bereits in Soest bei seinem Vater Lebenden begründet, 3 Familien sind nachher, eine nach Ampen, einer Landgemeinde in der Börde, zugezogen. Zahlenmässig wird für die Zeit von 1829—1842 mit 19—23 Familien eine nur leicht schwankende Mittellinie erreicht. Die Jahre 1843—1849 zeigen dann den regelmässigen Aufstieg, der mit leichten Schwankungen bis 1854 anhält. Wenn wir innerhalb dieser Entwickelung zunächst Abgang und Zugang unterscheiden, so ergibt sich; x) In den S. 41 erwähnten Lichtenfels'sehen Historischen Nachrichten aus dem Jahre 1822.

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