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Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden · 1910-01-01 · 2 (1910) · p. Seite 60

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Journal
Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
Volume
2 (1910)
Article
Statistik der Juden in den preußischen Staaten 1728 und 1749
Date
1910-01-01
Page
Seite 60 (sequence 3)
Language
German
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— 60 — zufertigen zu laßen, und sind von selbiger solche Tabellen mir insgesammt zugeschicket worden, ich bin sie durchgegangen, und habe daraus die beyliegende General-Specification der in jeder provintz de anno 1728 und 1730, da das General-Privilegium angeferttiget worden, befindlich gewesenen Juden-Familien und deren jetztigen Zahl extrahiret, dergestalt daß anjetzo incl. der Bedienten 920. Familien, oder wenn die Bedienten noch abgezogen werden, ohngefehr 800. Familien mehr, als vor 20. Jahren vorhanden seyn möchten, und die Juden nur in einigen Provintzien vor andern, auch hier in den Residentzien sich besonders stark vermehret; die hiesige Judenschaft hat zwar in ihrer Vorstellung, mittelst welcher sie ihre Tabelle eingerichtet, gesetzet, daß die Anzahl der hiesigen Schutz-Juden außer derselben Kinder und Gesinde sich nur auf 250 belaufen, und darunter gleichwohl viele publique Bediente, auch gantz alte abgelebte Leuthe und specialiter privilegierte befindlich, ich kann aber nicht begreifen, wie sie dieses so dreust dahin schreiben können, da ihre Tabellen 321 Familien, welche Zahl ich auch in specificatione deshalb eingenommen, befinden. Es erhellet allenthalben, daß sich viele Juden eingeschlichen, oder admittiret worden, die nicht zum Schutz und Geleit gehörig legitimiret, und daß, wenn ich die Wahrheit nicht hinterhalten soll, Cammern, Regierung, Commissarii Locorum und Magisträte nicht genügsame Intention, daß sich die Juden in dero Landen nicht allzusehr vermehren sollen, genommen haben, sonderlich auch viele verheyrathete, und zwar unter den Nahmen von Bedienten, als Todten-Gräber, Koller, Krankenwärther, Schulmeister, ja wohl verheyrathete Knechte aufgenommen worden; Meinen Satz kann ich nicht weiter beweisen, als wann ich zu beyspielen anführe, daß in der Ifalberstaedtschen Tabelle sogar 28. unvergleitete ausdrücklich benennet werden, und die Clevische in ihrem Bericht schreibet, daß sie selbst mit Verwunderung befunden, daß den unzähligen poenalisirten Verordnungen1) sich hie und da ohnvergleitete Juden eingeschlichen, toleriret oder unzuläßiger Schutz ertheilet worden; gleichwohl sind diese beyde provintzien Halberstadt und Cleve diejenigen, wo noch die wenigste Vermehrung geschehen, die einmahl vorhandenen oder admittirt zu vielen Juden Familien nunmehro fortzujagen, würde zu hart seyn, und viele Bewegungen veruhrsachen. ) Hier fehlt etwa: zum Trotz.

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