Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Journal
- Mitteilungen des Gesamtarchivs der Deutschen Juden
- Volume
- 1 (1909)
- Article
- Zur Geschichte des Projektes einer Reform des Judenwesens unter Friedrich Wilhelm II.
- Date
- 1909-01-01
- Page
- Seite 28 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2821022-2821023-2821059--0045-2821121- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 28 — von ihm gewählten 2. September. In unserem Aktenfascikel ist nur das vorläufige Schlussprotokoll vom 28. Sept. erhalten,1) aus dem hervorgeht, dass die Delegierten am 6. Sept. die Anträge zu Protokoll gaben: „1" dass ihnen Abschrift des Entwurfs das Judenreglement betreffend ertheilet, 2. ihnen eine Frist um mit ihren Gommittenten hierüber Rücksprache halten zu können bewilliget werden mögte." Beide Anträge wurden vom General-Direktorium bewilligt. Die neue Zusammenkunft der Delegierten sollte am 3. Dec. stattfinden und dann „das jetzt unterbrochene Repartitions - Geschäft, weshalb ihre Zusammenkunft veranlasst gewesen, schlechterdings ohne allen weiteren Aufschub seinen Fortgang haben und zu Stande gebracht werden." Die Protokolle der am 3. December aufgenommenen Verhandlungen fehlen; ebenso jeder Bericht über sie. Aus der Zwischenzeit sind ausser 12 Briefen, welche die Uebersendung der Copien des Protokolls vom 28. Sept. und des Reformprojekts und die Vertretung der Neumark bei der Deputiertenversammlung betreffen, nur noch „Erklärungen über die Declaration des General-Juden-Privilegii und die vorhabende Reform" erhalten. Das vollständige Scheitern der von dem General-Direktorium beabsichtigten inneren Reform ergibt sich aber aus der Tatsache, dass es schliesslich wieder nach der alten "Weise zu einer für 5 Jahre gültigen Generalrepartition kam. Das Repartitionsprotokoll beginnt mit den Worten: ,.Nachdem die Berlinsehe und allhier anwesende Deputierte der Provinzen und Städte sämtlicher Judenschaft ausser Westpreussen vermöge ihrer Vorstellung bei der von des Königs Majestät (hebr.) bestellte Kommission keine immerwährende Repartition machen können, auch vermöge der Instruktion ihrer Mandanten nicht machen dürfen, so haben wir beschlossen, die Anwesenheit der fremden Deputierten so zu nützen, die gewöhnliche Repartition, welche nun seit 1784 nicht angefertigt x) Ausser dem Ober-Landes-Aeltesten Jacob Moses waren als Deputierte anwesend für Berlin: Liebman Meyer Wulff und David Hirsch, für Ostpreussen und Litthauen: Aron Moses Bies und Abraham Alexander, für Halberstadt und Hohenstein: Israel Jacob, für die Grafschaft Mark und Crefeld: Direktorial-Agent Gottschalk Helfft und für Halle: Moses Jacob. Bereits abwesend waren die Deputierten der Churmark: Michael Lewin aus Stendal, Salomon Jacob ausPrenzlau, Nathan Liebman aus Potsdam und Levin Jo3eph Salomon aus Brandenburg, die Deputierten für Frankfurt a. O.: Schey Joseph und Dr. Schlesinger, der Deputierte für Cleve: Hertz Zaady, für Tecklenburg: David Joseph, für Minden, Lingen und Ravensberg: Schroeder. Die Namen der Deputierten für Pommern und die Neumark, die sich ebenfalls bereits entfernt hatten, werden im Protokoll nicht genaDnt. An anderer Stelle erscheint als Deputierter der Neumark Heiman Lewin Kersten aus Lanclsberg. Der zweite Deputierte war erkankt und nicht erschienen.