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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 483

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 483 (sequence 45)
Language
German
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Recenst-neu. 4sa Wort für Wort zu beantworten. Zuletzt aber erscheint erst: recht der Pferdefuß des Mephistopheles und der eigentliche Grund seiner Erbitterung' Hier bringt nun erst Eaffel seine Beweise, daß ich ein Feind des Rabbinismns bin und daß schon deshalb mein Buch verdammenswerth sei. Einer andersgesinnten Partei feind sein, kann nur ein intoleranter, unmoralischer Menschlich bin also durchaus dem Rabbinismns nicht feind; daß ich aber denselben und die Hierarchie nicht liebe, dazu hatte es nicht eines zwei Seiten langen Beweises bedurft, denn ich habe mich darüber so offen ausgesprochen, daß es jeder A-B-C-Schüler herausbuchstabiren könnte. Ich bedauere es keineswegs, durch meine Aufrichtigkeit mir Caffel's Haß zugezogen zu haben. In Betreff des Citates aus den Schriften des allgemein geachteten Herrn vr. Holdheim hat Herr Cassel recht gut gewußt, daß ich die Worte desselben anführe; allein er wollte die Gelegenheit benutzen, den Frommen zu zeigen, daß er Herrn Holdheim's Schriften nicht lese, und konnte zugleich einen außerordentlichen scharfsinnigen Spott gegen mich zum Besten geben. Herr Holdheim wird sich wohl geschmeichelt fühlen, daß ein Selig Cassel seine Aufrichtigkeit durch ein (?!) in Zweifel zu ziehen oder sie gleichsam in seiner scheinheiligen Manier zu verdächtigen sucht. Nach dem Vorausgegangenen wird es nun nicht mehr auffallen, daß es mir Cassel zum Fehler anrechnete, Reformbestrebungen und der Braunschweiger Rabbinerversammlung meinen Beifall gezollt zu haben. Zuletzt fallt er noch über den wackern Herrn Dr. Leutbecher her, der gewiß unpartheiisch in der Sache war, da ich ihn nicht einmal persönlich kenne, und nennt ihn, der als gelehrter Literat und Commentator von Göthe's Faust langst schon, ehe man an Selig Cassel dachte, der gel hrten Welt rühmlich bekannt war, den Verfasser von ein paar Schulschristen. Und weil Selig Cassel nun einmal die üble Gewohnheit hat, von sich selbst auf Andere zu schließen, so glaubt, er auch, oder gibt sich wenigstens den Schein, es zu glauben, der ehrenwerthe Herr vr. Leutbecher müsse bezahlt worden sein. Ebenso wegwerfend spricht er von dem anerkennenden Schreiben Sr. kön. Hoheit des Großherzogs von Baden, dem er einen so rabbinisch pWgen Grund unterlegt, wie er nur in dem Gehirn eines Cassel entstehen kann. Er meint nämlich, der Großherzog wollte seine Freude damit ausdröcken, daß es Juden gebe, die deutsch schreiben können! Wie fein und klug! Dem. Selig Cassel in Berlin kann man freilich nicht zumnthen, zu wissen, daß es in Baden viele tüchtig gelehrte Israeliten gibt, und daß Se. Hoheit schon oft Beweise gegeben, daß Sie Kenntnisse zu würdigen wissen. Ich könnte Herrn Cassel mit mehreren dergleichen Zuschriften von hohen und gelehrten Personen und namentlich von einem durch wissenschaftliche Bildung ausgezeichneten Kirchenfürsten und mit gründlichen Recensionen, die in allen Stücken das Gegentheil von der seim'gen sind, von unpartheiischen und mir nur aus ihren Werken bekannten Gelehrten, aufwarten und sein Herz erfreuen; allein, da allzu große Freude schadet und mir und der Welt zu viel an der kostbaren Gesundheit des Selig Cassel gelegen ist, und ich, was bei ihm freilich nicht der Fall ist, ein Feind aller Ostentation bin, so will ich es unterlassen. Das heuchlerische Bedauern des Selig Cassel 'findet die Verlagshandlung höchst überflüssig und laßt vielmehr für die gediegene Recension danken, indem sie ihm versichern kann, daß nach derselben der Absatz des Werkes gestiegen ist; sie wünscht nur, daß zu diesem Behufs das Blatt, worin sie steht, recht verbreitet wäre. Endlich zu allerletzt stürmt Selig Cassel, wie weiland Don Quirote gegen die Windmühle, mit unsäglicher Wuth gegen mein Bild, tritt es mit Füßen, stößt Verwünschungen aus und geberdet sich gegen

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