Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 482 (sequence 44)
- Language
- German
- Belongs to
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Rtzcenfionen. 482 zum dritten LH eile im 4. Hefte über.- Hier spricht er eine halbe Seite lang seinen Atzrger übereinen perbesserten Druckfehler aus und behauptet dreist, bas Citat S. 308 not: 8. müsse von Jost abgeschrlrben f«n, weil es ein hebräischer Brief ist und doch lateinisch gegeben wurde. Bei dem Namen R. Moses hadarschen verweise ich in einem Eitate auf Zuuz: Gottesdienstl. Vorträge p. 286, aber nicht 366, wie Cassel fälschlich, um den Leser irre zu führen , angibt, und was ichnach deck Eitate sage, hat natürlich keinen Bezug mehr auf Znnz. Aus wessen Haupt fallt nun das von Selig mit so geläufiger Zunge hingeworftüe Schimpfwort der Unverschämtheit? (P. 322.) Allerdings wird von Martin im pußjo Ldel der Bereschith rabba öfters eitirt, und wenn Selig Cassel es mir nicht glaubt und etwas Lateinisch versteht, so soll er es nur selbst dort Nachlesen. Hier wird wieder nicht vergessen, nach echter Bachurim-Manier vor Herrn Zunz mit dem Hundeschwanz zu wedeln, indem wiederholt gesagt wird: er versteht das harbe Tosephot nicht. (P. 340.) Weil ich also dem Mathäns Parisiensis, der schon, wie der gelehrte Recenftttz weiß, 1259 gestorben ist, mittelalterliche Vorurtheile — und mit Recht — beilege, so kenne ich nicht einmal sein Werk, dessen Titel ich zur Ueberzeuguug des wahrheitsliebenden Cassel vollständig hierher setze: Mathaei Parisiensis Histor. Major. Parisiensis fol. 1664. Demnach glarckt Herr Cassel, nur diejenigen, welche im Mittelalter lebten, können mittelalterliche Gesinnungen haben. Wie immer, so irrte er sich auch hier. Er selbst mag aber als der evidenteste Beweis gelten, wie vor nnd nach dem Mittelalter und jeder Zeit Menschen eristirten, die von mittelalterlichen Vorurtheilen vollgepfropft waren; denn obgleich Herr Selig Cassel als ein frommer , talmu/ disch rabbinisch gesinnter Jude sich geltend machen will, so benimmt er sich dennoch höchst intolerant gegen reformttcbende Israeliten und gegen Christen. Aus diesem Beispiele kann Herr S. Cassel ersehen, daß er selbst im 19. Jahrhunderte mittelalterliche Gesinnungen hegt. Doch endlich — parturiunt niontes, nascetur ridiculus — mus — endlich hat Selig Cassel einen wirklichen Fehler gefunden! Pag. 345 in der-Note heißt es nämlich: Depping p. 346 f. The number etc. und sollte heißen: Depp. p. 346 und Huie p. 160, weil das wörtliche Citat aus dem letztern ist. Aus diesem Druckfehler schließt nun mein ehrenwerther Reeensent, ich müßte glauben, Depping habe englisch geschrieben. Um ihn nun zu überzeugen, daß sein Propbetengeist ein falscher, nichtswürdiger und übelwollender ist, dem Publikum aber zu beweisen, was es von einer so böswilligen, einseitigen und absurden Recension zu halten habe, will ich den Titel des in Händen habenden Werkes von Depping herfetzen: Les Juifs dans le Moyen age. Paris 1834. 8. P. 391 rügt er ebenfalls einen Druckfehler, nämlich Israel st. Jsmael. Daß Gedalia ben Jachia zweimal erwähnt wurde, ist nicht in Abrede zu stellen; aber was hat der Leser dabei verloren, den Namen eines berühmten Mannes in eirckm so umfassenden Werke zweimal zu finden? Es scheint unserm intoleranten Recensenten sehr wehe zu thun, daß ich des wahrhaft edeln Peter Beer mit einigen anerkennenden Worten erwähnt habe. Wollte Gott, Selig Cassel und alle Seinesgleichen waren dem Hingeschiedenen an GefinnuugStüchtigkeit und wahrer Bildung ähnlich, mancher Skandal in öffentlichen Blättern würde unterbleiben. Daß die Bikkure haitim fortgesetzt werden, scheint ihm auch unbekannt zu sein. Goldberg ist nicht Verfasser, sondern Herausgeber des Cherem chemed. Ich habe nun aus der unendlichen Menge böswilliger Verdrehungen und Fälschungen nur die merkwürdigsten herausgehoben, weil es mich wchrhast anwidert, solch absurdes Zeug, das keiner Widerlegung bedarf,