Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 481 (sequence 43)
- Language
- German
- Belongs to
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* Recensionen. 481 urtheilen, von welchen er keinen Begriff hat, noch haben kan«, und sei» hirnloses Geschwätz eine Be- und Verurtheilung zu nennen! Fragen wir uns, was hat er denn eigentlich beurtheilt und krktifirt, so wissen wir, wenn wir auch den Ekel überwinden und seine langweiligen Tiraden noch so aufmerksam durchkese», nichts Anderes anzugeben, als daß er mit großer Mühe andere Geschichtswerke durchblätterte, und wo er ähnliche Daten, Fakten und Citate fand, daraus beweisen wollte, ich müßte abgeschrieben haben. So bringt er S. 9, 19, 11, 12, 13 rc. ähnliche Stelle» aus BaSnage, Hollberg, Prideaur, Jost rc. und muthet mir zu, ich müßte die Begebenheiten und Ereignisse selbst erfinden, müßte fie Ln andere Zeiten versetzen, sonst ist mein Werk ei» Plagiat, bringt dem jüdische» Namen des Selig Cassel Unehre und ist daher unbrauchbar. Also ihr Becker, Schlosser, Pölitz, Rotteck und wie ihr berühmten Geschichtsschreiber alle heißet, Gaffel macht euch alle zu Plagiatoren, weil jeder von Alerander, Cicero, Titus, Constantin rc., dem 39jährigen, dem 7jährigen Krieg re., von Napoleon, von Friedrich d. Gr. rc. dieselben Thatsachen, die yämlichen Ereignisse, denselben Zeitpunkt angibt, ihr habt es zuverläsfig von einander abgeschrieben, seid deshalb Räuber, unehrlich, schlecht rc., so meint und schimpft der bedauernswerthe Cassel. Hätte mir Cassel einen einzigen wirklichen Fehler, eine einzige falsche Thatsache nachgewiesen, ich würde es gewiß mit Dank ausgenommen und seine empörenden, pöbelhaften Verwünschungen und Schmähungen, die von jedem andern als ihm beleidigend find, mit Nachficht übersehen haben. Aber nein, dagegen verwahrt fich schon Herr Cassel von vornherein; er sagt nämlich: „er ist frei von Allem, was man ihm als faktisch falsch und schlecht beweisen möchte; denn obige^ genannten Bücher find die besten vorhandenen Quellen für ihn." Daher begnügt fich auch Cassel, drei Hefte hindurch den Leser mit ähnlichen Facten in andern Geschichtswerken zu ermüden und zur Abwechslung mit einem Strom von Schimpfwörtern zu unterhalten. Es ist klar, Caffel's edle Abficht war blos, wie er selbst gesteht, mich literarisch tobt zu schlagen, und hat fich den Berliner Recensenten des verstorbenen Medkcinalraths Dr. Sachs zum Vorbilde genommen. Schade nur, daß er wohl den Willen desselben, aber nicht das Wissen besitzt Dabei laßt Selig Cassel keine Gelegenheit vorübergehen, dem würdigen Herrn Dr. Zunz auf eine verächtliche Weise zu schmeicheln, — was gewiß dieser geachtete Gelehrte mit Mißfallen lesen wird — und kriechend, wie ein Bachur, dem Rabbi Weihrauch zu streuen. Seite 39 rügt er, daß ich. die Meinung, am Sabbath nicht kämpfen zu dürfen, für „abergläubisch" halte, und meint wieder in seiner Einfalt, das 8. Kapit. des Joseph, habe 467 §. Ich wette darauf, wenn Selig Cassel so unglücklich wäre, Soldat werden zu müssen, er ließe fich am Sabbathe lieber tobt schlagen, als fich zu wehren, oder — er liefe davon. Einige Zeilen weiter triumphirt er über ein überflüsfiges „ib.“ Wer den Ekel überwinden kann, eine so feindselige, lügenhafte und finnlose Beurtheilung zu durchlesen, und dabei mein Werk mit den von ihm angegebenen Stellen vergleicht, der wird fich leicht überzeugen, wie nichtig seine Behauptungen find und wie unehrlich und leidenschaftlich er mit meinem Buche verfuhr. Man wird dort in den Facten und Daten auch nicht mehr Aehnlichkeit finden, als andere Geschichtswerke, die ein und denselben Gegenstand behandeln, mit einander gemein haben. Das zweite Heft, in welchem er erst recht feine merkwürdige Fertigkeit im Schimpfen auf eine feine Weise entwickelt, und wo er in der Beurtheilung in derselben Manier, wie im ersten Theile sortfährt, übergehe ich, um nicht nochmals den Unwillen des gelangweilten Lesers zu erregen, und gehe