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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 480

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 480 (sequence 42)
Language
German
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480 Recenfionen. reiches Publikum zu sende«, — steht eine für die Annalen der jüdischen Journalistik höchst merkwürdige, von einem Selig Cassel Unterzeichnete Recenston vorstehenden Werkes, die ich gewiß ganz unbeantwortet gelassen haben würde, wenn nicht der Herr Redactenr am Schluffe des Schmähartikels mich selbst zu einer Antikritik aufgefordert und Selig Cassel nicht auf Personen geschimpft hatte, deren Schuhriemen zu lösen er nicht wsrth ist. Ich setze das Urtheil eines durch Wissenschaft und guten Charakter ausgezeichneten Professors aus Erlangen, dem ebenfalls durch eine Buchhandlung jenes erste, eine» Theil der Recenston enthaltende, Heft zugesandt wurde, an die Spitze dieser Entgegnung. „Ich habe noch nie," äußerte der Herr Professor, „eine leidenschaftlichere, gehässigere und mit solcher^ Wuth geschriebene Kritik, wenn dieses Agglomerat ion Schimpstvörtern, Giftsprüchen und Gallspeien diesen Namen verdient, in einem deutschen Blatte gelesen- Fanatismus, Neid und grimmiger Haß sprühen wie glühende Funken aus einer Feueresse hervor, und meiner Meinung nach verdient dieses elende, ekelerregende Machwerk, das ich nicht bis zum Schluffe zu lesen vermag, keine Erwiderung, und kann dem Werke nur zur Empfehlung gereichen; denn die schlechten Früchte find es nicht, woran die Wespen nagen rc." Selig Cassel fangt seine Schmahrecenfion mit einem sehr gewichtigen Mann, mit Schelling, an, um uns zu beweisen, daß er Philosophie verstehe, und entwickelt lang und breit und mit so schwülstigen Worten, was modern philosophische Bildung heißt, daß weder er selbst und noch weniger der Leser weiß, was er eigentlich will. Hierauf gibt er uns klar zu verstehen, wie nur er allein* bis zum Quellenstudium hinabsteigt, wie nur er allein steißig und erleuchtet ist, ein Anderer aber aus Faulheit im Finstern tappt und sein Wissen aus Beckers Weltgeschichte geholt hat. Ohne daß man weiß, wie das hieher kommt, läßt er jetzt seine nun einmal überfließende Galle über alle Predigten strömen, die von dem Fortschritte huldigenden Rabbinern bisher erschienen find. Cassel nennt sie alle schlecht, und glaubt steif und fest, nur er allein vermag dem jüdischen Namen Ehre zu bringen. Und aus dieser Ueberzeugung und aus übermenschlicher Liebe zum Publikum vergeudet er seine edle Zeit, mein Werk auf eine ganz neue, noch von Niemand versuchte Weise zu recenfiren. Dieser trefflichen Einleitung folgt ein ganzes Lerikon von Schimpfwörtern, wovon wir zur Bezeichnung nur einige wenige herausheben wollen: arrogant, dreist, räuberisch, schlecht, unehrlich, unwissend, unrabbinisch, gebrandmarkt rc. Hatte ich doch Cassel für so klug gehalten, daß er seiner innern Wuth schon deshalb keinen solchen Ausbruch gestatte, um den Widerwillen des Lese.s nicht gegen fich zu erregen; denn jeder Rechtschaffene wird sagen: solche ekelerregende, gottlose Ausdrücke können nur in einem unreinen Herzen entstehen, und nur einem lasterhaften Munde entströmen! Hierauf schildert Cassel als ein begabter Prophet meine Bibliothek, und wie überhaupt dem Unredlichen eine Lüge leicht ist, so gibt er mit großer Zurerficht an, daß ich nur vier Werke und nicht einmal die Bibel oder den Joscphus befitze. , Letzteres entnimmt er daraus, weil* K. 7. §. 467 angegeben wurde. Ich weiß nicht, soll ich seine Bosheit oder seine Unwissenheit mehr bewundern? Ein Recensent soll nicht einmal die altern Ausgaben des Josephus kennen, soll nicht wissen, daß nicht ein Buch, nicht ein Kapitel so viele §§. enthalt, sonderm daß solche mit dem ersten Buche beginnen und bis zu Ende des letzten ununterbrochen fortgehen, daß nach dieser Ausgabe der Jesephus in der Rist. Jud. XX. Bücher und im Ganzen 867 §§. enthält; ein Bachür, der kaum erst deutsch lesen lernte, soll fich erdreisten, über Werke zu

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