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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 472

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 472 (sequence 34)
Language
German
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472 Zur Wissenschaft des JrrdenthumS. durch alle Hindernisse einen Weg zu -ahnen weiß und wahrhaft für Wissenschaft glühet. Herr L. ist Rabbiner in einer kleinen Gemeinde Böhmens, wohin sich selten ein wissenschaftliches Werk verirrt, unv er schöpft, auf sich beschrankt, aus sich selbst und lüftet mit kräftiger Hand den Schleier des Wissens. Wenn er also bei manchen Fremdwörtern nicht auf der Höhe der Linguistik stehet, so thut dieses seinem Streben keinen Abbruch, und ist sein Werk hinsichtlich der hebräischen Wörter sehr brauchbar und vorzüglich wegen der angeführten Quellen schatzenswerth. — Der 'Vers, hat dieses Heft auf seine Kosten herausgegeben. Möge er kräftige Unterstützung zu weiterer Fortsetzung finden, oder ein Verleger ihm sein Unternehmen erleichtern. F. Zur Wissenschaft des Iudenthums. Zur Geschichte und Literatur. Von Dr. Zunz 1. Band. (Fortsetzung vom Septemberhefte.) Die Tosaphisten. Der Hr. Verf. beginnt seine Aufzählung der Gloffatoren (Tosaphisten) mit der Bemerkung, daß man sich bei den früheren Bibliographen und Literarhistorikern hierüber vergebens nach Belehrung unrsehe, namentlich habe Bartolocci keine klare Vorstellung von der Sache. — Wir müssen hinzufügen, daß auch Wolf, nicht nur (wie Vf. sagt) durch die — an sich minder wesentliche — Uebergehung der Piske Tosaphot, und durch Untereinanderwerfung. der Namen der Tosaphisten mit denen anderer talmudischer Schriftsteller, Fehler beging, sondern daß er von dem Wesen der Tosaphot*) einen ganz falschen Begriff hatte. Er halt sie für Zusätze (additiones), welche von den spateren Rabbinen zur Gemara gemacht worden seien; offenbar durch die wörtliche Uebertragung des Wortes irregeleitet. Nun ist aber, letztere Bezeichnung überhaupt nur uneigentlich zu nehmen. Die Tosaphot sind — wie Jedermann weiß — weder Zusätze zur Gemara, noch auch zu den vorher entstandenen und nwaaip (Commentarien) (vgl. Zunz S. 160), obwohl sie ihre Benennung daher erhielten,, indem sie sich äußerlich in Marginalbemerkungen als Zusatze jener Commentarien darstellten. Nachdem in Asien, Afrika und Spanien die geonaischen und ihnen folgenden Epitomatoren und Eregeten des Talmuds, in Frankreich aber N. Gerson, die Leuchte des Erils, und zuletzt besonders Raschi, durch ihre ausführlichen und umfassenden Commentare fast aller Theile des babylonischen Talmuds, den in letzterm niedergelegten Stoff zu größerer Klarheit und Veranschaulichung gebracht und dadurch sowohl eine verbreitetere Kenntniß seines Inhalts bewirkt, als auch die in ihm herrschende Lehr- und Disputätionswei^e zugänglicher gemacht hatten, so daß durch tiefere Eingehung in den Geist der talmudischen Diskussion ein größerer Trieb zu deren Nachahmung erweckt und eine Anregung gegeben ward, *) Daß Vasnage und die allg. Welthistorie zwei Rabbinen Namens „Rath" nennen, ist ein Mißverstandniß der Anfangsbuchstaben von „Rabenu. Tam" welchen Beinamen zwei Rabbinen führten (Jacob ben Meir und Jacob von Orleans). —

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