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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 471

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 471 (sequence 33)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 471 Selbstbefferung und Herzenslauterung ist, wie er in dem Werke Bechaji's sich darstellt, von unserem fast bewußtlos von Genuß zu'Genuß hingerissenen Geschlechte noch wahrhaft erkannt und nach seinem hohen Werthe gewürdigt werden könnte. Aber es ist gut, ja nothlvendig, um wenigstens noch jäherem Abstürze vorzubeugen, wieder einmal auf die alten Moralisten hinzuzeigen und ihre, wenn auch zuweilen herben, doch wohlgemeinten Lehren unter das Publikum zu bringen. Darum möge die vorliegende, sehr nett ausgestattete Ausgabe des Bechajischen Werks, zumal sie mit einem kurzen, die schwierigeren Ausdrücke und Lesearten deutlich und sachgemäß erklärenden Commentar des Herrn Benjacob versehen ist, willkommen sein. Lesen und schätzen die Anhänger des classischen Alterthums ja noch ihren Epiktet und Cicero's Ofstcia, die gläubigen Christen ihren 1twma8 a Kampfe, und wir sollten unserS Bechaji Pstichtenlehre verschmähen? — In der vorgedruckten deutschen Einleitung läßt sich Herr A. Jellinek sehr belehrend aus über Bechaji und seine Zeit, über die ethische Literatur der Juden vor Bechaji, über die eigentliche Grundlage und den wesentlichen Inhalt des Bechajischen Werks und über die hebräjschen Uebersetzungen dieses in arabischer Sprache verfaßten Buches, dem die auf der Leipziger Rathsbibliothek befindlichen Fragmente einer Uebersetzung von Joseph Kimchi hinzugefügt find. — Interessant ist namentlich in der Einleitung die Notiz über den eigentlichen Geburts- und Wohnort unseres Bechaji ben Joseph, der früher unbekannt war, bis ihn Zu uz zuerst (ek. additamenta ad cat. cod. Lips.) ausgemittelt hatte, dessen geistreiche Combination — Sarag ossa als Bechaji's Vaterstadt anzunehmen — Herr Jellinek noch durch Gründe unterstützt, die schwerlich widerlegt werden dürsten. Die manchen früheren Ausgaben angedruckte NN21N des R. Bechaji ben Joseph, welche Sachs so vorzüglich übersetzt hat (vgl. die relig. Poesie der I. in Spanien S. 63), sowie die ihm gleichfalls zugeschriebene Wi sind der vorliegenden Ausgabe nicht beigefügt. vr. B. Beer. munn naana ta^aan .rt'nn 28-lL> .aiaa ‘■nabna nix2a;n (Erstes Heft 50 S.) Herr Löwy, Rabbiner in Amschelberg in Böhmen, übergibt hier dem Publikum ein Heft seines Wörterbuches, das -die im Talmud sich findenden hebräischen Wörter und Redensarten bringen soll. Den Verf. leitete, wie er im Vorworte sagt, ein doppelter Gedanke: er will Nachweisen, wie die Sprache der h. Schrift sich bei den talmudischen Lehrern (den früheren nämlich) fortgebildet habe,, und sei also für den Sprachgebrauch großer Nutzen hieraus zu ziehen, ferner wie über vereinzelte Wörter der Schrift (&*<*£ Isyopsva) oder deren Gebrauch nur seltm, durch die ausgebreitete Anwendung im Talmud Aufschluß zu finden sei. Das Wörterbuch soll also eigentlich nur ursprünglich hebräische Wörter bringen, der Verf. bietet jedoch noch mehr als er versprochen, und kann auch dieses, da Herr L. fich als fleißigen Forscher zeigt, nur mit Dank ausgenommen werden. Jedem Worte ist zuerst seine Grundbedeutung auf hebräisch und deutsch beigefügt, hierauf gehet der Verf. auf die Neben- oder abgeleiteten Bedeutungen über, die er ganz logisch ordnet. So spricht er schön über aaa, aa, pan, hma* (wo er auch treffend Jes. 19, 16 erklärt), *tsa. — Was die Achtung für den Verf. vermehrt, ist, daß man in ihm einen strebsamen Geist erblickt, der sich

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