Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 470 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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470 Allgemeine theologische Bibliographie. Mel so wie die Vorrede darüber aus. Jener „die jüdischen Religionsphllosophen des Mittelalters oder Uebersetzungen der seit dem zehnten Jahrhundert verfaßten jüdischen Religionsphilosophien." In der Vorrede sagt Herr vr. Fürst, „dieser EycluS der Religionsphilosophien soll umfassen: Emunot we-Ddeot (das hier erscheint), den Kusari, More Nebuchim, den 'tt tmrbn, das Buch Jkkarim. Ueber jedes dieser Bücher wird in Schlußabhandlungen, so viel als zur allgemeinen Belehrung nöthig ist, gesprochen werden." Da uns die Abhandlung zum Emunot Wedeot noch nicht zugekommen ist, fo kann über den Plan, den der Neberfetzer verfolgte, und über den Gesichtspunkt, aus welchem er dieses Werk wiedergeben will, zwar noch nicht gesprochen werden, doch ist in jedem Falle das Unternehmen lobenswerth, eine größere Bekanntschaft oder vielmehr Bekanntschaft überhaupt mit den philosophischen Arbeiten der Juden aus dieser Periode anzubahuen uud so dem aus Unwissenheit entstandenen Borurtheile, als sei auf dem Gebiete der Philosophie der Juden gar nicht zu gedenken, einem Borurtheile das Degerando noch in neuester Zeit offen aussprach und deutsche Philosophen und Philosophiehistoriker durch ihr Schweigen mit ihm theilen, entgegen zu arbeiten. — Da jüdische Werke häufig das Schicksal ihrer Autoren, allenthalben zurückgewiesen zu werden, erfahren, so ist Herr Otto Wigand, aus dessen Verlag das gedachte Werk schön ausgestattet hervorging, rühmend zu erwähnen. F. Manna von M. Steinschneider. Berlin 1847. Eigenthum von I. Rosenberg. Herr Steinschneider gibt hier Nachbildungen jüdischer Poesie aus der Vlüthezeit jüdisch-arabischer Bildung (11.—13. Jahrh.). Auch dieses Bestreben, die alten jüdischen Meister in an das Original sich möglichst anschmiegenden Uebersetzungen der Nachwelt vorzuAhren, ist verdienstvoll; vorzüglich find die „kleineren Gedichte, Epigramme und Gnomen" hervorzuheben, die ganz der Anforderung, die an diese Art Gedichte gemacht wird, entsprechen, während die größeren Stücke mehr künstlerischen als dichterischen Werth haben. In einem Anhang gibt der Verfasser Erläuterungen und Parallelen, sowie Notizen über Schriftsteller und Schriften. F. .niss^n nmn min ->Lv System der Moral von R. Bechaji bar Joseph, nach der von Jehuda Ihn Tibbon aus dem Arabischen gefertigten Uebersetzung nebst einem kurzen (hebr.) Commentar herausgegeben <von I. Benjacob). Mit einer Einleitung und Fragmenten der Josef Kimchi'schen Uebersetzung vermehrt von Ad. Jeliinek. Leipzig 1846. 12. XLVIII. u. 464 S. Bechaji's Werk „von den Psiichten der Herzen" war bei den, den frommen Glauben der Vater mit felsenfester Ueberzeugung bekennenden und dessen Gebote mit strenger Gewissenhaftigkeit ausübenden Männern der früheren Generationen gewissermaßen ein Buch, „womit sie sich niederlegten und wieder aufstanden." — War Glaube und Vertrauen durch das Lesen der heiligen Schrift gestärkt, Verstand und Nachdenken durch das Studium dcs Talmuds geweckt worden, so ergriff man dieses Büchlein , um in seinen triftigen Regeln und Aussprüchen einen sichern Anhalt und Leitstern zu finden für die mannigfachsten, zuweilen heterogenen, Pflichten im praktischen Leben. — Jene harmlose Seit ist allerdings vorbei, die Verhältnisse sind zu complicirt geworden, als daß jener grade, reine gottesfürchtige Sinn, dem auch die strengste Ascetik nur ein Mittel zu innerer