Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 468 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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468 Allgemeine theologische Bibliographie. » trauenden Schüler kurz schrieb, oder daß R. Ascher den Inhalt der ihm gewordenen Responsen kur; neben seinen ausführlichen Fragen (vie von Scharfsinn und Gelehrsamkeit zeigen) anmerkte, und es traten nun aus dieser Sammlung, die R. Ascher für sich anlegte, und in die er auch die Responsen des R. Jehuda an Anvere ausgenommen hatte, gegenwärtige Responsen— vielleicht erst Ln dem Nachlasse des N. Ascher gefunden, also gar nicht für die PublicitLt bestimmt — ans Licht. lieber diese Responsen wird unter den Gelehrten vom Fach nur eine Stimme sein; sie sind in ihrer Einfachheit tief und geistreich,' ganz so wie man es an den Früheren (mitaan)- gewöhnt ist. Auch der Geschichtsforscher findet hier manche Aufschlüsse über äußere (vgl. Nesp. 64) und innere Zustande (vgl. 50, 61, 79), die freilich mitunter ein sehr trauriges Bild darstelten. Herr Rosenberg hat sich durch diese Ausgabe um die jüdische Literatur wahrhaft verdient gemacht. Nr. 3 bringt drei alte Schriften und eine neue. In der Einleitung hebt mit Recht der Herausgeber, Herr Benjacob, das Verdienst Jener hervor, die alte Manuskripte zu veröffentlichen bemühet sind, und darf es ihnen nicht zum Vorwurfe gemacht werden, wenn sie auch für sich einen Vortheil dabei suchen. Sind sie jetzt doch fast die Alleinigen, die die alten Schriften aus dem Schiffbruche der Zeit retten! — Um desto gerechter ist aber der Wunsch , daß diese Editoren ihr Verdienst nicht schmälern, und nur der Wissenschaft Ersprießliches ans Licht bringen. Nicht die Alterthümelei, sondern die Alterthumskunde soll gefördert werden; jener genügt schon, daß das Pergament vergilbt ist, es schon vor mehreren hundert Jahren beschrieben wurde; der Alterthumsforscher fragt, wie dieses Pergament beschrieben; sei, ob hier ein lebendiger Ausfluß des Geistes, ob für Wissenschaft oder Geschichte durch den Einblick in die damaligen Verhältnisse etwas gewonnen sei. Fragt man nun, was Herr Benjacob in dem das erste der vier Piecen dieses Heftes bildenden aufgefundenen did tnVHÄrt bietet, so findet man ein so durcheinandergeworfenes verworrenes Conglomerat über altere Verf. und deren Lebenszeit, daß mit Recht anzunehmen ist, der Autor selbst würde, so er noch lebte, einer solchen Veröffentlichung sich widcrsetzt haben; er hatte hier nur Manches für sich schnell und wie es gerade der Augenblick darbot, als ein Mnemosynon ausgezeichnet: für das Publikum war es nicht bestimmt und konnte es auch eine solche Bestimmung nicht haben, da es gar keine Belehrung bietet. Möge Jemand in unseren Tagen versuchen, ein solches Opus herzugeben, ob man eß — um ganz gelinde zu sprechen — des Druckbengels würdig halten wird. — Ueberhaupt muß man bald anfangen auch hier einzulenken, damit nicht Nomenclaturen und Chronologien die Wissenschaft verdrängen uud Kenntniß der Büchertitel an die Stelle der Kenntniß der Bücher trete. — Das zweite und dritte Stück dieses Heftes, fj&s NL12P und tn&ü enthalten Auszüge aus den in der k. k. Bibliothek zu Wien und in der k. Bibliothek zu München in Mscpt. sich befindlichen Werken des Joseph Jbn Kaspi, die Herr Werblumer zu ediren im Begriffe ist und von denen er hier gleichsam als Programm Manches voraussendet. Wir erhalten hier die Aufzahlung der Werke des Jbn Kaspi nebst kurzen Eingängen. — Das vierte Stück bildet: eine Erklärung persischer und arabischer, in den Talmuden ü. s. w. vorkommender Wörter, von A. Jellinek. Es ist schon ein altes Sprüchwort: >21 dNN aoa, und hat dieses neue Stück unstreitig mehr Werth als die vorhergehenden drei alten. Herr Jellinek