Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 466 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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466 Allgemeine theologische Bibliographie. bekannt. Man lese die Schriften dieses Mannes durch, welche Beharrlichkeit im Glauben er fordert und wie für ihn selbst das Leben geopfert werden müsse, Welche Hingebung er vorschreibt und daß das Bekenntniß nie verleugnet werden dürfe, welche Hochherzigkeit, welchen Glaubensmuth er allenthalben lehrt und verlangt, und dieser Mann hatte selbst seinen Glauben einst äußerlich verleugnet? Er kann noch hervortreten mit den Anforderungen, Alles zu opfern, er sollte solcher Heuchelei fähig gewesen sein? Und er hätte sich dann auch die Apologie des nain-n in Hilchot Teschuba 7, 4 ff. gesetzt!!! Auch hatten seine Gegner, die ihn ob seines More des Unglaubens beschuldigten und zu Verfolgungen, sogar Anklagen bei einem christlichen. Cardinal sich hinreißen ließen, von seiner früher» Apostasie, die ihnen doch die schärfsten Waffen in die Hände gab und die ihnen bekannt sein mußte, geschwiegen! Herr Steinschneider hat im v. Jahrgang (S. 114 ff.) die Unrichtigkeit dieser Behauptung nachgewiesen; und möge man aus noch so vielen Codd. jenes Unrecht gegen M. herausdemonstriren wollen, so wird der Geist doch immer gegen den vergilbten Buchstaben die Oberhand behaupten, wird die geistige Auffassung eines Autors höher als der blinde Glaube an todte Codices zu stellen sein. — Die Abhandlung selbst ist von sehr lehrreichen Bemerkungen Steinschneider's begleitet, deren manche den oft sehr correcten Tert verbessern, die meisten ihn erläutern und Vieles über arabische Philosophie und deren Einstuß auf die damalige jüdische Philosophie bringen. Herr Steinschneider hat, wie bekannt, sich auf diesem Gebiete vieles und gründliches Wissen erworben, um desto mehr glauben wir ihn hier freundschaftlich darauf aufmerksam machen zu müssen, gegen Arabomanie auf seiner Hut zu sein. Es ist dieses eine Abirrung selbst der begabtesten Männer, daß fie die Schule oder das Studium, dem sie sich ergeben, als den Mittelpunkt aller geistigen Bewegung anzusehen sich gewöhnen, auf ihn Alles zurückbeziehen, von ihm aus die Schwingungen des Geistes Leurtheilen, die verschiedenartigsten Thatigkeiten ihm co/ oder subordiniren und in ihm wiederftrahlen lassen wollen. Wir schweigen von jenen schülerhaften Versuchen, nach fiüchtiger Durchlesung des Herodot und des ficilischen Diodor den Pentateuch zu egvptisiren und in ihm Jsisdienst und egyptische Hierophantenlehre wahrzunehmen, oder gar nach Laut- und Wortklayg die verschiedenartigsten Systeme und Lehren einander unterzuordnen; wir blicken auf Maimonides und müssen bei aller Verehrung vor diesem, von allen Geschlechtern nur mit Hochachtung zu nennenden großen Mann eingestehen, daß er sich zu sehr von der peripatetischen Philosophie überwältigen ließ und sein Verlangen, ihr Alles zu accommodiren, ihu zu Erklärungen der alte» Lehrer und selbst der Schrift verleitete — man erinnere sich nur seiner Auffassung des öTns und der Erscheinungen in Jecheskel — die ihrem Geiste und ihren Worten ganz zuwider sind. Vielleicht waltet hier eine gerechte Nemesis, daß Herr Steinschneider wieder das Meiste des M's. im Araberthum wiedersindet und selbst über Propheten ihu Manches dem Koran uachschreiben laßt. Aber Herr St. wird sich wohl bei fortgesetzten Studien zu der Objectivitat der heutigen Forschung erheben, die Jedem das Seinige gibt und nicht von dem lockenden Glanze eines guten Einfalles oder einer ansprechenden Accommodation verblendet, jeden Kreis in seiner Eigeuthümlichkeit neben dem «rudern bestehen laßt. Nr^2. bringt Responsa des R. Jehuda, Sohnes des R. Ascher. Der Vers, starb zu Toledo 6109 (1345), wo er durch vierzig Jahre Synagogenhaupt war. (Vgl. r«sxons. 54, wo jedoch vielleicht zu schließen wäre, daß er nur