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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 465

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 465 (sequence 27)
Language
German
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Allgemeine theologische Bibliographie. 465 sich als Verdienst an, die Hülfsmittel der Wissenschaft, Bücher, anzuschaffen, und eS legen die verschiedenen und vielfachen Editionen der verschiedenartigsten Werke ein-rühmliches Zeugniß für die materielle Förderung ab, auf die jüdische Werke rechnen konnten. Dieses ist nun anders geworden; jüdische Werke werden nicht angeschafft und jüdisches Studium nicht gefördert. Hielt man es früher als Religions- und Ehrensache, in des Hauses innerem Adytum eine jüdische Bibliothek aufzubewahren, und öffneten die Neichen gern ihre Börse zum Ankäufe jüdischer Werke oder um neue Editionen zu veranstalten, so frage man jetzt Buchhändler und Verleger, wie weit sie mit Werken der jüdischen Wissenschaft kommen, höre man ihre Klagen, wie der Debit hinter dem Kostenaufwande zurückbleibt und selbst unter den wenigen Käufern die» Juden die wenigsten find. Wie dieses Zeichen der Zeit zu deuten sei, mögen die- Optimisten auf ihre Weise herausfinden; das nüchterne Auge wird hierin gerade keinen bedeutenden Fortschritt, noch einen den Juden ehrenden Sinn wahrnehmen. Doch was nicht durch die, denen Mittel zu Gebote stehen,, geschieht, geschehe durch Männer, die erst diese Mittel aufsuchen müssen. Die im Eingänge gedachten Herausgeber veröffentlichen die mühsam an sich gebrachten Manuscripte, und suchen durch Reisen und sonstige Vertheilüng den Debit zu betreiben. Weit entfernt, diese neue Industrie zu tadeln, glauben wir vielmehr, daß sie reichhaltige Unterstützung finden sollte, damit diese Männer zu weiteren Unternehmungen sich entschließen und manches schatzbare, nur in einem Manuscripte vorhandene, Geisteswerk dem Untergange entrissen werde. Vorzüglich halten wir den. Herausgeber der Schrift Nr. 2., Herrn Jehuda Rosenberg, solcher Anempfehlung werth; und ist wohl jedem Jünger der jüdischen Wissenschaft die Nachricht erfreulich, dass Herr Rosenberg den schon seit vielen hundert Jahren vermißten ntina ‘■fto fiaa ip'jrh begleitet mit einer Einleitung von Rappoport, edirt. Wir gehen nun zu einer kurzen Jnhaltsanzeige dieser drei Schriften über. Nr. 1. ist eine von Maimonides ursprünglich arabisch verfaßte und von einem sonst nicht sehr bekannten R. Jizchak bar Nathan ins Hebräische übertragene Abhandlung über das Wesen und die Einheit Gottes, über die höheren Lichtwesen, Engel, Sterne und Sphären, über den Menschen, seine geistige, moralische und natürliche Bestimmung. Diese Abhandlung, eine abgekürzte Zusammenstellung der min 'n und mrn 'fi des Jod Hachasaka von Maimonides zerfallt in eine.Einleitung, drei Kapitel und eine Nachschrift (?) an einen Freund. Herr M. Steinschneider, der durch Herrn Dukes in Besitz dieses Manuskripts kam, hat es auf Kosten des Herrn Hirsch Markus Sew herausgegeben und mit sehr belehrenden sachlichen und sprachlichen Erläuterungen und einer deutschen Inhaltsübersicht (diese nebst Vorwort XIV., die Abhandlung nebst den Erläuterungen 40 S.) vermehrt. Ein Schreiben Rappoport's an Steinschneider gehet voran, in welchem er darauf aufmerksam macht, daß der eigentliche/Titel sei, wie er auch in einem alten Werke benannt wird; ist nicht entsprechend, da diese Schrift nur in einem Theile von der Einheit Gottes handelt. Mit glühendem Eifer spricht hier Rappoport gegen die neueren Bestrebungen, das Andenken Maimonides' zu verunglimpfen, und wie überhaupt Manche nur mit Hohn und Geringschätzung von den ausgezeichneten Altvordern sprechen. Ist dieser Unwille gerecht, so kann auch die Klage nicht -zurückgehalten werden über die Geneigtheit, todten Codices und zweifelhaften Berichten mehr Glauben als dem lebendigen klaren Geiste einzuraumen und an M's. Andenken die Sünde zu begehen, er habe sich in Spanien äußerlich zum Islam

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