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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 463

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 463 (sequence 25)
Language
German
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Zur Geschichte der hebräischen Porste. 463 ihrer Blüthezeit, von dem Protoplasten Kalir bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts das christliche Europa, Norditalien, Deutschland und Frankreich, wo der Jude materiell und geistig abgeschlossen auf die aus Italien herübergebrachte Nationalliteratur der Halacha undHagada beschrankt war, keine freie Wissenschaft und Kunst ihn zu ihrem Dienste rief, selbst das Studium der hebr. Philologie der wissenschaftlichen Grundlagen entbehrte. Es bezeugt geistigen Fond genug, wenn jene Geächteten und Mißhandelten einem Schriftthnm der Vergangenheit ihren Fleiß und ihre Muße zuwendeten, wenn sie ihre Leiden und Verfolgungen im Gotteshause besangen, dem einzigen Hause, das sie ihr eigenes nennen mochten; wenn sie nach dem gegebenen Typus die liturgische Poesie bis zu einem gewissen Grade formell vervollkommten. Der deutsche Jude u. s. w. konnte die Sabbat- und Festzeit nicht besser und ruhiger als im Gotteshause verleben. Es ist daher von einer nichtliturgischen selbstständigen Poesie in diesen Ländern nicht weiter zu sprechen, als bis später der Verkehr mit denJuden anderer Länder auch hier, namentlich in Italien, einen Nachhall bewirkte, dessen Besprechung schon außerhalb der Grenze dieses Artikels fällt. — Anders war es bei den Juden unter arabischer Herrschaft, namentlich in Spanien, welche bis zum Ende des 10. Jahrhunderts in einer Art von Abhängigkeit und noch in der Mitte des 11. in engerem Verkehr mit Babylon durch Vermittler in*Nordafrika blieben. Wohl brachte ein Gelehrter aus Bari in Jta- Iteit16) um das Jahr MO italienischeTalmudgelehrsamkeit nach Spanien, aber damals war bereits das Formale der neuen Poesie, fortlaufender Reim, Akrostichon u. s. w., durch die Juden und Araber aus demOrient eingebürgert, und die Sprachbehandlung bei den nachfolgenden Dichtern, G e b i r o l, I b n G i a t, in welchen Sachs (S. 206) eine Analogie mit der Kal ir'schen findet, kann um so weniger als Ilebertragung des italienischen Geschmacks durch jenen Gelehrten aus Bari gelten/als sich dieselbe schon bei Jbn Abitur findet, dem Zeitgenossen des italienischen Talmudlehrers und wahrscheinlich auch Kalirs, in Babylon aber schon bei Saadja. Vielmehr ist es wahrscheinlich, daß die poetische Sprachbehandlung erst mit der fortschreitenden Linguistik sich ganz und gar läuterte''')) Hingegen konnte die Haggada in Spanien gleich von vornherein nicht so breites Terrain gewinnen, als in Italien, bald sprachen sich Philologie und Philosophie (z. B.Abulwalid u.A.) gegen dieUebersammelten Wolf (Aniam B. Schemida) und Dukes im Litbl. des Orients 1842 bis 1843. 16) R. Moses, oder nach Lebrecht (Ltbk. 1844. S. 102) sein Sohn R. Chan sch. ' 17) Vgl. auch meine Bemerkungen im Litbl. 1842. S. 815. 823.

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