Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 460 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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460 Die Effäer. zu ersehen, daß sie sich wohl im Tempel einfanden. Allein Josephus spricht von jener absonderlichen Colonie, die sich ihre eigenen Begriffe, verschieden von den anderen Chasstdiui, gebildet hatte; und auch der Talmud weiset an einem Orte auf diese Colonie und das gedachte Ver« hältniß hin. Pesachim 70b wird erzählt, daß „Jehuda ben Durta'i, der mit seiner differirenden Meinung in Beziehung zur Darbringung des Peffachopfers nicht durchdringen konnte, sich absonderte, und, sich im Süden niederließ." Die gedachte Effäercolonie, am Ufer des tobten Meeres, war im Süden Palastina's; und dürften auch die denen Alexander mehrere Fragen vorgelegt haben soll (Tamid 31. 32.), hier zu suchen sein. DieseEssaer betraten aber nichtden Tempel und brachten also nicht das Ueberschreitungsopfer; zu ihnen nun begab sich Jehuda ben Durta'i, da er mit dem Modus dieses Opfers sich nicht einverstanden erklären konnte, und wurde einer ihrer Affeclen, gab also ganz dieOpfer auf. — An sich selbst blieb jedoch diese Colonie, da sie nur ein bis zum Uebermaß gesteigerter Chassidismus war und auch ihre Anzahl nicht bedeutend sein mochte'), wenig beachtet, und,scheinen sogar diese Essäer als Ueberspannte verachtet und mit lautem Tadel bezeichnet worden zu sein. Sota 20* wird angeführt: „der narrische Chassid, der listige Böse u. s. w. reiben die Welt auf." Hat zwar die Deutung des Talmuds das. 21b eine tief moralische Begründung, so dürfte von historischem Standpunkte aus hier die Hinweisung auf jene eraltirten Essaer zu finden sein, und berechtigte vorzüglich ihre Ehelosigkeit, zu der sie durch Uebertreibung der bei Chassidim und Peruschim geltenden Vorschriften über Keuschheit gelangten"), zu dem Ausspruche, „siereibendieWelt auf." (Vgl. auch §. 13).* 1 2 3) gendes sagen: Sie gehen nicht in das Heiligthum wegen des Unterschiedes der Reinigungen, die sie für nothwendig erachten mögen (ag vofiifcoisv), sie mochten vielleicht dafür halten, daß man, um den Tempel zu betreten, einer größern Reinigung bedürfe, als sie von den Priestern nnd den den Tempel Besuchenden gewöhnlich beobachtet wurde, und „die sich vön den von ihnen verlangten Reinigungen unterschied, hinter diesen zurückblieb," und wollten sie nicht Augenzeugen solcher Entweihung sein. Vielleicht mochten sie aber, nach dem hohen Begriff, den sie von der levittschen Reinheit hatten, sich selbst noch nicht für genug rein halten, den Tempel zu betreten. Sie vollbrachten also nicht die Opfer selbst, sondern schickten sie nach dem« Tempel und ließen sie auf sich (vpnbs &p’ uvtwv, der Terminus is Siipfi ist sehr häufig) vollbringen, was überhaupt bei entfernt Wohnenden nicht ungewöhnlich war; das iittrslovei also mittelbar. 1) Josephus (ibid. §. 5) und Philo (qood omnis etc. p. 876) geben die Zahl der EffLer „über vier Tausend" an. 2) Ein isolirt dastehendes Beispiel der Ehelosigkeit (aber aus anderen Gründen als bei den Effaern) vgl. Jebamot 63. 3) Einen andern Zweig des gesteigerten Effüismus bildeten die Therapeuten m