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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 459

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 459 (sequence 21)
Language
German
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Die Effäer. 459 hinaufsteigen läßt. Sie fängt an bei „nimt", der Bereitwilligkeit, die Gebote auszuführen; von da durch manche Stufe zur von hier aufwärts durch „nvs " Bescheidenheit, Demuth, und ,,«vn nxv" innere Scheu vor der Sünde zu „mvon". Diese aber stehet unmittelbar in Verbindung mit „OTipn mV' der heiligen Begeisterung *). Und nun wollen wir versuchen, uns über den Effäer des Josephus und den von des Talmud zu orientiren, wobei wir auch das, was über ihren Aufenthalt erzählt wird, im Auge behalten wollen. Josephus sagt (§. 4) „sie haben nicht eine Stadt für sich, sondern in jeder Stadt leben Viele ff." Philo a. a. O. läßt sie nicht in Städten wohnen, sondern in Dörfern, „da sie wegen der den Städtebewohnern gewöhnlichen Schlechtigkeit die Städte vermeiden"1 2 3). Endlich sagt Plinius der Aeltere (Nist. bist. L. 5. c. 15): „Gegen Abend des Asphaltsee's (todten Meeres) leben die Essener, es ist eine einsiedlerische Gesellschaft, ohne ein Weib, ohne Geld ff." —- Aus diesen widersprechenden Berichten scheint sich Folgendes zu ergeben: Aus den Essäern — Chassidim — hatte sich eine besondere Gesellschaft herausgebildet, die den Effäismus, in Dem schon ansich viele Elemente des Separatismus und des beschaulichen Lebens lagen, auf die Spitze trieb, und von der übrigen Gesellschaft sich zurückziehend am todten Meere sich niedcrließ. Diese Colonie nimmt Josephus zur Unterlage seines Berichtes über die Effäer, sie bot durch das Auffallende und Fremdartige, das sich in ihr concentrirt hatte, ein vollständiges Bild einer Secte, und fand hier Josephus viele Gelegenheit, auszuschmücken und an griechische Muster — die Pythagoräer — zu accomodiren. Daß er diese Colonie bei seinen Beschreibungen der Effäer im Auge hatte, ergibt sich deutlich aus Alterthüm.B.18.K.1. §. 5, wo er erzählt, „daß sie zwar Geschenke in den Tempel (zuJerusalem) schicken, aber wegen der Verschiedenheit der Reinigungen nicht selbst opfern und den Tempel nicht betreten"3). Bonden gewöhnlichen Essäern — Chassidim — ist aus mehreren oben angeführten Stellen und sonst 1) Ueder die Leseart dieser Stelle vgl. Tdsefot Jom Tob das. 2) Philo scheint nicht aus Autopsie zu berichten, da er an einer andern Seite (Mangey vol. II. p. 632) sie in Städten und Dörfern und großen Gemeinden wohnen laßt. 3) Eig 6k Uqüv dvafhjfiaTci x8 GzsXXovzss, &vgiccs ovu imzsXovGi, 8iaq}OQOX7jTV ayvsicov as vofii^oisv, %ct\ 8i avxö Zi^yofisvoi xov xoivov x8[ivi6p,ccTos iqf avzoov ftvctas imxsXovGi. Diese schwierige Stelle gab Anlaß zu vielen Erklärungen. Bellermann, dem das Verdienst, die Stellen über Effäer in deutscher Sprache gesammelt zu haben, gehört, der aber das Wesen des Effäismus durchweg mißverstand und sich durch Unterschiebung einiger christlicher Ideen auszuhelfen vermeinte, kam darauf, das iqf avzcov .... imxsXovgl zu deuten: „sie verrichten die Opfer an sich selbst," d. i. sie bringen sich im Glauben und Wandel der Gottheit zum Opfer!!! — Josephus will aber Fol- 35*

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