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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 457

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 457 (sequence 19)
Language
German
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Die Ejsaer. 457 Analogon; im Tempel bedürfte es nach solcher Verrichtung stets der gedachten Lustration'). Auch die moralischen Pflichten, auf die die Essäer schwören mußten (§. 7), finden sich allenthalben in den Lehren der Peruschim; sie wie diese drangen ebenfalls darauf: „dein Ja sei Ja, dein Nein Nein" (Baba Mezia 49*),das Wort also so bindend wie derEid. Nur daß die von Josephus gemeinten Essäer es wieder auf die Spitze trieben und nie einen Eid schwören wollten (§. 6); der in den gewöhnlichen Lebensverhältniffen Stehende kann oft den Eid nicht vermeiden *). — Die Spitze des Essäismus bildet endlich bei Josephus (§. 7),'„die Namen der Engel treu zu bewahren." Josephus ist hier dunkel, so wie er sich nach §. 5 nicht darüber ausläßt, was sie „in dem eigenen Hause" lehren- -Josephus selbst konnte, da er nur drei Jahre bei dem Essäer Banus sich aufhielt, die eigentliche Aufnahme aber erst nach dreiJahren stattfand (§. 7), noch nicht so weit gelangt und in diese Verhältnisse eingeweihet sein, aber man erräth leicht, daß hier metaphysische oder besser theosophische Studien gemeint seien, wenn man bedenkt, wie geheimnißvoll und zurückhaltend der Talmud über diese Studien (rnü'rai niasa) spricht und welche Vorsicht er bei der Mittheilung dieser Geheimlehre anempfiehlt (Chagiga 2, 1). Beziehet man'ferner hierher, mit welchem Eifer die talmudische Lehre über die Ueberlieferung der Aussprache des heiligen Namens wacht (Kidduschim 71a), fo wird leicht begreiflich, was - unter dem Bewahren der „Namen der Engel," wie es Josephus wiedergibt, gemeint sei (obschon auch vielleicht diese, da, wie manche Data andeuten, die Angelologie mit zur Geheimlehre gehörte). Bemerkenswerth ist, daß im Talmud (a. a. O.) gesagt wird, man überliefert nur denNamen andie „Zenuim unter den Priestern" (rvin-viv eine Benennung, die, wie wir oben bemerkten, mit „Essener" gleichbedeutend ist. — Wir heben hier noch hervor, daß unter Denjenigen, die sich einst über die gedachte Geheimlehre besprachen, bis nach einer Hyperbel die Engel selbst herabkamen (jer. Chagiga 4b) R.JoseHakohen angeführt wird, der zugleichAbot 2, 8 als Chassid benannt ist und nach Soto 9,15 der letzte der Chassidim war^). 1) Joma 3, 3: siVaa yisa na “o-an is isipaa i-nn bbvn in. 2) Auch die Gütergemeinschaft hatte eine Analogie in dem in der Mischna und Beraita häufig vorkommenden Daß das Gebet vor und nach dem Essen, daß der anwesende Priester es verrichte (§. 5) u. a. m. stch in der Lehre der Peruschim findet, bedarf für keinen nur etwas kundigen Leser einer Erwähnung. 3) -ron wird zwar auch als Appellativum für Den, der noch mehr als seine Pflicht thut. r-NIM D^£&), für den, „ganz Frvmmen" gebraucht, und ist keinesfalls unter dieser Benennung allenthalben „Essaer" zu verstehen, vgl. Abot 5, 14 und sonst häufig. Doch ist, wo 'a ito NWS» oder twtsfi erwähnt wird, wohl nur Essaer gemeint; und daß bei R. Jose ebenfalls *i"DN Essaer zu verstehen sei, gibt der Zusammenhang aller dieser Stellen. Frankel, Zeitschrift 111. 35

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