Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 456 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2744856-2744883-2744896--1425-2746399- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
456 Die Effäer. vieler Sorgfalt hervorgehobenen Eigenthümlichkeiten das, was die Effäer zu einer besondern Serie stempele, nicht zu finden sei. Der Effäer unterschied sich von dem Parusch wie etwa der heutige Hyperorthodore von dem Orthodoxen; der Effäismus war ein gesteigerter Paruschismus, und Wurde ihm seine ganze Berechtigung und Verdienstlichkeit von diesem zuerkannt. Josephus erzählt zwar sehr vielAuffallendes und auch Manches, was einen Gegensatz zum Paruschismus bildet, also der Mischna zu mancher Erwähnung hatte Veranlassung geben müssen; wir werden weiter hierfür die Lösung finden und fahren jetzt fort, die weiteren Anknüpfungspunkte für den Effäismus in dem Leben und der Lehre der Peruschim, sowie in den von ihnen über die Effäer gegebenen Nachrichten aufzusuchen. — Es war, wie §.4 erzählt, „ein Pfleger MMsffür die Fremden angestcllt u. s. w." Diese Einrichtung findet sickWP^^Sgebreiteter bei den Peruschim, hier werden •’ifran und nsip ■'ias genannt, es wurde täglich und wöchentlich vertheilt und find für die Vertheilung die genauesten Vorschriften angegeben (vgl.Pea8, 7. Baba Batra 9» auch Schabbat 118). Ob die Effäer von den Peruschim oder, diese von jenen abgeholt, mag unentschieden bleiben; doch zeigt die Einrichtung der Peruschim von einem höhern Grad der Milde, da diese für alle Armen ohne Unterschied sorgten'), die Effäer aber für die ihrer Gesellschaft angehörenden Fremden. Vielleicht richteten aber die Effäer deshalb eine besondere Aufmerksamkeit auf die fremden Vereinsbrüder, weil es diesen, da sie, wie bemerkt, nach einem sehr hohen Grade der Reinheit sich hielten, sehr schwer werden mußte, Speisen aufzufinden, die ste genießen konnten (die man mna l-s oder ivnip nnna b» zugerichtet waren"). Wahrscheinlicher ist jedoch, daß Josephus die weiter zu erwähnende, eine besondere Classe bildende, Abtheilung der Effäer im Auge hatte; die gewöhnlichen Effäer erstreckten ihre Wohlthaten auf alle Fremden. — Daß ste am Sabbat nicht wagen ein Gefäß von der Stelle zu rühren (§. 9), hat, wie man leicht erkennt, seinen Grund in dem auch bei den Peruschim vielgeltenden nspi». Ebenso kam auch bei diesen der Spruch „dein Lager soll heilig fein (synp -pirra rrm Deuteron, a. a. O.) hinsichtlich der §. 9 gedachten natürlichen Bedürfnisse in Anwendung, aber freilich nicht in solcher lächerlichen überspannten Weise, sondern in Beziehung zu Debet und Gebetort (vgl. Berachot 24 ff.). — Selbst für das Baden nach verrichteter Nothdurft (§. 9 zu Ende) findet man ein 1) So allenthalben. Nur Baba Batra 8 n macht eine vielbesprochene Ausnahme, vgl. Ritba das. 2) Demai 5, 6 zeigt, daß auch der Chaber auf der Reise manche Noch hatte nnd mau deshalb manche Ausnahme machte.'