Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 454 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2744856-2744883-2744896--1423-2746397- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
454 fcett Joeser war ein Chassid in derPriesterschaft(unterdenPriestern), sein Kleid wurde jedoch noch für unrein erachtet hinsichtlich des Heiligen (der Opferstücke u. s.w.')": er hielt sich also nach dem zweiten Grad der Reinheit (nwn mna is). Hier nun der Name Chassid; Jose wird so genannt, wird er hervorgehoben als nsinsaa Tön. Und in der Ihat hat auch dieser Jose strenge Regeln hinsichtlich der levitischen Reinheit erlassen. So ging von ihm und seinem Zeitgenossen Jose ben Jochanan die Verordnung aus, daß der Boden des Auslandes als levitisch unrein zu betrachten sei (wsrn -px b» ins), ferner eine andere levitische Verordnung hinsichtlich Mancher Geschirre (vgl. Schabbat 14^). Jose ben Joeser lebte aber zur Zeit desMaccabaerkrieges;es wurden nundamals um so strengere Gesetze der Reinheit eingeführt, als der syrischeAntiochus und die ihm beigetretene abgefallene Partei Heiligthum und Opfer entweihet und verunreinigt hatten, und dem ganzen Gesetze überhaupt — dem Judenthum — der Untergang drohete. Die Vorschriften der levitischen Reinheit sollte» nun eine mächtige Scheidewand zwischen den treugebliebenen Juden und den Syrern nebst den Abtrünnigen bilden, und im Volke das Gefühl der Selbstständigkeit und der Nothwendigkeit einer Lossagung von jenen erwecken. Bon dieser Zeit also beginnt die eigentliche Entwickelung des Essäismus, früher wurden Jene für fromm (Chassidim) geachtet, die sich überhaupt rein hielten (den untersten Grad), Jose ben Joeser beachtete — und mit ihm bricht der Essäismus hervor — eine strengere Reinheit (den zweiten Grad, nsiin n-nabs); es trat aberspäternoch eine rigorosere Beobachtung ein — der dritte Grad, unip rrna — so daß Jose selbst noch als unrein für ihn betrachtet wurde. Diese Strenge nahm zu und erhob sich bis zu einem vierten Grad (nxan rrna), und so wurde, wie die Mischna ebenfalls daselbst berichtet, der später lebende Jochanan ben Gudgada, der sich auf der dritten Stufe (unip rrnais) hielt, als noch nicht die höchste Stufe (nsan mna) erklommen betrachtet, und daher als unrein hinsichtlich des vierten Grades angesehen. — Wir finden also in der Mischna die Benennung Tan für das, was bei Josephus ein charakteristisches Zeichen des Essäismus macht, und erhalten auch zugleich Aufschluß über seine Entwickelung. Tön, nach seiner Grundbedeutung „Gütiger," ist schon in der Schrift mitunter ein Appellativum für „Frommer;" in den Augen des Volkes galt die strenge Beobachtung der Reinheitsgesetze — so wie von jeher Absonderung und Enthaltsamkeitder ungebildeten Masse imponirten^- als verdienstlich und Genannte es den sie Beobachtenden den Frommen „Tön" „Essäer"*). 1) OTipi öTa ntiTi nsmaaej Ton nw p w. 2) Die Entstehung des Essäismus selbst ist alsganz natürlich und mußte