Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 452 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2744856-2744883-2744896--1421-2746395- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
452 Die Effäer. giga und dem daselbst gedachten Verhältnisse der vefschiedenxn Grade zu einander^). Wurde nun Jemand ausgestoßrn, so war es ihm freilich schwer, sich Speisen zu verschaffen. Denn durch das Gelübde gebunden (worüber weiter) durste er nur Speisen zum Genüsse von Jenem annehmen, der sich nach dem höchsten Grad der Reinheit (nrean mna >s) hielt, (und auch, wie sich von selbst verstehet- Speisen die nach diesem Grad gehalten worden waren): solches Halten war aber, wie weiter sich zeigen wird, selten*). Er mußte sich also nur an Krauter halten, d.i. an Pflanzen, die er selbst abpflückte, da, wie bekannt, nach der talmudischen Lehre Pflanzen nur dann für Unreinheit empfänglich sind, wenn sie abgeschnitten und auf sie Wasser gekommen ist (•mArasa nnaia iapV iiwainwa); und wenn Josephus ihn elendiglich umkommen und ihn eigentlich nur Gras essen laßt (Tro^Ptt^cov), so erblickt man hier nur einediesem Autor zur Glorificirung seines Gegenstandes nicht ungewöhnliche Ausschmückung. Wir erhalten von hier ausgegange« auch Aufschluß über andere von Josephus erzählte Gebräuche der Essäer und über die Aufnahme der Adepten (§. 7).. Bleiben wir vorerst beiLehteren stehen und vergleichen wir hier die talmudischen Quellen. Es wird Bechorot 30? nach einer Meinung berichtet, daß zwölf Monate, nachdem Jemand sich als Chaber (Tin) gerirt hat, seine Kleider als rein betrachtet werden, er nicht als levitisch unrein ungesehen wird: also der Reine des untersten Grades. Es wird daselbst auch angegeben, wie das Versprechen, sich als Chaber zu führen, abgenommen wird, es muß nämlich vor dreien abgelegt werden». dgl. m. — Noch ist zu bemerken, daß vor dem Genüsse gewöhnlicher Speisen (und der Hebe) man sich die Hände wusch; vor dem Genüsse der Opferstücke aber man sich badete (Chagiga 18b), und hatten also dieses, die nach dem dritten (wTp rnnv bp) und noch mehr die nach dem vierten Grade(nnan mna hs)der Reinheit sich hielten, zu beobachten (vgl. jedoch jer. Chagiga babyl. Cholin 33 und sonst). Darum ist auch ganz natürlich, was Josephus §. 5'erzahlt, „daß sie gereinigt wie zu einemgeweihten Heiligthum, nachdem sie sich im kalten Wasser gebadet, zu Tische gehen." Die Essäer lebten nach dem höchsten Grade der Reinheit, die eine solche Lustration (nVra) verlangt.—Und nun zu §. 7. „Wer eintreten will, lebt erst ein Jahr von ihnen getrennt," dieses ist, wie wir eben aus 1) Nimmt man fünf Grade an (man, tS'vip, naim, “«»Sa, pVin), so hatten die Effäer sich ttJTjpn mna bs gehalten: nrean mna gehörte — vgl. weiter — ju den größten Seltenheiten. Vgl. auch 2. Ehren. 30, 19. 2) Und selbst wenn man fünf Grade annimmt, nnd die Effäer sich nach dem vierten tvTpn mna hielten, so war doch anch dieser Grad selten. Mehrere geschichtliche Stellen scheinen jedoch daranf hinzuweisen, daß es nnr vier Grade gab, nnd nehmen wir dieses auch hier zur Norm-