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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 448

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 448 (sequence 10)
Language
German
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448 Dt« Effüer. und gequetscht und durch alle Marterwerkzeuge geführt, damit sie die Gesetzgeber schmähen oder etwas Ungewöhnliches essen; aber sie ließen sich zu keinem von beiden herbei, redeten auch nicht einmal die Marternden schmeichelnd an oder weinten, sondern lächelnd in den Schmerzen und die Folterknechte verhöhnend, gaben sie den Geist, wie Solche, die ihn bald wieder erhalten werden, wohlgemuth auf'). §. I I. Denn es stehet bei ihnen die Meinung fest, daß die Leiber vergänglich und der Stoff nicht bleibend sei, die Seelen aber unsterblich, ewig dauernd Und hervorgegangen aus dem feinsten Aether, von den Leibern, von denen sie durch einen natürlichen Trieb angezogen werden, gleichsam wie von Umzäunungen umflochten seien; wenn sie aber denBanden desKörpers sich entschwingen, sie gleichsam wie von einer langen Sklaverei befreiet sich freuen und in die Höhe erheben. Die Guten nun, sagen sie — sie haben hier denselben Glauben wie die Griechen — erwartet jenseits des Oceans ein Leben und eine Gegend, die nicht durch Regengüsse, Schnee oder Hitze belästigt ist, sondern die stets ein vom Meere wehender sanfter Wind erfrischt. Den Schlechten aber verheißen sie einen finstern und kalten Winkel, voll von unaufhörlichen Strafen. In derselben Meinung scheinen mir die Griechen den Tapfern unter ihnen, die sie Heroen, Halbgötter, nennen, die Inseln der Seligen zugeschrieben zu haben; den Seelen der Bösen aber den Ort der Gottlosen im Hades, wie sie auch von einigen daselbst Gezüchtigten fabeln, von Cisyphus, Tantalus, Jrion, Tityus. Dieses lehren sie, theils weil sie die Seelen für unsterblich halten, theils auch zur Ermunterung zur Tugend und Abmahnung vom Bösen. Denn die Guten müssen durch die Hoffnung der Belohnung nach dem Tode besser, die Bestrebungen der Bösen aber gehemmt werden, da sie sich zu gewärtigen haben, daß, wenn sie auch im Leben verborgen bleiben, sie nach dem Tode ewige Strafe erwarte. — So Philosophien nun die Essener über die Seele, und werfen eine Unwiderstehliche Lockspeise Jenen hin, die einmal ihre Weisheit gekostet haben. §. 12. Es sind auch unter ihnen Manche) die das Kommende vorauszuerkennen sich unterziehen, da sie sich in den heiligen Schriften, verschiedenen Reinigungen und denAussprüchen der Propheten von Jugend an üben; und sie irren selten in den Voraussagungen. I) Hier dürfte etwas im Josephus verschrieben sein. Die Römer führten keinen Religionskrieg, und find Unterdrückungen und- ReligkonsquLlereien, wie die im Terte gedachten im römischen Kriege gegen die Juden gar nicht bekannt. Dieses findet aber ganz seine Anwendung auf den Krieg des AntiochuS Epiphanes, wie aus Josephus und den Büchern der Maccabaer bekanntist.

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