Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 447 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2744856-2744883-2744896--1416-2746390- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Die Effäer. 447 wieder auf, dafürhaltend, daß dieQual bis zum Tode genügend für ihre Vergehungen fei. ten »licht, wenn ihrer weniger als.hundert versammelt sind. Was aber von ihnen beschlossen ist, das bleibt unumstößlich. Die größte Verehrung nach Gott hat bei ihnen der Käme des Gesetzgebers; und wenn einer ihn schmähete, so »vürde er mit dem Tode bestraft. Den Aelteren und der Mehrzahl zu gehorchen, halten sie für tugendhaft; wenn also Zehn beisammen sitzen, so-spricht Keiner, wenn die anderen Neun nicht «bereinstimmen. Gerade aus oder nach der rechten Seite auszuspucken scheuen sie sich, - auch »neiden sie am meisten von allen Juden am sieber»- ten Tag (Sabbat) eine Arbeit anzurühren, denn sie bereiten sich nicht nur (Freitag) Speisen auf einen Tag vor, dainit sie nicht an jenem Tage Feuer anzuzünder» haben, sondern sie wagen auch nicht ein Geschirr voi» der Srelle zu rücke»», noch ihre Nothdurft zu verrichten'). An anderen Tagen graben sie ein Loch einen Fuß tief mit der Schaufel (ein derartiges Aertchcn »vird nämlich den sin die Gesellschaft) Eintretenden gegeben^), und nachdem sie es ringsumher mit einer Decke verdecken, damit cs die Strahlen Gottes nicht beleidige, setzen sie sich darauf und scharren die ausgegrabene Erde wieder in das Loch, u»»d dieses thun sie, ilrdein sie die einsamsten Oerter aufsuchen ^). Und obgleich die Absonderung der Körperercrcmente der Natur gemäß ist, so ist doch bei ihnen Sitte, sich, als waren sie verunreinigt, hernach zu baden. . §.10. Sie theilen sich nach derZeit, in der sie die llebung getrieben, in vier Theile, und si»»d die später Hinzugekommenen um so geringer als die Früheren,, daß sich diese waschen, wenn sie jene berührt haben, gleichsam als wären sie durch einen Fremden verunreinigt. Sie leben sehr lange, so daß Viele über hundert Jahre altwerden, wegen der Einfachheit ihrer Lebensweise, wie mir scheint, und wegen ihrer Ordnung. Sie verachten Leiden und besiegen den Schnierz durch Hochsinn; dcnTod, wenn er mit Ruh»n ihnen entgegentritt, halten sie für schöner als Unsterblichkeit (Nichtsterben). Derrömische Krieg bewies, von welcherGesinnung sie allenthalben beseelt seien; sie wurden in ihm gefoltert und verrenkt, gebrannt 1) Porphyrtus führt hier an: „So mager ist ihre Kost, daß sie nicht der Ausleerung am Sabbat bedürfe», welchen fie zu Gesängen auf Gott und zur Ruhe zu verwenden gewohnt sind." Den eigentlichen Grund findet Scaliger darin, »veil sie am Sabbat nicht die in den» nachfolgenden Satz gedachte Grube u. s. w. machen können- 2) Bellermann S. 51 glaubt, daß dieses ein Zusatz eines Abschreibers fei, und hält dir Schaufel (axalis) verschieden von dem Aertchen (agtvaQiov). 3) Vgl. Deuteron, 23, 13— 15 , welchem die Effäer eine allgemeine Anwendung gaben.