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Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums · 1846-12-01 · 12 (Dezember 1846) · p. Seite 444

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Journal
Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
Volume
3 (1846)
Issue
12 (Dezember 1846)
Date
1846-12-01
Page
Seite 444 (sequence 6)
Language
German
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444 Die Effaer. §. 2. In dreierlei Weisen wird di? Philosophie bei den Juden getrieben. Die Anhänger der einen werden Pharisäer, die der andern Sadducäer, die dritten, die auch wirklich Heiligkeit zu üben scheinen, werden Essener genannt, Juden von Geburt, lieben sie sich unter einander mehr als die anderen. Sie verwerfen Wollüste als Laster, und halten Enthaltsamkeit und den Leidenschaften nicht zu unterliegen, für Tugend. Die Ehe ^erachten sie und nehmen fremde Kinder auf, die noch zart (empfänglich) für den Unterricht sind, die sie wie Verwandte halten und in ihren Gebräuchen bilden. Die Ehe und die daraus hervorgehende Fortpflanzung verwerfen sie zwar nicht, allein sie scheuen sich vor der Neppigkeit der Frauen und halten sich überzeugt, daß Keine Treue einem Manne bewahre. §. 3. Sie verachten Reichthum und es herrscht bei ihnen eine bewunderungswürdige Gemeinschaft, und ist Keiner bei ihnen zu finden, der an Besitzthum hervorragte. Denn es ist Gesetz, daß die in die Cecte Eintretenden ihr Vermögen der Gesellschaft (Orden) als Gemeingut übergeben, so daß bei ihnen weder das Niedrig^der Armuth noch der Vorrang des Reichthums hervortritt, sondern da sie ihre Güter zusammenwerfen, Alle wie Brüder nur ein Vermögen haben. Salböl halten sie für eine Schmach (Unreinigkeit), und wenn einer sich unfreiwillig gesalbt, so reibt er sich den Leib ab. Ungeschmückt, aber durchaus weiß (rein) gekleidet sein, halten sie für trefflich. Sie haben durch allgemeine Wahl gewählte Verwalter des Gemeingutes, und Jeder Mhne Unterschied ist für alle Dienste bereit. * §. 4. Cie haben nicht eine (besondere) Stadt, sondern wohnen in jeder Viele. Den von anderwärts herkommenden Genossen öffnet sich das, was sie haben, wie deren Eigenthum und sie treten beiJenen, welche sie noch nicht gesehen, wie beiden Jnnigstvertrauten ein. Daher führen sie auch, wenn sie Reisen unternehmen, Nichts mit sich, doch sind sie bewaffnet gegen Räuber. Ein Verwalter (Fürsorger) wird in jeder Stadt der Gesellschaft für die Fremden angestellt, der für Kleidung und (andere) Bedürfnisse sorgt. Die Haltung und Stellung des Körpers ist wie bei in Furcht erzogenen Kindern; und weder Kleider noch Schuhe wechseln sie, als bis sie-ganz zerrissen oder von der Zeit aufgerieben sind: getragen. Wir weichen an manchen Stellen von dieser Nebersetzung.ab, wofür theils in den Anmerkungen, thells in der weitern-Abhandlung selbst sich der Grund ergeben wird.

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