Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 12 (Dezember 1846)
- Date
- 1846-12-01
- Page
- Seite 442 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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442 Dle Essäor. Seite aus betrachtet wiegtdie Anstrengung zu der der Gegensatz auffordert, der durch die widerstreitende Meinung geweckte Eifer, das tiefere Eingehen und die tiefere durch das Bestreben der Abwehr und der Widerlegung veranlaßt« Auffassung, die.durch den Kampf selbst gesteigerte Innerlichkeit für dieWahrheit, für die gekämpft wird, den durch MeinungSzwiespalt verursachten Schaden einigezMßen auf. Selbst das Judenthum, dessen GrWwahrheit sich dem nnr einigermaßen gereiften und der Naturvergötterung sich entwundenen Geiste so klar darstellt, birgt in seinem Schoß Stoff, zu verschiedener Auffassung, da es an diese Grundwahrheit religiöse Handlungen, knüpft, deren Zusammenhang mit jener nicht allenthalben offenbar ist. Ob menschliche Einsicht sich daran wage» darf, einen Grund aufzufinden, und welches Gewicht er dem aufgefundenen Grund beilegen darf, ob eine Deutung anwendbar und welche die richtige, diese Wagen mußten von jeher, je nach der Verschiedenheit der Beantwortung und der sich hieran knüpfenden Folgerungen, in das Leben eingreifenden Meinungszwiespalt — Sectenthum —- erzeugen. Rur mußte, da ein gemeinsames Zeichen die Verschiedenheiten vereinkgle, die Grundwahrheit Allen klar und von Allen anerkannt war, i» der eigentlichen Lehre also Nebereinstimmung herrschte und nur die Radien verschieden aufgefaßt wurden, die Zahl der Secten hier beschränkter sein als dort, wo die Gründlehre selbst sich als ein tief umhülltes Geheimniß gibt,dessen mysterivsenSchleierderdenauferlegten GlaubenSfeffeln widerstrebende Geist dennoch zu lüften wünschte und keine versuchte Deutung ihm völlige Befriedigung gewahrte; und die Anzahl der Secten auch geringer als dort, wo das. grob Sinnliche und Materielle des Glaubens das Sittlichkeitsgefühl zurückschreckte, Und es Deutungen suchen mußte, um eine Vereinbarung des Glaubens mit sich zu ermöglichen. Das Judenthum zahlte zu jeder Zeit, im Vergleiche mit den beiden andern Religionen, nur wenig Secten, und überläßt es den Ruhm einer solchen Mehrheit gern dem Bekenntnisse, das hierin einen Ruhm erblickte. Steigen wir zu der frühesten Sectengeschichte im Judenthume hinauf, so treten uns drei Secten entgegen'), deren zwei scharf ausgeprägt, in die Gestaltung des Judenthums tief eingreifen und sich in dem ehemaligen jüdischen Staatskebenbemerklich machten. Ph a ri sa is m u s 1) Eigentlich vier, wenn man die Samaritaner hierher beziehet. Doch wurden ste, da ihre Divergenz nicht erst im Schoße des Judenthums entstand, sondern Pe sich vom Anfang herein nicht zu ihm ganz bekannt hatten und also schoyUrsprünglich Zon ihm getrennt waren, nicht zum Judenthum gerechnet, und so hat auch Jöftphus allenthalben nur drei Secten.