Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Journal
- Zeitschrift für die religiösen Interessen des Judenthums
- Volume
- 3 (1846)
- Issue
- 11 (November 1846)
- Date
- 1846-11-01
- Page
- Seite 434 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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434 Recensivriem «rerytione ii. WckbiuWs Blumenlese von Leopold Duke--. Leipzig. Hahn 1844. 332 S. (Erster Artikels Die Wichtigkeit solcher Samtnlungen, wie die hier von Herrn Dükes begonnene (denn erschöpfend ist fie nicht, wie denn der Vers, selbst gesteht, indem er aüch eine Fortsetzung verspricht), darf nicht bezweifelt werden. Daß fit der allgemeine« Wissenschaft förderlich seien, indem matt daraus die Anschauung der sittlichen Welt, wie solche sich unter dein Einflüsse der jüdischen Religion, S^ickfale und Studien gebildet hatte, mit den Lehrsätzen und Sprüchen anderer Zeitünd Landesgenvffen (Perser- Araber, Griechen rc.) üttv mit vielen bereits früher aus« dem fernsten Orient herübergeffedelten Grdänken vergleiche«- und darnach die Geschichte der Geistesentwickelung des Menschen «uv besonders einer Anzahl' vott Völkernbeleuchten Und bereichern kann, ist zum Theil bereits in mehreren Rrcenfionen nachgewiesen worden. Diesen Punkt können wir daher Um so eher übergehen, als ein Hammer Purgstall bereits (Wiener I. B. d. Lit^ 1846- S. 45 ff.) diese Blümenlese ehrenvoll gewürdigt Und mit andern Sammlungen arabischer re. Blüthen in Verbindung betrachtet hat> wozu nnS ohnehin der weite Mb erblick sowie die Scharfe des Urcheils in der Vergleichung Und Unterscheidung so sehr geistesverwandter Materien abgehen würde. — VoN erheblicherm Werthe ist aber das vorliegende Werk, ungeachtet mancher ihm «och anhaftenden Schwächen, für die Erkenntniß des jüdischen Geistes oder des Zudenthnms in seine» rein ethischen Aienßerungen, welche den Müßstab darbiet^l für den moralische» Sinn der Lehrer Israelsselbst in Zeitenda Mißhandlungen van aqßen manche Mtterkeit und manche Härte in der Beurtheilung des socialen Lebens entschuldigt-hätten. Gerade diese beweglichen Sprüche »ttd Redensarten, die Jeder im Munde führte und bei den verschiedensten Gelegenheiten anwendete, übte« einen unverkennbaren Einfluß auf die sittliche Denkweist, so-wie sie ans derselben hervorgegangett waren. Außerdem aber rttfen viele ekgenthürttlkche Ausdrücke theils durch Attspielung.au die Mrattlaffüttg, aus" der fie mrtstattden sind, theils durch. Bezugnahme auf ittnere Verhältnisse , so manche sonst vergessene geschichtliche und antiquarische Thatstchen ins Gedächtnis zurück, st daß wir einen scharftrn. Blick in das Leben unsrer Vorfahre» thun und sogar hie und da auch Anderes dadurchbesser verstehen lerne«. — Solche Gründe werden es rechtfertigen, wenn wir auch hier auf den Versuch, dts Herrn. Dusts aufmerksam machendessen Tüchtigkeit gerade in der Knust zu sammeln und das Geistvolle zu würdigenunter den Gelehrten genügsam bekannt ist, von. Seiten derer aber, welche den Talenten Aufmunterüng verschaffen solltenkemesweges nach Gebühr unterstützt wird. Wir köüttten hier leicht, in den. Fall kommendie allgemeine Klage über Lauheit unserer Glaubensbrüder gegen Geisteswerke zu erneuen, aber es wäre unnütz, ein veM^tetes Uebelwelches, durch die i» der That unüberwindliche Fluth von Tagesbroschüren vermehrt wird, und welches zuletzt kaum so beklagenswerth ist, als eine noch leb- PftzsamkMi es. sei» dürfte, hier naher zpbesprechen. Rur das wäre zu wünschen, daß wohlhahMde Mitbrüdep dst Pflicht anerstnustn, bleibendedem Judeuthume zur Ehre und zur Zierde gereichende Werke durch einige Opfer zu fördern, insbesondere so lange deren Verfasser-, wie noch imprer häufig, keinen